Kinderonkologisches Zentrum am Universitätsklinikum erhält die Akkreditierung nach JACIE für die Stammzelltransplantation bei Kindern. Die Akkreditierung bestätigt die Einhaltung strenger internationaler Qualitätsstandards bei Stammzelltransplantationen sowie bei modernen zelltherapeutischen Verfahren. Gemeinsam mit der Medizinischen Klinik I wird Behandlungskontinuität bei Leukämie und ähnlichen Krankheitsbildern vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter ermöglicht.
JACIE – fünf Buchstaben mit großer Wirkung. Hinter der Abkürzung verbirgt sich eine der wichtigsten internationalen Zertifizierungen für Qualitätsstandards in der Stammzelltransplantation in Europa. Nun trägt auch die Kinderonkologie (KIO) am Universitätsklinikum dieses Gütesiegel – und schafft damit neue Perspektiven für kleine und junge Patientinnen und Patienten.
Gemeinsam und im Verbund mit der Medizinischen Klinik I (MK I) hat die Kinderonkologie erfolgreich den anspruchsvollen JACIE-Zertifizierungsprozess durchlaufen. Die Akkreditierung bestätigt die Einhaltung internationaler Qualitätsstandards bei Stammzelltransplantationen sowie bei modernen zelltherapeutischen Verfahren, etwa der CAR-T-Zelltherapie. Die Prüforganisation bescheinigt damit eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung auf höchstem Niveau. Durch die enge Zusammenarbeit beider Kliniken ist das Universitätsklinikum nun der erste und bislang einzige JACIE-akkreditierte Standort für die Stammzelltransplantation bei Kindern in Sachsen.
„Die Akkreditierung und das damit verbundene JACIE-Zertifikat sind eine wichtige Bestätigung unserer Arbeit im gesamten Team“, sagt Prof. Dr. Denis Schewe, Leiter des Kinderonkologischen Zentrums. „Medizinisch und organisatorisch bewegen wir uns damit auf internationalem Spitzenniveau und wollen uns auch in Zukunft daran messen lassen. Gleichzeitig gibt uns das Zertifikat wichtigen Rückenwind für die Weiterentwicklung innovativer Zell- und Gentherapien, die auch in der Kindermedizin große Zukunftsperspektiven bieten.“
Ein weiterer zentraler Aspekt ist die langfristige Betreuung der Patientinnen und Patienten. „Behandlungskontinuität ist für uns nicht nur ein Schlagwort, sondern gelebter Klinikalltag“, betont Schewe. „Kinder und Jugendliche, die in der Kinderonkologie erfolgreich behandelt wurden, benötigen auch im Erwachsenenalter eine verlässliche Nachsorge. Durch die enge Zusammenarbeit am Universitätsklinikum können wir eine spezialisierte und durchgängige Betreuung während und nach Stammzelltransplantationen gewährleisten.“
Mit der Akkreditierung eröffnen sich zudem neue Möglichkeiten für den Einsatz modernster Zell- und Gentherapien im Bereich der Kinderonkologie. Dazu gehört auch die Teilnahme an wichtigen europäischen klinischen Studien sowie der Zugriff auf internationale Stammzelldatenbanken. „Die Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern ist heute wichtiger denn je“, erklärt Prof. Dr. Johannes Schetelig, Bereichsleiter Stammzelltransplantation. „Um passende Spenderinnen und Spender zu finden, müssen wir über Ländergrenzen hinweg suchen. Die JACIE-Akkreditierung schafft Voraussetzungen dafür, dass einheitliche Qualitätskriterien für die Herstellung, den Transport und die Verabreichung von Stammzellen gelten.
Ein Schwerpunkt der Medizinischen Klinik I liegt seit vielen Jahren auf der Behandlung bösartiger Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems mit zellulären Therapieansätzen. Das von der Mildred-Scheel-Stiftung unterstützte Transplantationszentrum arbeitet dabei eng interdisziplinär zusammen. „Wenn Kinder an Leukämie erkranken, setzen wir gemeinsam alle Prozesse in Bewegung, die zu ihrer Heilung beitragen können“, sagt Prof. Dr. Bornhäuser, Direktor der Medizinischen Klinik I. „Die gemeinsame JACIE-Akkreditierung ist ein wichtiger Meilenstein dieser Zusammenarbeit. Gleichzeitig profitieren wir in unserer Arbeit sehr vom Austausch mit den Kinderärztinnen und Kinderärzten – ein entscheidender Faktor, um uns gemeinsam weiterzuentwickeln und die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten kontinuierlich zu verbessern.“
Hintergrund:
JACIE ist eine nicht-kommerzielle europäische Organisation, welche Ihren Hauptsitz in Barcelona hat. JACIE steht dabei für: Joint Accreditation Comittee ISCT EBMT. JACIE wurde 1998 durch die beiden führenden Organisationen für Stammzelltransplantationen in Europa, zum einen die International Society for Cellular Therapy (ISCT) und zum anderen durch die European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) gegründet. Ziel von JACIE ist die Etablierung und Überwachung von Qualitätsstandards für die Stammzelltransplantation in Europa.
Stammzelltransplantationen bzw. Stammzelltherapie sind bei verschiedenen Krankheitsbildern des blutbildenden Systems, wie z. b. Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs, als Behandlungsmethoden einsetzbar. Dabei werden den Patienten Stammzellen zugeführt, um das blutbildende System bzw. das Immunsystem grundlegend wieder aufzubauen. Dabei unterscheidet man zwischen einer autologen Stammzelltransplantation (die Blutstammzellen vom Patienten selbst) und der allogenen Stammzelltransplantation. Bei letzterer ist der Patient auf eine Spende angewiesen. Kommen dafür keine direkten Verwandten infrage, wird mittels internationaler Datenbanken nach potentiellen Fremdspendern gesucht.
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
Alexander Hesse, Pressesprecher
Tel. 0351 / 458-4164
E-Mail: pressestelle@uniklinikum-dresden.de
Dr. Désirée Kunadt, Prof. Dr. Johannes Schetelig, Catrin Theuser, Prof. Dr. Bornhäuser, Dr. Maria Po ...
Source: UKDD/Alexander Hesse
JACIE-Zertifizierung für die Kinderonkologie am Universitätsklinikum Dresden Achtung Zweckbindung: P ...
Source: UKDD/Alexander Hesse
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
transregional, national
Contests / awards, Transfer of Science or Research
German

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