Warum Sachsen das eigenständige Promotionsrecht für die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften braucht
Leipzig boomt. Doch die Stadt droht im Wettbewerb um die besten Köpfe zurückzufallen. Grund: Das fehlende eigenständige Promotionsrecht für Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Sachsen. Dadurch hat Leipzig – hat ganz Sachsen – im Wettbewerb um Spitzenkräfte einen Standortnachteil, besonders bei Ingenieurwissenschaften, Informatik und bezüglich forschungsnaher Startups. Es setzt seine wirtschaftliche Zukunft aufs Spiel.
Sachsen ist eines der letzten Bundesländer ohne Promotionsrecht an HAW
Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sind Innovationsmotoren. Sie liefern praxisnahe Forschung und bringen Fachkräfte hervor, die bei der regionalen Wirtschaft begehrt sind. Doch ihnen bleibt in Sachsen bislang das Recht verwehrt, eigenständig Doktorarbeiten zu betreuen – dieses bleibt im Freistaat an Universitäten gebunden.
Bereits dreizehn Bundesländer in Deutschland – darunter wirtschaftlich starke Standorte wie Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen – haben den HAW bereits das Promotionsrecht ermöglicht; zwei weitere Bundesländer werden demnächst folgen. Sie alle profitieren davon: durch mehr Forschungsprojekte, mehr Fachkräfte in der Region und eine stärkere Attraktivität für junge Talente.
Ohne eigenständiges Promotionsrecht kann Leipzig bei der Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und bei der nötigen Forschungsintensität nicht mithalten. Sachsen insgesamt ist – entgegen seinem Ziel, Hochtechnologie und Innovation zu fördern – bei diesem Thema Schlusslicht. Und Leipzig mindert seine Chancen, eine führende Rolle bei nachhaltiger Innovation und technologischer Entwicklung einzunehmen. Es ist Zeit, das zu ändern.
Warum ist das Promotionsrecht für HAW so wichtig?
Leipzig hat stabile Studierendenzahlen, eine Wirtschaft mit starkem Mittelstand und eine exzellente Forschungsinfrastruktur. Die HTWK Leipzig spielt in diesem Gefüge eine entscheidende Rolle: erfolgreiche Forschungsprojekte, hohe Drittmitteleinnahmen von aktuell ca. 19 Mio. Euro pro Jahr, eine Infrastruktur zur Unterstützung von Startups und derzeit rund 90 Promotionen zeugen von ihrem Erfolg. Längst erfüllt die HTWK Leipzig die Voraussetzungen, die andere Bundesländer für das Promotionsrecht definieren.
Dass die HTWK Leipzig jedoch nur in Kooperation mit Universitäten Promotionen betreuen kann, nimmt den Forschungsprojekten Sichtbarkeit und schränkt zudem die Einbindung regionaler Unternehmen ein. Mit eigenem Promotionsrecht könnte die Hochschule qualifizierte Forschende in frühen Karrierephasen halten, neue anziehen und den Wissenstransfer beschleunigen. Auch könnten zusätzliche Fördermittel in Millionenhöhe für Leipzig eingeworben werden, die derzeit verlorengehen. All das führt dazu, dass junge Fachkräfte zunehmend abwandern und sich innovative Unternehmen anderswo ansiedeln werden.
Appell an Politik und Wirtschaft
Es braucht eine Entscheidung: Das eigenständige Promotionsrecht für HAW in Sachsen muss endlich kommen – als Investition in die Zukunft Leipzigs und der Region.
Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller, Rektor der HTWK Leipzig: „In jedem Jahr, das Sachsen noch länger wartet, verliert Leipzig potenzielle Promotionsverfahren, Drittmittel und vor allem: die besten Köpfe. Die Leipziger Wirtschaft sollte diese Benachteiligung nicht länger hinnehmen. Es ist an der Zeit, dass Verbände und Kammern sowie die kommunale Politik gemeinsam eine klare Botschaft an die Landespolitik senden: Leipzig braucht das Promotionsrecht für die HTWK Leipzig – nicht als hochschulpolitisches Zugeständnis, sondern als wirtschaftspolitische Maßnahme.“
https://www.htwk-leipzig.de/hochschule/hochschulkommunikation-marketing/pressemi... Pressemitteilung online mit Positionspapier in voller Länge
HTWK-Rektor Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller.
Source: Christian Hüller
Copyright: Christian Hüller/HTWK Leipzig
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists
interdisciplinary
transregional, national
Science policy
German

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