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03/05/2026 20:00

Waldschäden in Europa könnten bis 2100 um rund 20% steigen, selbst wenn Erwärmung auf 2°C begrenzt wird

Juliane Otto Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung

    Waldschäden in Europa durch Brände, Stürme und Borkenkäfer werden im Vergleich zu den vergangenen Jahrzehnten unter allen analysierten Klimaszenarien zunehmen. Das ist das Ergebnis einer neuen internationalen Studie mit Beteiligung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde.

    Selbst wenn die Erderwärmung auf etwa 2°C begrenzt wird, könnte die jährlich geschädigte Waldfläche bis zum Ende des Jahrhunderts von rund 180.000 Hektar auf etwa 216.000 Hektar pro Jahr steigen – und damit höher liegen als in den ohnehin schon stark betroffenen Jahren 1986 bis 2020. In einem Szenario, in dem die Nutzung fossiler Energieträger weiter zunimmt, könnte sich die Waldschäden mehr als verdoppeln und bis zum Ende des Jahrhunderts nahezu 370.000 Hektar pro Jahr erreichen.

    „In Zukunft werden Europas Wälder voraussichtlich weniger Kohlenstoff aufnehmen“, sagt Christopher Reyer, Wissenschaftler am PIK und Mitautor der Studie. „Wenn Wälder weniger Kohlenstoff binden oder möglicherweise sogar mehr freisetzen als sie aufnehmen, erhöht das den Druck auf andere Sektoren wie Verkehr und Landwirtschaft, ihre Emissionen schneller zu senken. Gleichzeitig sollte die Waldbewirtschaftung stärker die Resilienz von Wäldern fördern.“

    Besonders stark betroffen sind der Studie zufolge Süd- und Westeuropa, wo die Veränderungen am ausgeprägtesten ausfallen dürften. Nordeuropa wird insgesamt weniger stark betroffen sein, allerdings könnten auch dort regionale Hotspots mit erhöhtem Schadensrisiko entstehen. Die Studie wurde von Forschenden der Technischen Universität München (TUM) geleitet.

    Weblink zum Artikel, sobald dieser veröffentlicht ist: 10.1126/science.adx6329


    Original publication:

    Artikel: Grünig, M., Rammer, W., Senf, C., Albrich, K., André, F., Augustynczik, A.L.D., Baumann, M., Bohn, F.J., Bouwman, M., Bugmann, H., Collalti, A., Cristal, I., Dalmonech, D., De Coligny, F., Dobor, L., Dollinger, C., Espelta, J.M., Forrester, D.I., Garcia-Gonzalo, J., González-Olabarria, J.R., Hiltner, U., Hlásny, T., Honkaniemi, J., Huber, N., Jonard, M., Jönsson, A.M., Kunstler, G., Lagergren, F., Lindner, M., Mina, M., Moos, C., Morin, X., Muys, B., Nabuurs, G.-J., Nieberg, M., Patacca, M., Peltoniemi, M., Reyer, C.P.O., Schelhaas, M.-J.; Storms, I., Thom, D., Toigo, M., Seidl, R. (2026): Climate change will increase forest disturbances in Europe throughout the 21st century. Science. [DOI: 10.1126/science.adx6329]


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    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
    Environment / ecology, Oceanology / climate, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research results, Transfer of Science or Research
    German


     

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