Zum Internationalen Tag des Energiesparens am 5. März erklärt Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm von der SRH University, welche Hebel zur Energieeinsparung bei Industrie und Haushalten liegen und warum individuelles Sparen nicht ausreicht.
Ob im Wohnzimmer oder in der Werkhalle – Energie wird überall verbraucht. Und überall gibt es Potenziale, sie effizienter zu nutzen. Doch obwohl der Fokus in öffentlichen Debatten häufig auf dem Verbrauch in Privathaushalten liegt, sind Industrie und Haushalte ähnlich bedeutsam: Nach Statistiken des Umweltbundesamtes tragen beide Bereiche – neben den Sektoren Verkehr sowie Gewerbe, Handel und Dienstleistungen – mit jeweils gut einem Viertel gleichermaßen zum Endenergieverbrauch in Deutschland bei.
„Bemerkenswert ist, dass sich diese Anteile in den letzten 30 Jahren kaum verändert haben“, erklärt Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm, Professorin für Klimaschutz und Nachhaltigkeit an der SRH University. Effizienzgewinne und Strukturwandel hätten zwar den Energiebedarf pro Einheit gesenkt, gleichzeitig seien Produktion, Konsum und Komfort gestiegen. „Wir sehen ein dynamisches Gleichgewicht: Effizienz senkt den Bedarf, Wachstum und Rebound-Effekte – wenn effizienteres Heizen z. B. durch größere Wohnflächen kompensiert wird – stabilisieren den Gesamtverbrauch.“
Haushalte: Wärme als entscheidender Faktor
Im Privathaushalt entfällt der größte Teil des Energieverbrauchs auf Heizung und Warmwasser. „Rund 60 bis 70 Prozent werden für Raumwärme genutzt, weitere 10 bis 15 Prozent für Warmwasser“, so Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm. Strom für Geräte und Beleuchtung mache einen deutlich kleineren Anteil aus.
Entsprechend liegen die größten Einsparpotenziale im Gebäudebereich. „Gut gedämmte Gebäude können 30 bis 50 Prozent Heizenergie einsparen.“ Auch moderne Heiztechnik, Wärmepumpen oder Solarthermie steigerten die Effizienz deutlich. Kurzfristig wirke zudem bewusstes Verhalten: „Schon ein Grad weniger Raumtemperatur spart etwa sechs Prozent Energie.“
Gleichzeitig stößt individuelles Sparen an Grenzen. „Selbst sehr bewusstes Verhalten kann grundlegende Verluste in schlecht gedämmten Gebäuden nicht ausgleichen. Langfristig brauchen wir strukturelle Maßnahmen wie Sanierung und erneuerbare Energien.“
Industrie: Große Wirkung, komplexe Prozesse
In der Industrie ist Energie eng an technische, physikalische und chemische Prozesse gebunden. „Anders als im Haushalt lässt sich der Verbrauch hier kaum individuell steuern. Unterbrechungen oder Reduktionen können Produktionsstörungen verursachen“, erläutert Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm. Hinzu kämen die Vielzahl an Energieträgern und die unterschiedlichen Effizienzstufen der jeweiligen industriellen Anlagen.
Die größten Potenziale liegen in technologischer Modernisierung: Abwärmenutzung, Digitalisierung, Prozessoptimierung, Elektrifizierung und hocheffiziente Maschinen. „Moderne Anlagen können gegenüber älteren Prozessen bis zu 40 Prozent Energie einsparen.“
Während Haushalte kurzfristig zehn bis 15 Prozent einsparen können, erfordern industrielle Effizienzgewinne langfristige Investitionen – entfalten aber deutlich größere Wirkung. „In der öffentlichen Debatte wird der Beitrag der Haushalte oft überschätzt. Die industrielle Transformation ist zentral, um Klimaziele zu erreichen und Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“
Drei Hebel für die kommenden Jahre
Für die nächsten zehn Jahre sieht Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm drei zentrale Stellschrauben: technologische Modernisierung, wirksame politische Rahmenbedingungen und bewusstes Handeln. CO₂-Preise, Förderprogramme und verbindliche Standards setzten Investitionsanreize, während Innovationen wie Abwärmenutzung oder erneuerbare Energien die strukturellen Einsparpotenziale erschließen.
„Nur das Zusammenspiel von individuellem Verhalten, technologischer Innovation und politischen Rahmenbedingungen wird dafür sorgen, den Energieverbrauch dauerhaft zu senken“, betont die Professorin für Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
Mit ihrer Expertise begleitet Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm diese Transformation an der SRH University wissenschaftlich und praxisnah, sowohl im Bachelor-Studiengang Climate Change Management & Engineering als auch im Master-Studiengang International Business & Engineering.
Weiterführende Informationen
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Mit über 50 Jahren Erfahrung in der Hochschulbildung strebt die SRH University an, den Zugang zu qualitativ hochwertiger Bildung zu ermöglichen und Fachkräfte von morgen auszubilden. Die SRH University legt großen Wert auf Offenheit, Vielfalt und zeitgemäße Bildungskonzepte, die Präsenz- und Online-Lehre miteinander kombinieren. Gemeinsam mit der SRH Fernhochschule – The Mobile University und der EBS Universität für Wirtschaft und Recht studieren aktuell über 20.000 Studierende an den Hochschulen der SRH.
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Die 1966 gegründete SRH ist heute eines der größten Bildungs- und Gesundheitsunternehmen Deutschlands mit bundesweit rund 80 Standorten. Hauptsitz der SRH ist Heidelberg.
Prof. Dr. habil. Heike Zimmermann-Timm
heike.zimmermann-timm@srh.de
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, all interested persons
Energy
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications
German

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