Der Bucerius Legal Innovation Hub hat seine neue Studie „Legal Market Economics“ veröffentlicht. Auf 44 Seiten analysiert die Studie die zentralen ökonomischen und technologischen Treiber des deutschen Rechtsmarkts – und identifiziert sieben zentrale Befunde, die auf einen tiefgreifenden strukturellen Wandel der Branche hinweisen.
Im Zentrum der Untersuchung steht ein wachsendes Spannungsfeld: Während die Komplexität des Rechts in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, stagniert gleichzeitig die Zahl der verfügbaren juristischen Fachkräfte. Nachwuchsmangel und eine bevorstehende Ruhestandswelle verschärfen diese Entwicklung zusätzlich. Die Studie zeigt, dass daraus ein strukturelles „Leistungsgap“ entsteht, das insbesondere die flächendeckende Versorgung mit Rechtsdienstleistungen gefährden kann.
Veränderungen deutlich zu spüren
Gleichzeitig wird deutlich, dass Künstliche Intelligenz zum entscheidenden Differenzierungsfaktor im Rechtsmarkt wird. Insbesondere Wirtschaftskanzleien reagieren bereits mit einer strategischen Neuausrichtung ihrer Geschäfts- und Organisationsmodelle. Klassische Karriere- und Senioritätsstrukturen geraten unter Druck, während gezieltes Recruiting, Mitarbeiterbindung und neue Formen der Personalentwicklung an Bedeutung gewinnen.
Ein weiterer zentraler Befund: Die Arbeitsteilung im Rechtsmarkt nimmt zu. Neue interdisziplinäre Rollenprofile – sogenannte Legal Connectors – gewinnen an Bedeutung und tragen zur Effizienz und Innovationsfähigkeit von Rechtsorganisationen bei. Ihre Integration stellt Kanzleien und Unternehmen jedoch zugleich vor kulturelle und strukturelle Herausforderungen.
Auch die Rolle von Rechtsabteilungen verändert sich grundlegend. Im Zuge technologischer Fortschritte entwickeln sie sich von einer primär reaktiven Schutzfunktion hin zu einem strategischen Steuerungsinstrument innerhalb von Unternehmen. Mithilfe datenbasierter Systeme können Risiken frühzeitig erkannt und aktiv gemanagt werden.
Hindernisse bremsen Entwicklung
Trotz des hohen Potenzials zeigt die Studie jedoch auch deutliche Hürden bei der Technologieadaption: Regulatorische Rahmenbedingungen, fehlende Kompetenzen und strukturelle Trägheit bremsen die Entwicklung. Gleichzeitig deutet sich an, dass technologische Fortschritte bestehende Unterschiede zwischen großen und kleinen Organisationen weiter verstärken könnten.
Ein besonderer Fokus liegt zudem auf der juristischen Ausbildung. Während der Einsatz von Technologie die Attraktivität des Berufs steigern kann, bleiben Ausbildungs- und Prüfungsstrukturen vielfach hinter den Anforderungen eines zunehmend interdisziplinären und dynamischen Rechtsmarkts zurück. Hier sieht die Studie erheblichen Reformbedarf.
Transformation erzeugt viel Potenzial
Mit „Legal Market Economics“ liefert der Bucerius Legal Innovation Hub eine datenbasierte Einordnung der aktuellen Entwicklungen und bietet zugleich strategische Orientierung für Kanzleien, Rechtsabteilungen und Entscheidungsträger:innen.
Dr. Patrick Schroer, Geschäftsführer der Bucerius Education und Leiter des Bucerius Legal Innovation Hub, sieht die Chancen und Herausforderungen im Rahmen des bevorstehenden Wandels: "Der Rechtsmarkt steht vor demografischen Herausforderungen – und gleichzeitig vor seiner größten Innovationschance. Wer jetzt Technologie, neue Rollenbilder und Organisation neu zusammendenkt, hat die Chance, die Zukunft des Rechts aktiv zu gestalten."
Dr. Florian Skupin, Executive Director Legal Technology und Leiter des Bucerius Legal Innovation Hub, zieht als Fazit zur Studie: "Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass ökonomische, technologische und demografische Faktoren gemeinsam zu einer strukturellen Transformation des Rechtsmarkts führen. Entscheidend wird sein, wie schnell und konsequent Organisationen ihre Anpassungsfähigkeit entwickeln."
Die vollständigen Ergebnisse sowie vertiefende Analysen und Handlungsempfehlungen finden Sie in der Studie, herunterzuladen unter folgendem Link: https://buceri.us/legal-market-economics oder anzufordern per E-Mail.
Über den Bucerius Legal Innovation Hub
Der Bucerius Legal Innovation Hub ist die gemeinsame Forschungs- und Innovationseinheit des Bucerius Center for Legal Technology and Data Science (Bucerius CLTDS) und des Bucerius Center on the Legal Profession (Bucerius CLP). Der Hub bündelt in seinem interdisziplinären Ansatz tech-basierte Forschung mit Rechtsmarkterfahrung. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.law-school.de/blih.
Dr. Patrick Schroer, Geschäftsführer der Bucerius Education GmbH, Bucerius Law School
patrick.schroer@law-school.de
Tel: +49 40/30706107
Dr. Florian Skupin, Executive Director Legal Technology, Bucerius Law School
florian.skupin@law-school.de
Tel: +49 40/307062910
https://buceri.us/legal-market-economics Download der Studie
Dr. Patrick Schroer, Geschäftsführer der Bucerius Education und Leiter des Bucerius Legal Innovation ...
Copyright: Bucerius Law School
Dr. Florian Skupin, Executive Director Legal Technology und Leiter des Bucerius Legal Innovation Hub
Copyright: Bucerius Law School
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists
Information technology, Law
transregional, national
Research results, Transfer of Science or Research
German

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Dr. Florian Skupin, Executive Director Legal Technology und Leiter des Bucerius Legal Innovation Hub
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