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02/26/2026 15:22

11. Transfertagung „eHealth & Society“ in München: Wie viel KI verträgt der Mensch?

Sissy Niemann Pressestelle
FOM Hochschule

    Künstliche Intelligenz verändert das Gesundheitswesen grundlegend: Sie unterstützt Diagnosen, steuert Abläufe in Praxen und Kliniken, prägt Versorgungsprozesse – und beeinflusst zunehmend auch das Verständnis vom eigenen Körper. Auf der Transfertagung „eHealth & Society 2026“ der FOM Hochschule in München diskutierten Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis kritisch, wie sich Nutzen, Transparenz und Verantwortung austarieren lassen. Schirmherrin der Veranstaltung war die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Pflege und Prävention Judith Gerlach.

    „Künstliche Intelligenz verändert, wie wir Gesundheit, Körper und Identität verstehen. Das ist die Chance, aber auch die Herausforderung zugleich“, betonte Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach in ihrem Video-Grußwort. Unter dem Leitmotiv „Designobjekt Mensch: Künstliche Intelligenz im Spannungsfeld von Fortschritt und Verantwortung“ nahmen rund 250 Teilnehmende – vor Ort und virtuell – die aktuelle Entwicklung aus drei Perspektiven unter die Lupe: eHealth, Society und Medizin. Moderiert wurde die Tagung von Ulrike Ostner vom Bayerischen Rundfunk.

    Am Vormittag fanden Tracks mit insgesamt neun Sessions statt, die konkrete Konfliktfelder aufgriffen. Die Bandbreite der Themen war groß – von „Wenn der Avatar zum Patienten wird“ über „KI zwischen Gloria und Selbstaufgabe – kann Bildung da helfen?“ bis zu „Schlankheitswahn – ein gefährlicher Trend?“. Anschließend fassten Studierende der Münchner FOM die Ergebnisse der unterschiedlichen Tracks zusammen und trugen sie dem Plenum vor.

    Keynotes und Podiumsdiskussion

    Inwieweit KI unser Verständnis von Gesundheit, Körper und Identität verändert, zeigten auch die Keynotes im zweiten Teil der Veranstaltung, auf die eine Podiumsdiskussion mit den Referenten folgte. Der Vortrag „Reproduktionsmedizin als Werkbank für Designerbabies“ von Dr. med. Bernd Lesoine (Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe A.R.T. Reproduktionsmedizin, München) beleuchtete die aktuellen Möglichkeiten, Wünsche und ethischen Grenzen moderner Fortpflanzungsmedizin. Im Fokus standen Marktmechanismen, präventive Ansätze sowie kontroverse Fragen rund um Präimplantationsdiagnostik und genetische Selektion.

    Der Vortrag „Sinn und Unsinn in der ästhetisch-plastischen Chirurgie“ von Dr. med. Andreas Heitland (Sekretär der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen, München) zeigte, wie digitale Schönheitsideale sozialen Druck erzeugen und das Verständnis von Schönheit tiefgreifend beeinflussen. Anhand medizinischer Beispiele und Markttrends wurde diskutiert, wann ästhetische Eingriffe sinnvoll sind – und warum Akzeptanz und Selbstbild dabei entscheidend bleiben.

    Die Keynote „Schöpfer und Schöpfung“ von Prof. Dr. med. Eckhard Frick (SJ, Leiter der Forschungsstelle Spiritual Care, TUM Klinikum Rechts der Isar München) beschäftigte sich mit der philosophischen Verantwortung technologischen Fortschritts sowie den Spannungsfeldern zwischen Datenschutz, Selbstoffenbarung und Selftracking. Thematisiert wurden die Entstehung künstlicher Personas, das Potenzial ständiger Selbstoptimierung und die Idee, dass der Mensch eher Geschöpf als Schöpfer ist.

    Sieger des Aaron-Antonovsky-Filmwettbewerb gekürt

    Zum Abschluss der „eHealth & Society 2026“ verliehen Dr. Wolfgang Schneider vom Bayerischen Apothekerverband und die Keynotespeaker die Preise für den 7. Aaron-Antonovsky-Filmwettbewerb der FOM Hochschule. Der erste Platz und der Publikumspreis gingen an die beiden FOM Studentinnen Miriam Nachbarschulte und Lisa Sawatzki für ihren Film mit dem Titel „Delivered“. Thema des Beitrags: ein nach den Wünschen und Bedürfnissen der „Eltern“ bestelltes Designerbaby – mit fester Lieferzeit und Rückgabegarantie.

    Die eingereichten Filme setzten sich mit dem Thema einer der drei Keynotes auseinander. Am Wettbewerb beteiligten konnten sich Teams mit bis zu drei Personen. Voraussetzung war, dass mindestens ein Teammitglied aktuell an der FOM studiert. Insgesamt wurden drei Plätze und ein Publikumspreis vergeben. Der erste Platz ist mit 800 Euro dotiert; auch die weiteren Plätze wurden prämiert.

    „Innovation darf kein Selbstzweck sein“

    Prof. Dr. habil. Manfred Cassens, wiss. Direktor des ifgs Institut für Gesundheit & Soziales der FOM und Initiator der jährlich stattfindenden Transfertagungen, betonte nach der Veranstaltung: „Der technologische Wandel im Gesundheitswesen ist tiefgreifend – er betrifft Diagnostik ebenso wie unser Verständnis von Körper und Identität. Innovation darf dabei kein Selbstzweck sein. Entscheidend ist, dass wir Fortschritt mit ethischer Verantwortung und gesellschaftlicher Reflexion verbinden. Genau dafür schaffen wir mit der Transfertagung einen interdisziplinären Dialog.“

    Über die FOM Hochschule

    Mit rund 45.000 Studierenden zählt die FOM zu den größten Hochschulen Europas. Initiiert durch die gemeinnützige Stiftung für internationale Bildung und Wissenschaft ermöglicht sie Berufstätigen, Auszubildenden, Abiturienten und international Studierenden ein Hochschulstudium. Die FOM ist staatlich anerkannt und bietet mehr als 60 akkreditierte Bachelor- und Master-Studiengänge an – im Campus-Studium+ an über 30 Hochschulzentren oder im ortsunabhängigen Digitalen Live-Studium aus den FOM Studios. Studierende können zudem weltweit Studienerfahrungen an renommierten Partnerhochschulen sammeln. Beim StudyCheck Award 2026 belegte die FOM den ersten Platz in der Kategorie „Hochschulen mit über 15.000 Studierenden“. Damit zählt sie zu den beliebtesten Hochschulen Deutschlands. Weitere Informationen: www.fom.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing, Philosophy / ethics
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Scientific conferences
    German


     

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