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03/19/2026 16:40

Neue Vermessung zeigt beschleunigten Gletscherschwund

Ralf Kastner Hochschulkommunikation
Hochschule München

    Gemeinsame Pressemitteilung Hochschule München und BAdW

    Die Bayerischen Gletscher schmelzen in Rekordgeschwindigkeit: Aktuelle Vermessungen aus dem Herbst 2025 belegen, dass die Eisflächen seit 2023 mehr als ein Viertel ihrer Fläche eingebüßt haben. Gemeinsam mit der Hochschule München (HM) legt die Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW) nun kurz vor dem Weltgletschertag am 21. März aktuelle Daten vor, die den beschleunigten Rückgang der Gletscher dokumentieren.

    Eine neue Vermessung der Bayerischen Gletscher im Herbst 2025 durch ein Team von Glaziologen der HM und der BAdW zeigte massiven Eisverlust: Insgesamt verloren die Bayerischen Gletscher zwischen 2023 und 2025 mehr als ein Viertel ihrer Fläche. Die jährliche Verringerung der Eisdicke lag im Mittel bei 1,6 Meter pro Jahr – und damit doppelt so hoch wie in der vorhergehenden Periode 2018–2023, in der die Gletscher durchschnittlich 0,8 Meter dünner wurden. Insgesamt verloren sie in nur zwei Jahren rund eine Million Kubikmeter Eis.

    Starke Unterschiede zwischen den Gletschern
    Die Gletscher in Berchtesgaden – das Blaueis und der Watzmanngletscher – erfuhren sogar Flächenverluste über 40%, was auf einen tatsächlichen Zerfall der letzten Eisreste hinweist. Der Höllentalferner hingegen zeigt sich deutlich stabiler: Er verlor im gleichen Zeitraum nur 9% seiner Fläche. Der Nördliche Schneeferner büßte mit einem Dickenverlust von 4,85 Meter beinahe doppelt so viel ein wie die übrigen Gletscher (Durchschnitt: 2,5 Meter). Dies wirkt sich auch auf die Nutzung der Gletscher aus, erklärt HM-Professor Wilfried Hagg: „Der Schlepplift, der in diesen Tagen abgebaut wird, war durch die starke Absenkung der Eisoberfläche nicht mehr haltbar. Im Bereich der Lifttrasse hat der Gletscher 7 bis 8 Meter in der Vertikalen eingebüßt. Damit verliert Deutschland sein einziges Gletscherskigebiet.“

    Rekordtemperaturen an der Zugspitze
    Hauptursache des beschleunigten Gletscherschwunds ist der Klimawandel. Die Jahre 2024 und 2025 waren nicht nur global die wärmsten seit Aufzeichnungsbeginn, sondern auch im deutschen Alpenanteil: An der Zugspitze lag das Temperaturmittel beider Jahre mehr als 2°C über dem Durchschnitt der 125-jährigen Messreihe. Die Ergebnisse fügen sich damit in das weltweite Bild höchster Gletscherverluste der vergangenen Jahre ein.

    „Wir sehen, dass die Gletscher inzwischen in einem rasanten Tempo abschmelzen“, erklärt Glaziologe Christoph Mayer, BAdW, die Ergebnisse. „Die Geschwindigkeit des Gletscherschwundes hat sich in den letzten Jahren verdoppelt – die Gletscher in Berchtesgaden sind nur noch ein kleiner Rest. Der nördliche Schneeferner geht auch zügig seinem Ende zu, da er durch seine südliche Ausrichtung deutlich mehr Höhe verliert als der Höllentalferner in seiner schattigen Tallage. Die beinahe ausschließlich von Menschen verursachte Veränderung des Klimas in den letzten Jahren ist der Hauptgrund für die starken Verluste, während die Unterschiede zwischen den Gletschern auf die lokalen Besonderheiten zurückzuführen sind“, betont er.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Wilfried Hagg
    E-Mail: wilfried.hagg@hm.edu


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    Das Blaueis bei Berchtesgaden: Der kleinste Gletscher Deutschlands verlor zwischen 2023 und 2025 über 44 Prozent seiner Fläche
    Das Blaueis bei Berchtesgaden: Der kleinste Gletscher Deutschlands verlor zwischen 2023 und 2025 übe ...
    Source: Wilfried Hagg

    Der Schlepplift am Nördlichen Schneeferner ist durch die starke Absenkung der Eisoberfläche nicht mehr haltbar
    Der Schlepplift am Nördlichen Schneeferner ist durch die starke Absenkung der Eisoberfläche nicht me ...
    Source: Wilfried Hagg


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
    Environment / ecology, Geosciences
    transregional, national
    Research results
    German


     

    Das Blaueis bei Berchtesgaden: Der kleinste Gletscher Deutschlands verlor zwischen 2023 und 2025 über 44 Prozent seiner Fläche


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