idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instance:
Share on: 
03/20/2026 15:08

29. Marburger Gespräche zum Pharmarecht

Martin Schäfer Stabsstelle Hochschulkommunikation
Philipps-Universität Marburg

    Wie Umwelt, Preise und Innovation die Arzneimittelversorgung prägen

    Wie lassen sich wirksame Medikamente bezahlbar halten, umweltverträglich herstellen und rechtssicher auf den Markt bringen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der 29. Marburger Gespräche zum Pharmarecht am 12. und 13. März. Rund 150 Fachleute aus Wissenschaft, Industrie, juristischer Praxis und Gesundheitswesen kamen in Marburg zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren. Veranstaltet wurde die Tagung vom Förderkreis der Forschungsstelle für Pharmarecht der Philipps-Universität Marburg.

    Umweltverantwortung rückt stärker in den Fokus

    Ein zentrales Thema war die wachsende Umweltverantwortung der Pharmaindustrie. So ging es unter anderem um Arzneimittelrückstände in Gewässern – ein Problem, das durch die Anwendung von Medikamenten entsteht und damit unmittelbar mit der Versorgung von Patient*innen verknüpft ist. Diskutiert wurde unter anderem, wer künftig die Kosten für zusätzliche Reinigungsstufen in Klärwerken tragen soll. Auch die Frage, wie ökologische Kriterien in die Beschaffung von Arzneimitteln integriert werden können, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden, spielte eine wichtige Rolle.

    15 Jahre AMNOG: Bilanz und Perspektiven

    Einen weiteren Schwerpunkt bildete das 15-jährige Bestehen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (AMNOG). Die Expert*innen zogen eine kritische Bilanz: Wie gut gelingt es, Innovationen zu fördern und gleichzeitig die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung zu begrenzen? Dabei wurde auch die aktuelle Rechtsprechung zum GKV-Stabilisierungsgesetz eingeordnet. Internationale Entwicklungen – etwa in den USA – zeigen zudem, wie stark globale Märkte die Verfügbarkeit und Preise von Medikamenten beeinflussen.

    Der lange Weg eines Medikaments

    Am zweiten Tag rückten die rechtlichen Grundlagen der Arzneimittelentwicklung in den Fokus. Themen wie der Schutz von Studiendaten, Grenzen des Pre-Marketings oder die Regulierung klinischer Prüfungen machen deutlich, wie komplex der Weg eines Medikaments von der Forschung bis zur Anwendung ist – und wie stark rechtliche Rahmenbedingungen darüber entscheiden, wann und wie neue Therapien Patientinnen und Patienten erreichen.

    Die Marburger Gespräche zum Pharmarecht gelten als größte pharmarechtliche Fachveranstaltung in Deutschland und leben vom Austausch zwischen Theorie und Praxis. Sie zeigen, dass Fragen des Pharmarechts weit über juristische Fachkreise hinausreichen: Es geht um den Zugang zu Innovationen, um die Stabilität der Gesundheitsversorgung und um den verantwortungsvollen Umgang mit Umweltressourcen.
    Traditionell klang der erste Veranstaltungstag mit einem Abendessen im Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses aus, bei dem Dr. Sonja Optendrenk, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, sprach. Auch der wissenschaftliche Nachwuchs war eingebunden: Im Anschluss des Symposiums fand ein Kolloquium zu neuen Offenlegungsregelungen für Medizinprodukte und Arzneimittel statt.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Wolfgang Voit
    Fachbereich Rechtswissenschaften
    Philipps-Universität Marburg
    Tel.: 06421 28-21712
    E-Mail: pharmarecht@jura.uni-marburg.de


    More information:

    https://www.forschungsstelle-pharmarecht.de


    Images

    Criteria of this press release:
    Journalists
    Law, Medicine
    transregional, national
    Scientific conferences, Transfer of Science or Research
    German


     

    Help

    Search / advanced search of the idw archives
    Combination of search terms

    You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.

    Brackets

    You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).

    Phrases

    Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.

    Selection criteria

    You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).

    If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).