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03/23/2026 11:24

Matten auf dem Waldboden

Dr. Simon Thijs Kommunikation & Marketing
Universität Trier

    Befahrungen mit Forstmaschinen verursachen oft Bodenschäden im Wald. Eine Forschungsarbeit der Universität Trier zusammen mit den Landesforsten Rheinland-Pfalz zeigt, dass ein Mattensystem, aufgebracht als schützende Auflage auf den Waldboden, die Schadeinwirkungen deutlich reduzieren kann.

    Wer ab und zu im Wald spazieren geht, hat sicher schon bemerkt, dass Forstmaschinen teilweise tiefe Fahrspuren hinterlassen. Was unschön aussieht, ist auch ökologisch gesehen problematisch. Nachhaltige Schäden betreffen nicht nur die obersten Bereiche des Waldbodens, sondern reichen tief. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass das hohe Gewicht der Forstmaschinen den Boden besonders unter feuchten Witterungsbedingungen verdichtet. „Zum Teil wird der Boden bei Befahrung nahezu durchgeknetet. Das führt zu nachhaltigen, teilweise irreversiblen Störungen, sodass der Waldboden seine ökologisch wichtige Funktion nicht mehr erfüllen kann“, erklärt Bodenkundler Dr. Raimund Schneider, der seit rund 40 Jahren Befahrungseffekte und deren Wirkungen auf Böden untersucht. Beispielsweise wird das Wurzelwachstum gehemmt, die Durchlüftung stark reduziert und der Lebensraum für Bodenorganismen geht verloren – teils für viele Jahrzehnte.

    Immer mehr Kleintechnik im Forst

    „Der Maschineneinsatz zur Manipulation der schweren Holzstämme ist technisch unvermeidbar. Um flächige Bodenschäden zu vermeiden, konzentrieren sich die Befahrungen mit schweren Fortmaschinen auf sognannte Rückegassen, die inzwischen in der Regel im Abstand von 40 m befahren werden“, erklärt der zuständige Fachreferent Ingo Siebert der Landesforsten. Allerdings haben die Bodenschutzmaßnahmen, zunehmende Personalknappheit und weitreichende Klimafolgeschäden in den Wäldern dazu geführt, dass sich sog. „Forstliche Kleintechnik“ (Forstraupen) etabliert hat, deren Anwendungsbereiche sich sukzessive erweitern. Forstbetriebsarbeiten, wie z.B. Baumpflanzungen auf unbefahrenen und gegenüber Druckbelastungen empfindlichen Waldböden zwischen den Rückegassen können so mechanisiert erfolgen.

    Allerdings ist die technische Möglichkeit nicht zwangsläufig mit der besten Lösung gleichzusetzen. „Daher ist es wichtig, dass Forschung und Forstpraxis gemeinsam Strategien entwickeln, um Waldböden zu schützen und gleichzeitig nachhaltig nutzen zu können“, erklärt Geowissenschaftler Dr. Björn Klaes aus der Bodenkunde der Universität Trier. Schonender könnten bei vielen Aufgaben die Verbindung kleiner, leichter Forstraupen mit einem portablen Mattensystem sein. Ein Team der Universität Trier und den Landesforsten Rheinland-Pfalz hat genau das im Hunsrück auf feuchten Waldböden getestet.

    Matten könnten Bodenregeneration fördern

    „Unsere Ergebnisse zeigen, dass sogar die leichteren Forstraupen den unbefahrenen Boden nachhaltig schädigen können. Das Mattensystem bietet dagegen einen relativ guten Schutz“, sagt Ingo Siebert, der über den Einsatz des Systems im Fach Bodenkunde promoviert. Es zeigte sich sogar, dass im Boden nach mehreren Fahrten über die Matten größere Risse entstanden sind, die zur Regeneration des Waldbodens nach der Befahrung beitragen könnten. Dies muss aber erst noch in Langzeitstudien intensiv untersucht werden.
    Weitere Versuchsergebnisse mit schweren Forstmaschinen auf Rückegassen bestätigen, dass das Mattensystem auch hier deutliche Bodenschutzwirkungen erzielt. „Die Einsatzbereiche dieses Systems sehen wir vor allem auf Sonderstandorten und bei der Ernte von besonders hochwertigen Bäumen“, schildert Ingo Siebert.

    Die enge Zusammenarbeit zwischen den Landesforsten Rheinland-Pfalz und dem Fach Bodenkunde der Universität Trier besteht seit Jahrzehnten und soll auch in Zukunft wichtige Forschungsergebnisse für die Forstpraxis liefern.


    Contact for scientific information:

    Dr. rer. nat. Björn Klaes
    Geowissenschaften
    Mail: klaesb@uni-trier.de
    Tel. +49 651 201-4639


    Original publication:

    Zur Studie: https://doi.org/10.1016/j.still.2025.106829


    Images

    Schützende Auflagen auf dem Waldboden, können die Schadeinwirkungen deutlich reduzieren.
    Schützende Auflagen auf dem Waldboden, können die Schadeinwirkungen deutlich reduzieren.
    Source: Ingo Siebert
    Copyright: Ingo Siebert


    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Environment / ecology, Geosciences, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research results, Scientific Publications
    German


     

    Schützende Auflagen auf dem Waldboden, können die Schadeinwirkungen deutlich reduzieren.


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