Mit dem Landespreis Hochschullehre und einem Preisgeld in Höhe von 24.000 Euro ist Dr. Sinan Durant vom Zentrum Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakultät der Saar-Universität ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt das vom Lehrteam Allgemeinmedizin entwickelte und von Dr. Durant geleitete „interuniversitäre PJ-Teaching“ – ein neues digitales Lehrformat für das Praktische Jahr (PJ) im Fach Allgemeinmedizin, das gemeinsam mit 14 deutschen Universitäten durchgeführt wird. Der mit 2.000 Euro dotierte Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement geht an das Projekt „Teddyklinik Homburg“ unter der Leitung von Maria Römbke und Julien Wallasch.
Die Auszeichnungen wurden am 13. März 2026 vom Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft im Rahmen einer Vergabefeier in der Alten Evangelischen Kirche St. Johann verliehen.
Lehrprojekt „interuniversitäres PJ-Teaching“:
Während des Praktischen Jahres, das sich im Medizinstudium ans zehnte Semester und das zweite Staatsexamen anschließt, setzen die Studierenden ihre theoretischen Kenntnisse erstmals in die Praxis um. Im Fach Allgemeinmedizin läuft diese Ausbildung dezentral in unterschiedlichen Lehrpraxen ab. Parallel dazu können die Studierenden PJ-Lehrkurse absolvieren, die bisher rein in Präsenz auf dem Homburger Campus stattfanden. Eine kontinuierliche Teilnahme an diesem Unterricht ist jedoch oft schwierig umzusetzen – insbesondere dann, wenn die Studierenden in Praxen ländlicher Regionen ausgebildet werden.
Hier schafft das neue Lehrprojekt des Zentrums Allgemeinmedizin in Homburg Abhilfe: Unter der Leitung von Dr. Sinan Durant hat das Team ein Konzept entwickelt, das Studierende während des gesamten Praktischen Jahres kontinuierlich begleitet – das „interuniversitäre PJ-Teaching“. „Mit diesem Konzept wird der ursprünglich nur in Präsenz stattfindende Unterricht durch interaktive Online-Seminare ergänzt, was den Studierenden die Organisation ihrer Ausbildung erleichtert“, erläutert Sinan Durant. Er ist Arzt in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum Allgemeinmedizin tätig.
Sein Konzept, für das er jetzt mit dem Landespreis Hochschullehre 2025 ausgezeichnet wurde, verbindet Fallbesprechungen, Workshops und Kleingruppenarbeit. Dabei bearbeiten die Studierenden reale hausärztliche Fallbeispiele, skizzieren diagnostische und therapeutische Schritte anhand aktueller Leitlinien – und erhalten Feedback. Zusätzlich werden sie durch eine digitale Plattform mit Seminarlinks, Podcasts und weiterführenden Materialien unterstützt. Das Curriculum orientiert sich hierbei bereits an den zukünftigen Vorgaben des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs Medizin sowie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM).
Als zentrale Besonderheit hebt Sinan Durant die bundesweite Vernetzung des neuen Lehrkonzepts hervor: „Vierzehn medizinische Fakultäten beteiligen sich mit ihren Lehrinhalten gleichberechtigt am gemeinsamen PJ-Teaching“, betont er. Seither finden deutschlandweit regelmäßige Online-Kurse für PJ-Studierende statt. Zudem führt die interuniversitäre Kooperation zu einem intensiven Austausch über Lerninhalte, Lehrmethoden und didaktische Innovationen – auch über das Praktische Jahr hinaus.
Dass die Studierenden mit dem Angebot zufrieden sind und es weiterempfehlen würden, zeigt die Evaluierung der ersten Veranstaltungsreihe. Viele geben auch an, dass sie in ihrem Wunsch bestärkt wurden, Allgemeinmedizin als Facharztweiterbildung zu wählen.
Projekt „Teddyklinik Homburg“:
Kindern die Angst vor einem Arztbesuch nehmen und ihnen Gelegenheit geben, das ärztliche Umfeld in Eigenregie zu erkunden – das ist das Ziel der „Teddyklinik Homburg“, die Homburger Medizinstudierende seit etwa zehn Jahren ehrenamtlich organisieren. Geleitet wird das Projekt von Julien Wallasch und Maria Römbke. Für ihren unermüdlichen, eigenverantwortlichen Einsatz wurden sie nun mit dem Sonderpreis für herausragendes studentisches Engagement in der Lehre ausgezeichnet.
Einmal im Jahr veranstalten die beiden Studierenden eine Teddyklinik im Saalbau Homburg – unterstützt von einem Organisationsteam aus 73 Mitgliedern und zwölf Gruppenleitern. Mehr als 180 Medizinstudierende waren bei der letzten Teddyklinik im November 2025 aktiv. Über vier Tage hinweg betreuten und versorgten sie rund eintausend Kinder und ihre Teddy-Patienten: vom Pinguin mit Schnupfen über gebrochene Drachenflügel bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen für die Plüschpatienten. Die Kinder helfen bei der Behandlung meist begeistert mit – beispielsweise am selbstgebauten Computertomografen, im Labor oder im Teddy-Operationssaal. Auch einen Sehtest oder Zähneputzen konnten die Kinder gemeinsam mit ihrem Kuscheltier erleben, da auch die Sehschule und Studierende der Zahnmedizin die Teddyklinik unterstützen.
