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02/24/2026 13:56

Abschlussveranstaltung des Projekts Living Library (HfG Karlsruhe) - After Matter. A Gathering for Circular Un/Making

Ana Volkland Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe - Karlsruhe University of Arts and Design

    Mit After Matter – A Gathering for Circular Un/Making präsentiert die Staatliche
    Hochschule für Gestaltung Karlsruhe am 5.3.2026 die Abschlussveranstaltung des zweijährigen Forschungsprojekts Living Library, welches vom Bio Design Lab entwickelt wurde. Statt einen klaren Endpunkt zu markieren, greift die Veranstaltung den zirkulären Ansatz des Projekts auf: Sie bündelt Prozesse, Experimente und Kooperationen und öffnet sie zugleich für zukünftige Weiterentwicklungen

    Die Living Library an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe ist ein transdisziplinäres, von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre gefördertes, Projekt, das sich mit zirkulären Materialkulturen beschäftigt – durch praxisbasiertes Lernen, experimentelles Arbeiten und lokal gewonnene Biomaterialien.

    Als hybrides System aus physischem Archiv und digitaler Plattform untersucht es, wie Materialien gewonnen, transformiert und schließlich in ökologische Kreisläufe zurückgeführt werden können. Am 5.3.26 findet nun die öffentliche Abschlussveranstaltung des Projekts an der HfG Karlsruhe statt.

    Das Programm:
    Das Rahmenprogramm umfasst Vorträge, Diskussionen, Performances und partizipative Formate.
    Nach einer Einführung durch Julia Ihls (Projektleiterin, Bio Design Lab) spricht Franziska
    Müller-Reissmann (Materialarchiv, ZHdK) über Boden als kulturelles Archiv, während
    Carmen Donet und Lena Widmann die Urbanen Gärten vorstellen – ein Projekt, das
    organische Abfälle in lokale Ressourcen überführt.

    Im Abendprogramm reflektiert Katharina Mischer (mischer’traxler studio) über relationale
    und kontextbezogene Designpraktiken. Yasmine Ostendorf-Rodríguez (Green Art Lab
    Alliance) widmet sich regenerativen Ansätzen in Kunst und Materialpraxis aus einer
    mykologischen Perspektive und rückt Kollaboration, Zersetzung und materielles 'Afterlife‘
    in den Fokus.

    Ein zentraler Programmpunkt ist der Launch der Living Library-Publikation, präsentiert
    von Pleun van Dijk (Editorial Lead). Sie bündelt die Ergebnisse aus zwei Jahren
    gestalterische Forschung und spiegelt die Prinzipien der Zirkularität sowohl inhaltlich als
    auch in ihrer materiellen Umsetzung und offenen Zugänglichkeit wider.

    Über die Vorträge hinaus aktiviert After Matter Materialkreisläufe auch sinnlich und
    performativ: mit einem Live-Set von Soundkünstler Paul Bießmann, einem Kompost-
    Ritual von Bioartist Fara Peluso und einer Map Decay-Performance von Designer Jaap
    Knevel.

    Ergänzend dazu realisiert The Other Archive eine Food-Performance, die Essenszubereitung und Nahrungsaufnahme als gestalterische und forschende Praxis versteht. Mit regionalen Zutaten und in enger Zusammenarbeit mit lokalen Produzent:innen macht sie die oft unsichtbaren Netzwerke, Ressourcen und Arbeitsprozesse von Ernährung erfahrbar.

    Indem Kompostierung, Zerfall, Transformation – und auch Essen – als kulturelle wie
    ökologische Praktiken verstanden werden, schlägt After Matter einen Perspektivwechsel
    vor: weg von Extraktion und Dauerhaftigkeit, hin zu Kreisläufen, Fürsorge und
    Regeneration.

