DDG vergibt zudem fünf Hospitationsstipendien und fördert fünf Studierende bei der Promotion
Forschen und Arbeiten an der Klinik zu verbinden, ist aus Zeitgründen oft eine Herausforderung. Mit dem (Advanced) Clinician Scientist Program (ACSP und CSP) der Deutschen Stiftung für Dermatologie können nun drei Dermatologinnen und Dermatologen ihre klinische Tätigkeit mit dermatologischer Forschung verbinden. Dr. med. Lea Jessica Albrecht (ACSP) aus Essen, Dr. med. Lorenzo Homann (CSP) aus Tübingen und Dr. med. Bernadett Kurz (CSP) aus Regensburg überzeugten die Jury mit ihren Forschungsprojekten.
Die Übergabe der Urkunden erfolgte auf der DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah am 27.02.2026 in Leipzig. Dort wurden zudem die fünf Stipendiaten der Hospitationsstipendien Histopathologie und Dermatochirurgie und die fünf Empfängerinnen und Empfänger des Promotionsstipendiums vorgestellt.
Fortschritt in der Medizin ist ohne translationale Forschung mit einer engen Verbindung zur täglichen Arbeit und mit direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten nicht denkbar. Dabei stehen junge forschungsbegeisterte Medizinerinnen und Mediziner vor einem Problem, denn Forschungsprojekte zu entwickeln und durchzuführen kostet Zeit. Clinician Scientist Programme sind an den medizinischen Fakultäten in Deutschland flächendeckend etabliert. „Wir freuen uns, dass wir jetzt zum sechsten Mal junge Kolleginnen und Kollegen bei ihren Forschungsprojekten unterstützen können“, sagt Prof. Dr. med. Mark Berneburg, Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und Vorsitzender der Jury. „Als wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft ist es ist eine Aufgabe der DDG, Forschung und Forschende zu fördern“, so Berneburg, der als Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Regensburg tätig ist.
„Mit dem Programm geben wir den Stipendiatinnen und Stipendiaten ‚geschützte Forschungszeit‘ und ermöglichen es ihnen, wissenschaftlich hochinteressante und anspruchsvolle Forschungsprojekte durchzuführen. Das wirkt sich langfristig auch positiv auf ihre berufliche Karriere aus“, ergänzt Prof. Dr. med. Evelyn Gaffal, Jury-Mitglied und Ansprechpartnerin der AG Nachwuchs- und Karriereförderung der DDG. Ermöglicht wird dies durch die Deutsche Stiftung für Dermatologie mit ihrem Förderprogramm, das unter der Schirmherrschaft und Förderung von DDG und ADF steht und von Partner ? unterstützt wird. Die zwei unterschiedlich zugeschnittenen Programme für ärztliche Qualifizierungsstellen, das ACSP und das CSP in der Dermatologie, unterscheiden sich hinsichtlich der definierten Laufzeit und des Umfangs an eingeräumter Forschungszeit.
Für das ACSP im Förderungszeitraum 2026-2027 wurde eine exzellente Nachwuchsforschende ausgewählt: Dr. med. Lea Jessica Albrecht (Universitätsklinikum Essen). In ihrem Forschungsprojekt „Neue metabolische Verwundbarkeiten durch IDH1 Mutationen im Melanom: Charakterisierung und therapeutisches Potenzial“ geht es um ein zentrales Stoffwechselenzym, die Isocitratdehydrogenase-1 (IDH1), deren Mutation eine Schlüsselrolle bei der Entstehung bestimmter Krebsarten spielt, darunter vor allem Hirn- und Knochentumoren. Sie wurden bisher kaum bei Melanomen beschrieben. Ziel des Projekts ist die molekulare Charakterisierung von IDH1-Mutationen im Melanom. Dabei sollen die molekularen und funktionellen Auswirkungen dieser Mutationen auf Tumorbiologie, Krankheitsdynamik und Metabolismus untersucht werden. Auf dieser Grundlage wird die potenzielle Wirksamkeit von IDH1-Inhibitoren geprüft, um deren therapeutisches Einsatzpotenzial bei IDH1-mutierten Melanomen zu bewerten.