„Wir zeigen kindgerecht den Umgang mit ärztlichen Gerätschaften, wie zum Beispiel dem Stethoskop, Reflexhammer oder dem gebastelten Teddy-Röntgengerät, bis hin zum Sehtest und Operationen an Teddys. Da viele Kinder verständlicherweise Angst vor ungewohnten Situationen haben, kann so die Angstreaktion bei einem zukünftigen Arztbesuch vermindert werden“, erläutert Julien Wallasch.
Bei vielen Kindergärten und Grundschulen im Umkreis ist der Besuch der Teddyklinik zu einem festen Termin im Jahr geworden. „Das Team erhält immer viele dankbare Rückmeldungen“, berichten die Preisträger. Auch die Studierenden profitieren von der Veranstaltung, da sie hier ihre kommunikativen und organisatorischen Kompetenzen stärken und ihre handwerklichen Fertigkeiten schulen können – beispielsweise beim Basteln medizinischer Geräte im „Teddy-Maßstab“. Die „Teddyklinik Homburg“ begleitet inzwischen viele Generationen von Medizinstudierenden; als eine der größten Teddykliniken Deutschlands hat sie sogar nationale Aufmerksamkeit erreicht.
Auf Initiative der Studierenden hin wurde die „Teddyklinik“ 2024 unter der Leitung von Professorin Carola Meier auch als offizielles Wahlfach des vorklinischen Abschnitts des Medizinstudiums etabliert. Studierende des Wahlfachs werden beispielsweise in Themen wie Kinderreanimation und Kinderschutz eingeführt und lernen, wie man im Kontext der Teddyklinik mit den Kindern kommuniziert. „Von den Studierenden bekommen wir zahlreiche positive Rückmeldungen, beispielsweise, dass ihnen der Umgang mit den Kindern an der Teddyklinik mehr Sicherheit für klinische Situationen gibt. Zudem können die Studierenden schon mal laienverständliche Formulierungen der komplexen medizinischen Fachsprache üben, was in allen Fachrichtungen benötigt wird“, betont Preisträgerin Maria Römbke.
Der saarländische Landespreis Hochschullehre:
Der Landespreis Hochschullehre wird seit 2003 jedes Jahr von dem zuständigen Ministerium verliehen. Der Preis würdigt herausragende und innovative Leistungen in der Lehre an Hochschulen im Saarland aus dem vergangenen Jahr. Gleichzeitig werden Dozentinnen und Dozenten dazu ermuntert, neue Wege der Vermittlung zu suchen und zu erproben. Das Preisgeld in Höhe von 48.000 Euro soll der weiteren Verbesserung der Qualität in der Lehre dienen und kann auf mehrere Preisträger aufgeteilt werden. Seit dem Jahr 2023 vergibt das Ministerium der Finanzen und für Wissenschaft zusätzlich einen Sonderpreis in Höhe von 2.000 Euro für besonderes studentisches Engagement mit Vorbildcharakter.
Infos unter:
https://www.saarland.de/mfw/DE/portale/wissenschaft/informationen/foerderung/pre... und https://www.uni-saarland.de/dezernat/ls/qualitaetsinstrumente/landespreis-hochsc...
Kontakt für Rückfragen:
Katharina Kessler
Leitung Lehr-Lern-Innovation
Universität des Saarlandes
E-Mail: katharina.kessler@uni-saarland.de
http://www.uni-saarland.de/dezernat/ls
Für das Lehrprojekt „interuniversitäres PJ-Teaching“
Prof. Dr. med. Fabian Dupont
Wissenschaftliche Projektleitung-Lehrentwicklung
Zentrum Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät der Universität des Saarlandes
Tel.: +49 6841 16-26802
E-Mail: fabian.dupont@uni-saarland.de
https://www.uni-saarland.de/fakultaet-m/zentrum-allgemeinmedizin/ueber-uns/unser...
Für das Projekt „Teddyklinik Homburg“
Prof. Dr. Carola Meier
Studiendekanin der Medizinischen Fakultät
Universität des Saarlandes
Tel.: +49 6841 16-26106 / -26073
E-Mail: carola.meier@mx.uni-saarland.de
Von links nach rechts: Prof. Dr. med. Johannes Jäger (Leiter des Zentrums Allgemeinmedizin), Dr. Sar ...
Source: Eunike Bär
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students, all interested persons
Medicine
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German

Von links nach rechts: Prof. Dr. med. Johannes Jäger (Leiter des Zentrums Allgemeinmedizin), Dr. Sar ...
Source: Eunike Bär
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