    Kontakt: Julia Ihls (Projektleiterin, Leitung Bio Design Lab)
    Email: jihls@hfg-karlsruhe.de / livinglibrary@hfg-karlsruhe.de
    Website: https://livinglibrary.hfg-karlsruhe.de/en
    Social Media/Instagram: @biodesignlab_hfgk @hfg_ka
    Ort: HfG Karlsuhe, Lorenzstraße 15, 76135 Karlsruhe – Erdgeschoss
    Datum/Zeit: 05.03.2026, 16:00 – 22:00 Uhr

    Vollständiges Programm:

    Welcome and informal gathering
    16:00 Uhr

    Panel 1 – Reading the Ground: Soil, Memory, and Cycles
    16:30 Uhr
    Wie lässt sich der Boden unter unseren Füßen lesen? In dem Panel wird Boden als Ort von
    Erinnerung reflektiert, an dem sich biologische, kulturelle und urbane Prozesse überlagern und sichtbar werden.

    Gast: Franziska Müller-Reißmann: Soil as Living Archive
    Franziska Müller-Reissmann leitet die Materialsammlung (Materialarchiv) an der Zürcher
    Hochschule der Künste. Als Kunsthistorikerin und ausgebildete Tischlerin forscht sie zu
    Materialästhetik und Nachhaltigkeit und lehrt in den Bereichen Design, Szenografie und
    Kunstpädagogik.
    In ihrem Vortrag untersucht sie Boden als lebendiges Archiv von Kultur, Erinnerung und
    materiellen Kreisläufen. Ausgehend von Archäologie, Kompostierung und dem
    Anthropozän fragt sie, wie Erde Wissen speichert — und welche nachhaltigen Zukünfte
    daraus entstehen können.

    Gast: Carmen Donet, Lena Widmann: Urbane Gärten
    Urbane Gärten Karlsruhe gGmbH wurde 2021 gegründet, um die Essbare Stadt zu
    fördern. An der Schnittstelle von Kunst, Design und ökologischem Gärtnern entwickelt die
    Organisation partizipative Projekte in Umweltbildung und lokaler Stadtpraxis.
    Gegründet von Lena Widman, die Design (BA) an der Freien Universität Bozen–Bolzano
    und Web Science (MSc) an der Technischen Hochschule Köln studierte, sowie Carmen
    Donet Garcia, die Philosophie, Kunstgeschichte und Medienkunst an der Hochschule für
    Gestaltung Karlsruhe studierte.
    In ihrem Beitrag stellen sie das Kompost Bike vor — einen emissionsfreien Lastenrad-
    Service, der organische Abfälle in Karlsruhe sammelt, lokal kompostiert und als Humus
    am Lernort FROG in den Anbau von Obst und Gemüse zurückführt. Indem urbane
    Nährstoffkreisläufe geschlossen werden, wird Abfall als Ressource sichtbar und
    Kompostierung als kulturelle Praxis für nachhaltige und resiliente Städte positioniert.
    Moderation: Julia Ihls

    Pause
    17:30 Uhr

    Panel 2 – From Objects to Relations: Designing Regenerative Futures
    18:00 Uhr
    Was passiert, wenn Design über Objekte hinausgeht? Diese Session untersucht
    Praktiken, die Interdependenz, Zerfall und Zusammenarbeit als Grundlage zukünftiger
    Gestaltung begreifen.

    Gäste: Katharina Mischer (mischer’traxler studio) – Wandel im Werden
    mischer’traxler studio ist ein vielfach ausgezeichnetes Designstudio mit Sitz in Wien,
    gegründet 2009 von Katharina Mischer und Thomas Traxler. Ihre Arbeiten untersuchen
    die Beziehung zwischen Mensch und Natur und bewegen sich zwischen Produktdesign,
    interaktiver Kunst und Installation, wobei sie technologische und handwerkliche Ansätze
    miteinander verbinden.
    In ihrem Vortrag reflektiert Katharina Mischer über den Übergang zu achtsameren
    Designpraktiken und verknüpft konzeptionelles Denken mit Materialexperimenten und
    realisierten Projekten. Die Arbeiten zeigen eine Verschiebung von objektzentriertem
    Design hin zu relationalen und kontextsensiblen Ansätzen und thematisieren
    Verantwortung, Interdependenz sowie ein erweitertes Verständnis von Schönheit als
    offenen Prozess.

