idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/04/2026 12:06

DFG, HRK und WR schlagen neues Förderinstrument „Nexus“ für Exzellenznetzwerke der Forschung auf EU-Ebene vor

Marco Finetti Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Förderung soll Europas verteilte Exzellenz zusammenbringen und für mehr Sichtbarkeit im weltweiten Wettbewerb sorgen

    Wie lässt sich die europäische Wissenschaft im weltweiten Wettbewerb stärken? Zu dieser Frage haben Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Wissenschaftsrat (WR) am 3. März in Brüssel ein Diskussionspapier mit dem Titel „Nexus – Networking excellence – Enabling participation – Transforming European Science“ vorgestellt. Darin schlagen sie vor, die Spitzenforschung innerhalb des Europäischen Forschungsraums stärker zu vernetzen. Mit Nexus soll – in Ergänzung zu bereits bestehenden Förderinstrumenten – die institutionalisierte Zusammenarbeit der besten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Europa gestärkt werden. Ausgangspunkt der Überlegungen ist der Draghi-Bericht des früheren Präsidenten der Europäischen Zentralbank zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit, der 2024 in Anlehnung an den European Research Council (ERC) einen „ERC für Institutionen“ als hoch kompetitives Programm für besonders forschungsstarke Einrichtungen skizziert hatte.

    DFG, HRK und WR schlagen vor, mit dem Förderinstrument Nexus in Zukunft Exzellenznetzwerke aufzubauen, die aus mindestens drei Hochschulen oder Forschungseinrichtungen aus verschiedenen Ländern bestehen. Die Netzwerke sollen zu einer selbst gewählten gemeinsamen Thematik von strategischer Bedeutung für die beteiligten Institutionen forschen. Leitprinzipien sollen ein wissenschaftsgeleiteter Auswahlprozess, Exzellenzorientierung, Offenheit für alle Disziplinen und Themen sowie eine Einbettung in strategische Prozesse an den Hochschulen bzw. Forschungseinrichtungen sein. Der ERC wäre aus Sicht von DFG, HRK und WR der ideale Ort, um diese Prinzipien umzusetzen. Unabhängig von der Verortung des Konzepts innerhalb des neuen europäischen Forschungsrahmenprogramms müssen die genannten Prinzipien erhalten bleiben.

    Eine Nexus-Förderung würde ein Netzwerk mit jeweils 20 Millionen Euro pro Jahr über einen Zeitraum von sieben Jahren finanzieren. Bei einer Ansiedelung im ERC könnten dafür in einer Pilotphase 20 Netzwerke gefördert werden. Voraussetzung wäre, dass im neuen EU-Forschungsrahmenprogramm FP10 zusätzlich zum vorgesehenen ERC-Budget Mittel bereitgestellt werden (2028–2034: 2,8 Milliarden Euro). Nach der Pilotphase sollten die Umsetzung und die Auswirkungen von Nexus evaluiert werden, um über dessen Fortsetzung zu entscheiden.

    „Unser Konzept zielt darauf ab, Europas verteilte Exzellenz systematischer als bisher und an Inhalten orientiert miteinander zu verknüpfen und dafür Synergien an Europas Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu nutzen. Auf diese Weise soll Europas Spitzenforschung die kritische Masse erreichen, die für zukünftige wissenschaftliche Durchbrüche erforderlich ist. Nexus kann dadurch nicht nur die Fragmentierung innerhalb des Europäischen Forschungsraums überwinden, sondern mehr noch die Resilienz der europäischen Forschungs- und Innovationslandschaft unterstützen und die internationale Sichtbarkeit Europas als weltweit wettbewerbsfähige Region für Wissenschaft und Innovation weiter erhöhen“, sagte DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker bei der Vorstellung des Konzepts in Brüssel.

    HRK-Präsident Professor Dr. Walter Rosenthal erklärte zum gemeinsamen Vorschlag: „Mit thematisch fokussierten Netzwerken, welche die Spitzenakteure aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen thematisch miteinander verbinden und strategisch unterstützen, würde Nexus die internationale Sichtbarkeit der europäischen Spitzenforschung erhöhen. Voraussetzung dafür sind schlanke Antragsprozesse, Themenoffenheit und die volle Bandbreite europäischer Spitzenforschung – von der Grundlagen- bis zur anwendungsnahen Forschung. Auf diese Weise könnte Nexus die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit in Europa gezielt stärken und positive Impulse für die europäische Gesellschaft setzen.“

    Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Professor Dr. Wolfgang Wick, fügte an: „Europa sollte kurzfristig neue Akzente setzen, da der Wettbewerb um Ideen, Talente und Ressourcen rapide zunimmt. Neben den bestehenden Programmen mit inhaltlichen Vorgaben braucht es mehr themenoffenen Wettbewerb. Die Exzellenzstrategie in Deutschland zeigt, dass viel bewegt werden kann, wenn keine inhaltlichen Vorgaben gemacht werden und stattdessen viel auf Kreativität und bottom up getriebene Kooperationen in der Wissenschaft gesetzt wird. Nexus soll Hochschulen und Forschungseinrichtungen helfen, Spitzenforschung länderübergreifend zu vernetzen, die nachhaltig wettbewerbsfähig ist.“

    Die gemeinsame Idee eines Nexus-Förderinstruments basiert auf den Erfahrungen von DFG, HRK und WR mit der deutschen Exzellenzinitiative und Exzellenzstrategie, die gezeigt haben, dass Initiativen zur Förderung kooperativer Exzellenz die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit von Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen erheblich stärken können. Gleichwohl überträgt Nexus nicht einfach das deutsche Modell auf die EU-Ebene, sondern richtet die vorgeschlagenen Exzellenznetzwerke passgenau auf europäische Bedarfe aus.

    Weiterführende Informationen

    Das Nexus-Konzept in englischer Sprache ist hier zum Download verfügbar:
    www.dfg.de/resource/blob/389814/dfg-hrk-wr-proposal-nexus.pdf

    Medienkontakt:
    Benedikt Bastong, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de

    Dr. Christoph Hilgert, Leiter Kommunikation und Pressesprecher der HRK, Tel.: +49 30 206 292-224, hilgert@hrk.de

    Georg Scholl, Leiter Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des WR, Tel. +49 221 3776 243, georg.scholl@wissenschaftsrat.de


    More information:

    https://www.dfg.de/resource/blob/389814/dfg-hrk-wr-proposal-nexus.pdf Das Nexus-Konzept in englischer Sprache.


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    interdisciplinary
    transregional, national
    Science policy
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).