Migräne beeinträchtigt die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit von rund 1,2 Milliarden Menschen weltweit. Ein internationales Forschungsteam berichtet nun in "Lancet Neurology" über die Fortschritte in der Vorbeugung von Migräneattacken.
"Während früher vor allem Medikamente eingesetzt wurden, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden, stehen seit etwa acht Jahren gezielt gegen Migräne entwickelte Therapien zur Verfügung", erklärt Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Wissenschaftler an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und ehemaliger Direktor der Klinik für Neurologie am Universitätsklinikums Essen. Die Forschenden stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Patient:innen diesen neuen, migränespezifischen Therapien häufiger langfristig treu bleiben als älteren, unspezifischen Behandlungen, da die neuen Therapien besser vertragen werden. Auch Menschen, bei denen frühere vorbeugende Therapien nicht ausreichend gewirkt haben, profitieren oft von den neuen Wirkstoffen.
Beschwerdefreiheit als Ziel
Noch werden präventive Behandlungen eher selten eingesetzt. Dabei haben sich besonders sogenannte CGRP-gerichtete Medikamente (gegen das „Calcitonin Gene-Related Peptide“) als wirksam und gut verträglich erwiesen. Bei vielen Betroffenen sinkt die Zahl der Migränetage pro Monat deutlich. Derzeit gilt es als Erfolg, wenn sich die Migränetage pro Monat um mindestens 50 Prozent reduzieren, bei chronischer Migräne um 30 Prozent. Langfristig zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: Statt einer 50-prozentigen Reduktion der Migränetage ist das Ziel eine weitgehende Beschwerdefreiheit für die Patient:innen.
"Die stärkere Nutzung wirksamer medikamentöser und nicht-medikamentöser Präventionen könnte dazu beitragen, Migräne langfristig besser zu kontrollieren, das Risiko einer Chronifizierung zu senken und die Lebensqualität vieler Betroffener spürbar zu verbessern", so Prof. Diener.
Weiterhin Forschungsbedarf
Trotz großer Fortschritte bestehen noch wichtige Wissenslücken, stellen die Autor:innen fest. Ein Teil der Patient:innen spricht nicht ausreichend auf die verfügbaren vorbeugenden Therapien an. "Das deutet darauf hin, dass bei Migräne unterschiedliche biologische Signalwege beteiligt sind und weitere therapeutische Zielstrukturen und Biomarker erforscht werden müssen", so Prof. Diener.
Prof. Dr. Hans-Christoph Diener
Advances in migraine prevention. Lancet Neurol. 2026 Mar;25(3):279-293. doi: 10.1016/S1474-4422(25)00477-6. PMID: 41722594. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1474442225004776
https://www.uni-due.de/med/meldung.php?id=1893
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Medicine
transregional, national
Research results, Scientific Publications
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).