    Gast: Yasmine Ostendorf-Rodríguez (Green Art Lab Alliance) – Fertilizig the Future
    Yasmine Ostendorf-Rodríguez ist Autorin, Kuratorin und Forscherin an der Schnittstelle
    von Kunst und Ökologie. Sie ist Gründerin und Direktorin der Green Art Lab Alliance,
    einem internationalen Netzwerk von Kunstorganisationen, das sich für soziale und
    ökologische Gerechtigkeit durch kollaborative, vom Myzel inspirierte Modelle einsetzt. Sie
    gründete und leitete unter anderem das Nature Research Department an der Jan van
    Eyck Academie, das Van Eyck Food Lab sowie die Future Materials Bank und arbeitet
    weltweit als Curator- und Writer-in-Residence.
    In ihrem Vortrag untersucht sie regenerative Ansätze in Kunst und Materialpraxis aus
    einer mykologischen Perspektive. Im Fokus stehen Kollaboration, Zersetzung und die
    Nachleben von Materialien sowie die Frage, wie ein bewusster Umgang mit Zerfall neue
    Perspektiven für Gestaltung und Zukunft eröffnet.
    Moderation: Jaap Knevel

    Die Vorträge werden auf englisch und deutsch hybrid stattfinden, gestreamt und sind für die breite Öffentlichkeit zugänglich.

    Food Performance von The Other Archive –
    19:00 Uhr

    Living Library Publikation Release mit Pleun van Dijk
    19:45 Uhr

    Interaktives Performance Programm
    ab 20:00 Uhr mit

    Paul Bießmann – Soil Sounds
    Paul Bießmann ist Musiker, Komponist und Digitalkünstler an der Schnittstelle von Kunst,
    Musik und Technologie. Seine Arbeiten erforschen gezielt Reibungspunkte zwischen
    diesen Bereichen und entstehen häufig in interaktiven und generativen Formaten: Das
    Publikum wird Teil von Klanginstallationen, Sensoren erfassen Bewegungen, und
    Smartphones fungieren als multiscreen-basierte Schwarm-Synthesizer. Er ist
    Gründungsmitglied des interdisziplinären HIDALGO-Kollektivs und war Artist in Lab im
    Fraunhofer-Netzwerk. Seine Arbeiten wurden unter anderem an der Bayerischen
    Staatsoper, im Deutschen Museum München sowie beim Beethovenfest Bonn präsentiert.
    In seiner Performance entwickelt er ein Live-Set für Modular-Synthesizer und Field
    Recordings, aufgenommen mit Geo- und Hydrophonen. Zwischen synthetischen Bässen
    und bröckelnder Erde entfaltet sich eine elektronische Klanglandschaft.

    Fara Peluso – Compost Ritual
    In diesem meditativen Ritual wird Kompost zu einem gemeinsamen Raum der
    Transformation, in dem organisches Material nicht als Abfall, sondern als Anfang
    verstanden wird. Durch kollektive Gesten des Loslassens, Schreibens und Einbringens in
    den Boden setzen sich die Teilnehmenden mit Prozessen von Zerfall, Fürsorge und
    Regeneration auseinander.
    Das Ritual lädt dazu ein, persönliche und kollektive Zukunftsvorstellungen mit
    ökologischen Kreisläufen zu verbinden — im Vertrauen auf unsichtbare Prozesse, in
    denen Zersetzung zur Grundlage neuen Lebens wird.

    Jaap Knevel – Map Decay
    In diesem partizipativen Format wird die analoge Karte der Living Library gemeinsam
    übermalt und transformiert. Als symbolischer Akt des Vergessens, Kompostierens und
    Loslassens hinterfragt der Prozess die Vorstellung eines Archivs als etwas Festes und
    Dauerhaftes. Durch kollektive Gesten des Übermalens und Überschreibens wird die Karte zu einem Ort des Übergangs — an dem Wissen nicht unverändert bewahrt, sondern neu verhandelt, zersetzt und für andere Bedeutungen geöffnet wird.

    Open DJ Sets
    ab 21:00 Uhr


    Images

    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
    Art / design, Cultural sciences, Environment / ecology, Teaching / education
    transregional, national
    Studies and teaching, Transfer of Science or Research
    German


     

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