Greifswald, 30. März 2026 – Gemeinsam mit den Royal Botanic Gardens, Kew (Kew Gardens), arbeitet das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) an neuen Verfahren zur Verbesserung der Baumanzucht. Ziel des deutsch-britischen Forschungsprojekts ist es, mithilfe von Plasmatechnologie und moderner 3D-Röntgenanalyse die Keimung und Qualität heimischer Baumarten zu erhöhen.
In einem ersten Projekt hat das internationale Konsortium bereits gezeigt, dass plasmabasierte Behandlungen die Keimungsrate ausgewählter Baumarten positiv beeinflussen. Zusätzlich erwies sich plasmabehandelte Luft als effiziente Methode zur Dekontamination der Samen.
Plasma ist ein energiereiches Gas, das die Oberfläche von Saatgut gezielt modifiziert. Es macht die Samenschale durchlässiger für Wasser und Sauerstoff, was die Quellung beschleunigt und die natürliche Keimruhe effizient überwindet. Durch die im Plasma enthaltenen reaktiven Teilchen werden zudem biologische Wachstumsreize gesetzt. Gleichzeitig fungiert die Plasmabehandlung als umweltfreundliche Desinfektion, die Krankheitserreger auf der Samenoberfläche reduziert und so die Ausfallraten in den Baumschulen minimiert.
Dr. Thalita Nishime, Projektleiterin am INP, erläutert: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass wir mit Plasma gezielt in natürliche Keimprozesse eingreifen können, ohne die Samen zu schädigen.“ Mit Blick auf die praktische Anwendung ergänzt sie: „Für Baumschulen ist vor allem die Planbarkeit entscheidend. Wenn Samen verlässlicher keimen, lassen sich Anzuchtprozesse besser planen und Ressourcen effizienter einsetzen.“
Zehn Baumarten im Fokus
In dem aktuellen Projekt werden zehn in Nordeuropa heimische Baumarten untersucht, darunter Eberesche, Wildkirsche, Linde, Hainbuche und Ulme. Viele dieser Arten besitzen eine ausgeprägte Keimruhe. Das bedeutet, dass ihre Samen erst nach längeren Warm- und Kältephasen keimen. Diese natürliche Verzögerung erschwert eine verlässliche Produktion in Baumschulen.
Die Baumsamen für das Projekt liefern die britischen Partner Elsoms Seeds und Elsoms Trees. Sie werden am INP in Greifswald sowie beim britischen Plasmaspezialisten Zayndu auf verschiedene Weise mit plasmabehandelter Luft in Kontakt gebracht. Um die Wirkung präzise zu bewerten, kommt eine Hochdurchsatz-3D-Röntgen-Phänotypisierung des deutschen Partners phenoLytics zum Einsatz. Mit diesem Verfahren lässt sich die innere Struktur der Samen zerstörungsfrei analysieren. So können Qualität, Entwicklungszustand und Keimfähigkeit systematisch erfasst werden.
Die Kombination aus Plasmatechnologie und moderner Bildgebung soll dazu beitragen, Saatgut effizienter zu nutzen und Verluste zu reduzieren. Das ist insbesondere im Kontext ambitionierter Aufforstungsprogramme für den Klimaschutz von Bedeutung.
Das Projekt wird im Rahmen des britischen „Tree Production Innovation Fund“ (TPIF) gefördert und läuft bis Frühjahr 2028. Mit diesem zweiten Gemeinschaftsprojekt baut das INP seine internationale Zusammenarbeit im Bereich Plasma-Agrarkultur weiter aus und stärkt den Transfer plasmabasierter Verfahren in die forstwirtschaftliche Praxis.
Die INP-Forscherin Dr. Thalita Nishime erprobt neue Plasmaverfahren zur Verbesserung der Baumanzucht ...
Copyright: INP
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
Physics / astronomy, Zoology / agricultural and forest sciences
transregional, national
Research projects
German

Die INP-Forscherin Dr. Thalita Nishime erprobt neue Plasmaverfahren zur Verbesserung der Baumanzucht ...
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