THWS startet Projekt für Laborautomatisierung – Fachkräfte der Automobilbranche sollen langfristig profitieren
Kick-off für den Forschungsraum EQUIP an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS): Hinter diesem Projektnamen verbirgt sich das ehrgeizige Ziel, mit Aus- und Weiterbildung im Bereich Laborautomatisierung für eine nachhaltige Fachkräfteentwicklung in der Region Mainfranken zu sorgen. Kooperationspartner sind die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg sowie das Lab Automation Network (LAN) aus Tübingen. Zur Auftaktveranstaltung am THWS-Standort Schweinfurt nahmen auch die Wirtschaftsförderung der Stadt Schweinfurt sowie die Region Mainfranken GmbH teil.
Wissenschaftlich dreht sich das Projekt EQUIP um die Frage, ob sich die Herstellung von Lipid-basierten Nanopartikeln datengetrieben automatisieren und optimieren lässt. Diese Nanopartikel dienen als Transportvehikel, um Wirkstoffe gezielt innerhalb des menschlichen Körpers zu transportieren. Bisher wurde dieses Verfahren schon erfolgreich für mRNA-Impfstoffe wie gegen das Corona-Virus eingesetzt – in Zukunft sollen damit personalisierte Krebstherapien möglich werden.
„Das Projekt ist unheimlich wichtig für die Region und für die Hochschule. Es ist die Chance, Dinge zu vernetzen: Data Science und Automatisierung, erweitert um Life Sciences“, erläuterte Projektleiter Prof. Dr. Jan Hansmann von der THWS. „Die Region Mainfranken ist traditionell von der Automobilindustrie geprägt, aber jetzt besteht die Chance, mit diesen Kenntnissen auch neue Wege zu gehen.“ Ziel der Kick-off-Veranstaltung war es, die Vertreterinnen und Vertreter aller Projektpartner miteinander zu vernetzen, Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zu klären und gemeinsam die nächsten Schritte zu planen.
Zunächst stellte Prof. Dr. Tobias Kaupp das Center für Robotik (CERI) an der THWS vor, das für EQUIP Kompetenzen in der Robotik und Automatisierung beisteuern wird. Prof. Dr. Norbert Strobel, Leiter des Instituts für Medizintechnik (IMES) an der THWS, beschrieb dessen Fokus auf Medizinprodukteentwicklung, Sensor- und Messtechnik sowie intelligente Datenanalyse und Laborautomatisierung. Außerdem sei die Medizintechnik Bestandteil des Bachelorstudiengangs Elektro- und Informationstechnik.
Wissenstransfer für heimische Wirtschaft
Dr. Christoph Malkmus, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IMES, erläuterte die drei Phasen des Projekts EQUIP: Zunächst solle die nötige Laborinfrastruktur aufgebaut werden, um in der zweiten Phase mit dem gemeinsamen Forschungsprojekt der Partner THWS, FAU, Fraunhofer ISC starten zu können. In der dritten Phase finde die Qualifizierung der Studierenden und Forschenden sowie der Wissenstransfer in die heimische Wirtschaft statt.
Das ISC und das IMES arbeiteten schon seit längerem erfolgreich zusammen, schilderte Projektleiter Prof. Dr. Hansmann. Um EQUIP voranzutreiben, bringe jeder der Kooperationspartner spezifisches Wissen mit: Die FAU werde Know-how über Lipid-basierte Nanopartikel beisteuern, das Fraunhofer ISC stellt die Testung von 3D-Gewebemodellen zur Verfügung und die THWS bringe Ingenieurwissen ein, um die Automatisierung voranzutreiben. Doch zuerst müsse der komplexe Herstellungsprozess bis ins Detail verstanden werden: „Warum haltet Ihr die Pipette schräg und nicht gerade?“, nannte Prof. Dr. Hansmann als ein Beispiel für die zahlreichen Fragen zu den Prozessschritten. Prof. Dr. Strobel unterstrich die Notwendigkeit, Prozesse maschinenlesbar zu machen: Wissen müsse standardisiert und strukturiert dokumentiert werden, denn ungleiche Begrifflichkeiten erschwerten die Automatisierung: „Wenn es heißt, ,über Nacht‘ – wie lang ist das? Sieben Stunden, acht Stunden oder kürzer?“ Interdisziplinäre Kommunikation sei bei Prozessbeschreibungen oft fehleranfällig. Dieser Aufwand lohne sich aber, da Roboter am Ende den Prozess ohne Abweichungen wiederholen könnten, während es bei Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungsstufen schnell zu unterschiedlichen Ergebnissen käme.
Auch für Prof. Dr. Dagmar Fischer vom Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie an der FAU ist der Ansatz des EQUIP-Projekts Neuland: „Wir sind total begeistert, dabei zu sein, und freuen uns auf das Transferpotenzial.“ Auf Lipid-basierte Nanopartikel zu setzen, sei ein neuartiges Konzept, das großes Potenzial habe. Sie freue sich darauf, eine nachhaltige Forschungsinfrastruktur zu schaffen, auch über den Zeitrahmen des Projekts hinaus.
Per Videobotschaft schaltete sich der Inhaber des Lab Automation Networks, Dr. Martin Winter, dazu: Sein Unternehmen werde für die Skalierbarkeit des Projekts sorgen sowie Erfahrung mit den nötigen Regularien mitbringen. Markus Holle, Wirtschaftsförderer der Stadt Schweinfurt, beschrieb die Herausforderung, möglichst viele Industriepartner zu gewinnen und dabei ganz Mainfranken in den Blick zu nehmen. Dies betonte auch Bettina Gardenne von der Region Mainfranken GmbH – ein branchenübergreifender Nutzen des Projekts sei besonders wichtig, Best-Practice-Beispiele müssten möglichst breit kommuniziert werden.
Das Projekt EQUIP wird bis ins Jahr 2029 laufen und wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt wird und dem Freistaat Bayern mit rund 2,3 Mio. Euro gefördert.
Über HAW-ForschungsraumQualifizierung
Mit dieser bundesweiten Förderrichtlinie unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Technische Hochschulen und Hochschulen für angewandte Wissenschaften dabei, ihr Forschungsprofil zu stärken und Forschende in frühen Karrierephasen in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Für diesen Zweck sollen sogenannte Forschungsräume entstehen, die sowohl Kooperationspartner aus der Industrie wie auch Studierende aus dem In- und Ausland anziehen. Die Förderung finanziert Geräte und Ausstattung sowie Projekte, die der wissenschaftlichen Qualifizierung von Nachwuchskräften sowie der Weiterbildung der Industrie dienen.
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.200 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
Prof. Dr. Jan Hansmann
jan.hansmann@thws.de
https://www.forschung-haw.de/fachhochschulen/de/aktuelles/neues-aus-haw/2025/pro...
https://www.thws.de/forschung/institute/imes/
Die Projektpartnerinnen und Projektpartner der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, der Frie ...
Source: THWS/Eva Kaupp
Copyright: THWS/Eva Kaupp
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Chemistry, Electrical engineering, Information technology, Materials sciences, Medicine
transregional, national
Research projects, Transfer of Science or Research
German

Die Projektpartnerinnen und Projektpartner der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt, der Frie ...
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