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03/06/2026 12:38

KI-Tools auf dem Vormarsch im Hochschulalltag

Grit Gröbel Pressestelle
Fachhochschule Erfurt

    Umfrage des Forschungsprojekts MoKITUL zeigt: 90 Prozent der Studierenden und Lehrenden nutzen KI-Tools im Studium und in der Lehre – vor allem für Textverarbeitung, Recherche und Verständnisfragen. Doch fehlendes Vertrauen und rechtliche Unsicherheiten bleiben Hürden.

    Im Rahmen des Forschungsprojekts MoKITUL – „Moderne KI-basierte Tools zur Unterstützung der Lehre an Hochschulen“ – der Fachhochschule Erfurt wurden 102 Studierende und Lehrende an Thüringer Hochschulen im Jahr 2025 zu ihren Erfahrungen mit KI-gestützten Werkzeugen im Studien- und Lehralltag befragt. Die Ergebnisse zeigen: Künstliche Intelligenz ist bereits im Hochschulalltag angekommen und wird von einer großen Mehrheit genutzt – zugleich begegnen viele dieser Technologie noch mit Zurückhaltung.

    Rund 90 Prozent der Befragten nutzen KI-Tools im Studium oder in der Lehre. Studierende greifen dabei etwas häufiger zu den digitalen Helfern als Lehrende. Eingesetzt werden die Anwendungen vor allem für Textverarbeitung, zur Recherche und um Verständnisfragen zu klären. Zugleich bringt die Mehrheit den Antworten der KI kein uneingeschränktes Vertrauen entgegen.

    Der Blick auf verschiedene Fachrichtungen offenbart Unterschiede in der KI-Nutzung: In den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) werden KI-Werkzeuge bevorzugt für Programmierung und Multimedia-Anwendungen genutzt, während in den Sozialwissenschaften eher Hilfe bei Datenanalyse und Präsentationserstellung gefragt ist. Über alle Disziplinen hinweg wünschen sich die Befragten jedoch vor allem mehr Unterstützung bei der Recherche, beim Zusammenfassen von Informationen und in der Datenanalyse.

    Studierende wie Lehrende erhoffen sich von KI-Tools insgesamt eine spürbare Entlastung im Arbeitsalltag. Gewünscht wird Unterstützung beispielsweise bei der Recherche, beim Übersetzen, der Datenanalyse und der Ideenfindung sowie bei der Erstellung von Lernmaterialien und Übungsaufgaben. Auch für die Entwicklung neuer Lehr- und Lernmethoden wird KI großes Potenzial zugeschrieben. Viele Befragte erwarten zudem, dass KI-Routineaufgaben automatisiert und so die Arbeitsbelastung verringert.

    Trotz dieser Chancen gibt es auch Hürden beim KI-Einsatz.
    Fehlerhafte Antworten und die teils geringe Qualität der aktuellen KI-Tools hindern viele Studierende daran, diese häufiger einzusetzen. Einige befürchten zudem, durch eine intensive KI-Nutzung zu abhängig zu werden, oder sehen rechtliche Unklarheiten bei der Verwendung der Technologie. Lehrende äußern darüber hinaus verstärkt Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, der Sicherheit und der transparenten Verwendung von Daten.

    Auch die Lehre selbst wandelt sich durch den KI-Einsatz.
    Bereits etwa ein Drittel der Lehrenden hat KI-Anwendungen in Lehrpläne integriert oder Prüfungsformate an die neuen technischen Möglichkeiten angepasst. In vielen Lehrveranstaltungen werden KI-Tools aktiv eingebunden – zum Beispiel für kreative Projektarbeiten oder, um KI-generierte Ergebnisse gemeinsam kritisch zu analysieren. In Prüfungen rückt der Schwerpunkt stärker auf das Verständnis, die Begründung und die Anwendung von Wissen, anstatt nur Faktenwissen abzufragen.

    Klar wird auch, welche Anforderungen gute KI-Werkzeuge erfüllen müssen. Die Befragten legen großen Wert auf Wissenschaftlichkeit, Benutzerfreundlichkeit, fehlerfreie Ergebnisse und Datensicherheit. So sollten KI-Antworten inhaltlich korrekt und logisch nachvollziehbar sein sowie auf qualitativ hochwertigen, seriösen Quellen basieren. Nur wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, kann Künstliche Intelligenz ihr Potenzial in Studium und Lehre voll entfalten und langfristig breite Akzeptanz finden.

    Kontakte:
    Prof. Rolf Kruse, Professor für Digitale Medien und Gestaltung, Fachrichtung Angewandte Informatik an der FH Erfurt, E-Mail: rolf.kruse@fh-erfurt.de
    Prof. Dr. Marcel Spehr, Professor für Web-Engineering, Fachrichtung Angewandte Informatik an der FH Erfurt, E-Mail: marcel.spehr@fh-erfurt.de


    More information:

    https://ai.fh-erfurt.de/forschung-projekte/forschungsprojekte/mokitul Forschungsprojekt MoKITUL


    Images

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    attachment icon FHE_Poster_Umfrage_MoKITUL

    Criteria of this press release:
    Journalists
    Information technology
    transregional, national
    Research results
    German


     

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