„Das Projekt wurde ausgewählt, da es erstmals systematisch die Bedeutung von IDH1-Mutationen im Melanom analysiert und dabei metabolische, molekulare und immunologische Mechanismen integrativ verknüpft. Durch die Etablierung des Onkometaboliten D-2HG als potenziell neuem Serum-Biomarker für Krankheitsverlauf und Therapieansprechen wird ein innovativer Ansatz geschaffen, um Behandlungen künftig gezielter und individueller auf Patientinnen und Patienten abzustimmen“, sagt Gaffal. Das Stipendium wird über einen zweijährigen Zeitraum die Arbeit ermöglichen. Etwa 50 Prozent der Arbeitszeit können für die Forschung und 50 Prozent für die klinischen Aufgaben aufgewendet werden.
Für das CSP, bei dem die jeweilige Klinik die Ärztin oder den Arzt für ein Jahr zu 100 Prozent von der klinischen Tätigkeit freistellt, konnten zwei weitere herausragende Forschende ausgewählt werden.
Dr. med. Lorenzo Homann (Universitäts-Hautklinik Tübingen) wird in seinem Forschungsprojekt mit dem Titel „Adaptive immune response against melanoma-associated antigens upon neoadjuvant anti-PD-1 treatment” untersuchen, weshalb Melanompatientinnen und -patienten nach einer neoadjuvanten Immuntherapie ein längeres eventfreies Überleben zeigen als nach einer adjuvanten Behandlung. Während klinische Studien einen klaren Vorteil der neoadjuvanten Strategie gezeigt haben, sind die zugrunde liegenden immunologischen Mechanismen im Detail bislang unzureichend charakterisiert. In der Studie sollen daher systematische Analysen der Immunantwort auf verschiedenen biologischen Ebenen erfolgen: im Serum, in peripheren mononukleären Blutzellen sowie in regionären Lymphknoten. Ziel ist es, Merkmale einer erfolgreichen antitumoralen Immunantwort zu identifizieren, diese mit den klinischen Verläufen der Patienten zu korrelieren und so den neoadjuvanten Therapieansatz weiterzuentwickeln. „Besonders innovativ ist der Ansatz, da er die neoadjuvante Immuntherapie nicht nur klinisch, sondern systematisch analysiert und so die Dynamik der adaptiven Immunantwort erfasst. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, prädiktive Biomarker für das Therapieansprechen zu identifizieren, Patientenselektion und Therapiesequenzierung weiter zu präzisieren und den neoadjuvanten Behandlungsansatz immunologisch fundiert weiterzuentwickeln“, erläutert PD Dr. med. Frank Siebenhaar, ebenfalls Mitglied der Jury und Vorsitzender der ADF.
Die dritte Stipendiatin ist Dr. med. Bernadett Kurz (Universitätsklinikum Regensburg) mit ihrem Forschungsprojekt „In-vivo-Analyse der UV-induzierten Interleukin- und Interferon-Signatur bei Patient:innen mit Lupus erythematodes vor und nach der UV-Exposition“. Untersucht werden in ihrem Projekt die Mechanismen der Photosensitivität beim Lupus erythematodes (LE): kutanem Lupus erythematodes (CLE) und systemischem Lupus erythematodes (SLE). CLE Patientinnen und -Patienten mit Lichtempfindlichkeit weisen ausgeprägte inflammatorische Reaktionen nach UV-Exposition auf, die bei Vorhandensein eines systemischem Lupus erythematodes (SLE) sogar eine Nephritis triggern können. Dies weist darauf hin, dass es womöglich in nicht-läsionaler Haut bereits „präläsionale“ Areale gibt, die nach UV-Bestrahlung besonders zu Entzündungsreaktionen neigen. In dem Projekt wird erstmals in vivo mittels Real-Time Sampling durch Mikrodialyse die UVA1/UVB induzierte Entzündungskaskade des Lupus erythematodes nachvollzogen. Der besondere Fokus liegt in diesem Vorhaben auf den Interleukinen sowie Interferonen, da diese eine Schlüsselrolle bei der Regulation von Zellproliferation, -migration und -differenzierung spielen, und möglicherweise auch unterschiedlich von UV-Strahlung reguliert werden.
