Moderne Arzneiformen und aktuelle Trends bei der Arzneimittel-Entwicklung, Alternativen zum Tierversuch und Infektionsforschung: Diese Themen stehen im Mittelpunkt der Konferenz „Controlled Release meets BioBarriers“, zu der vom 3. bis 6. März 2026 mehr als 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt auf dem Saarbrücker Campus der Universität des Saarlandes erwartet werden. Dabei kommen sowohl führende internationale Experten als auch junge pharmazeutische Forscher zusammen. Die Tagung wird gemeinsam von der Universität und dem Saarbrücker Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) veranstaltet.
Die Tagung verbindet die 14. Ausgabe der zweijährigen Saarbrücker Konferenz „BioBarriers“ mit der 30. Jahrestagung des „CRS DeChAt Local Chapter“ – einer (die Länder Deutschland, Schweiz und Österreich umfassenden) Regionalgruppe der „Controlled Release Society“ (CRS); diese ist die international wichtigste wissenschaftliche Gesellschaft auf dem Gebiet des sog „Drug Delivery“. Der dritte Baustein der Konferenz, ein Karrieretag, widmet sich der Karriereplanung und -beratung junger pharmazeutischer Wissenschaftler,
Im Mittelpunkt der Tagung stehen biologische Barrieren im menschlichen Körper wie Haut, Lunge oder Magen-Darm-Trakt. Diese haben einerseits die Aufgabe, Krankheitserreger und andere schädliche Partikel aus dem Organismus fernzuhalten; andererseits müssen sie nützliche Substanzen wie Arzneimittel passieren lassen. Dieser Transport von Medikamenten zu ihrem Wirkort („Drug Delivery“) ist einer der Forschungsschwerpunkte von Professor Claus-Michael Lehr, der die Saarbrücker Konferenz „BioBarriers“ vor rund 30 Jahren ins Leben gerufen hat.
Gemeinsam mit seinem Team entwickelt Lehr Modelle biologischer Barrieren auf der Basis menschlicher Zellen und Gewebe. Abgesehen von dem ethischen Vorteil, dadurch Tierversuche perspektivisch ersetzen oder zumindest reduzieren zu können, ist er überzeugt, so besser und schneller vorhersagen zu können, ob und wie ein neues Medikament im Patienten wirkt. „Diesmal geht es unter anderem um miniaturisierte Testsysteme, sogenannte ‚On-the-Chip-Methoden‘“, erklärt der Professor für Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie. Dabei würden biologische Barrieren als mikrophysiologische Systeme außerhalb des Körpers nachgebildet – und insbesondere auch komplexere Modelle entwickelt, um die Situation bestimmter Erkrankungen nachzubauen. „Beispielsweise können wir inzwischen die Lunge eines Mukoviszidose-Patienten nachbilden, indem wir bakterielle Biofilme mittels 3-D-Druck auf lebende Lungenzellen drucken und so die Erkrankung simulieren“, erläutert Lehr. Denn nur mit Tests an erkrankten Systemen lasse sich zeigen, dass Medikamente nicht nur sicher, sondern auch wirksam seien.
Unter dem Stichwort „Advanced Drug Delivery Technologies“ werden sich die Wissenschaftler über moderne Arzneiformen austauschen; dabei geht es neben kleinen Molekülen vor allem um Nukleotide wie zum Beispiel mRNA (Boten-RNA). Die Impfung mittels Boten-RNA erwies sich bei der Covid Pandemie als bahnbrechend und spielt auch in der Krebsforschung eine Rolle. Die Zellen erhalten dabei die genetische Information, also den „Bauplan“ des betreffenden Antigens (zum Beispiel ein Virus-Protein), und können dieses somit selbst herstellen. „Allerdings sind dafür spezielle Trägersysteme, beispielsweise Nanopartikel, unerlässlich, um diese großen und äußert empfindlichen Moleküle in den Körper und letztlich in bestimmte zelluläre Kompartimente zu transportieren“, erläutert Claus-Michael Lehr. Er und sein Team forschen selbst an neuartigen Varianten der bisher gängigen Lipid-Nanopartikel – an sogenannten „Lipid-Polymer-Hybrid-Nanopartikeln“, die er vereinfacht als „kleine Plastikkügelchen mit einer äußeren Lipidschicht“ umschreibt.
Karriereperspektiven für junge pharmazeutische Wissenschaftler will der Karrieretag aufzeigen, der Claus-Michael Lehr ein besonderes Anliegen ist. Aus aller Welt reisen hierzu auch Alumni des ehemaligen „GALENOS“-Netzwerks an – einer von Lehr geleiteten internationalen Doktorandenschule im Bereich der Arzneimittelforschung, an der zwischen 2004 und 2008 rund 40 Nachwuchsforscher an zwölf europäischen Partneruniversitäten ihre Promotion abgelegt haben. Von ihren Erfahrungen können unter anderem die Doktoranden seines aktuellen Graduiertenprogramms „TALENTS“ profitieren. Auf der Konferenz erhalten sie in einem breit angelegten Programm aus Workshops, Vorträgen und Erfahrungsberichten nützliche Infos und Tipps über mögliche Karrierewege nach der Promotion – von der akademischen Laufbahn über eine Karriere in der Industrie bis hin zur Gründung eines eigenen Start-ups.
Mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedener Disziplinen werden zur Tagung erwartet, darunter 20 internationale Gastsprecher. Auch Saarbrücker Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden neueste Forschungsergebnisse präsentieren: Beispielsweise berichtet die Professorin für Medizinische Chemie Anna Hirsch über ihre Forschung am Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS); Bioinformatik-Professor Andreas Keller stellt die Klinische Bioinformatik und den PharmaScienceHub vor, und der Professor für Neue Materialien Wilfrid Weber erläutert seine Arbeiten am Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM).
Konferenz: „CRS (Controlled Release) meets BioBarriers“
3. bis 6. März 2026
Universität des Saarlandes, Campus Saarbrücken,
Gebäude E2 2 (Günter-Hotz-Hörsaal) und E2 5
Eröffnung: am Dienstag, 3. März, um 12.45 Uhr durch Universitätspräsident Ludger Santen und Wissenschaftsminister Jakob von Weizsäcker.
Weitere Infos zur Tagung: http://www.helmholtz-hips.de/de/konferenzen/biobarriers-2026/
Kontakt für Rückfragen:
Prof. Dr. Claus-Michael Lehr
Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS)
Leiter der Abteilung Wirkstoff-Transport
Tel.: 0681 98806-1000
E-Mail: claus-michael.lehr@helmholtz-hips.de
https://www.helmholtz-hips.de/de/forschung/teams/team/wirkstofftransport-ueber-b...
http://www.helmholtz-hips.de/de/konferenzen/biobarriers-2026/
Die KI-generierte Darstellung zeigt den Transport von Wirkstoffen („Drug Delivery“) in Nanopartikeln ...
Copyright: HIPS
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
Biology, Medicine
transregional, national
Scientific conferences
German

Die KI-generierte Darstellung zeigt den Transport von Wirkstoffen („Drug Delivery“) in Nanopartikeln ...
Copyright: HIPS
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