„Die Besonderheit des Antrags liegt in der erstmaligen in-vivo-Charakterisierung der UV-induzierten Interleukin- und Interferon-Signatur bei Patientinnen und Patienten mit Lupus erythematodes mittels kutaner Mikrodialyse in Echtzeit. Zudem erlaubt der Vergleich unbehandelter Erkrankter mit solchen unter Hydroxychloroquin oder Anifrolumab eine direkte translational-klinische Einordnung der IFN-getriggerten Entzündungskaskade“, fasst Berneburg die Jury-Entscheidung zusammen.
Die Übergabe der Stipendienurkunden an die drei (Advanced) Clinician Scientists erfolgte auf der DERMATOLOGIE kompakt + praxisnah am 27.02.2026 in Leipzig. Mit freundlicher Unterstützung von: Almirall Hermal GmbH und Novartis Pharma GmbH
Hospitationsstipendium Dermatohistologie
Ein Stipendium zur Förderung der Dermatohistologie, das kann ein Gastaufenthalt/Training von ca. vier Wochen oder ein Forschungsprojekt bei Histologie-Expertinnen und -Experten sein, erhalten insgesamt drei Personen: Dr. med. Kristine Mayer (Technische Universität München), Dr. med. Schirin Ariane Stephan (Johannes Wesling Klinikum Minden) und Hanna Wirsching (Universitätsklinikum Augsburg).
Hospitationsstipendium Dermatochirurgie
Das zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC) ausgeschriebene vierwöchige Hospitationsstipendium erhalten Dr. med. Anna-Sophia Leven (Universitätsklinikum Essen) und Dr. med. Léonie Staats (Uniklinikum Erlangen).
Promotionsstipendien
Über ein Promotionsstipendium der Deutschen Stiftung für Dermatologie dürfen sich insgesamt fünf Medizinstudierende freuen. John Anis (Ruhr-Universität Bochum, Hannah Marie Kalff (Charité Universitätsmedizin Berlin), Akshat Kapoor (Universitätsklinikum Heidelberg), Johanna Papathanassiou (Universität Münster) und Paula Schmitz (Uniklinik RWTH Aachen) werden zwölf Monate lang finanziell gefördert.
Forschungspreise
Neben den Stipendien schreibt die DDG ebenfalls in einem Turnus von zwei Jahren verschiedene Forschungspreise aus. „Mit den Forschungspreisen ehren wir herausragende, bereits publizierte wissenschaftliche Arbeiten. Auch hier wählt jeweils eine hochkarätig besetzte Jury die Preisträgerinnen und Preisträger aus. Forschungspreise sind in jedem Lebenslauf wichtige Mosaiksteine für die wissenschaftliche Karriere“, sagt DDG-Präsident Berneburg. Den Reigen der DDG-Forschungspreise erweitert der erstmals ausgeschriebene DDG-Zukunftspreis 2027. Er zeichnet translationale Projekte aus, die die Versorgung hautkranker Menschen innovativ, nachhaltig und messbar verbessern. Alle aktuellen Ausschreibungen starten in Kürze – weitere Info in Kürze unter www.derma.de/forschungspreise
Zusammensetzung der Jurys:
ACSP und CSP: Prof. Dr. med. Mark Berneburg, Prof. Dr. med. Evelyn Gaffal, Prof. Dr. med. Mathias Goebeler, PD Dr. med. Frank Siebenhaar und Prof. Dr. med. Alpaslan Tasdogan)
Promotion & Dermatohistologie: Prof. Dr. med. Mark Berneburg, Prof. Dr. med. Evelyn Gaffal und Prof. Dr. med. Matthias Goebeler
Dermatochirurgie: Prof. Dr. med. Mark Berneburg, Prof. Dr. med. Matthias Goebeler, PD Dr. med. Lukas Kofler und PD Dr. med. Thomas Volz
Kontakt:
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)
Beauftragte für die Öffentlichkeitsarbeit:
Prof. Dr. med. Silke Hofmann
Ansprechpartnerin Pressestelle:
Dagmar Arnold
- Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit -
Robert-Koch-Platz 7
10115 Berlin
Tel.: +49 30 246 253-35
E-Mail: d.arnold@derma.de
https://www.derma.de Webseite der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG)
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine
transregional, national
Contests / awards, Miscellaneous scientific news/publications
German

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