Wie wäre es, in den Tunneln eines Teilchenbeschleunigers zu arbeiten, der zwei Länder durchquert? Oder Computerprogramme zu schreiben, die daran mitwirken, unser Verständnis des Universums zu verändern? Mit dem neuen CERN-Projekt startet die Studienstiftung des deutschen Volkes erstmals eine Kooperation mit dem weltweit größten Forschungszentrum für Teilchenphysik in Genf. Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) soll ein technikorientiertes Netzwerk entstehen, das Studierende aus Deutschland frühzeitig in die globale Forschungscommunity am CERN einbindet.
„Die Mission der neuen Kooperation ist es, junge Technik-Talente aus Deutschland schon während des Studiums über die spannenden Möglichkeiten am CERN zu informieren und in den direkten Kontakt mit dieser lebendigen Spitzenforschungsgemeinschaft zu bringen“, sagt Dr. Annette Julius, Generalsekretärin der Studienstiftung. Mit dem jetzt gestarteten Projekt adressiert die Studienstiftung rund 2.000 eigene Geförderte aus der Informatik, den Ingenieurwissenschaften und verwandten technologiegetriebenen Fächern sowie rund 750.000 Studierende in diesen Studiengängen in ganz Deutschland.
„Deutschland ist eines der wichtigsten Unterstützerländer des CERN. Mit der Studienstiftung gewinnen wir eine Institution, die für wissenschaftliche Exzellenz, Forscherdrang und Internationalität steht. Gemeinsam schaffen wir einen direkten Zugang für besonders leistungsstarke Studentinnen und Studenten zu einem der innovativsten Forschungsorte der Welt. Wir brauchen exzellente Fachkräfte gerade im MINT-Bereich auch für die Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland, mit der wir Deutschland wieder zum Top-Technologiestandort machen wollen", betont die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dr. Silke Launert.
Auch von Seiten des CERN wird die neuen Zusammenarbeit ausdrücklich begrüßt. Dr. Oliver Brüning, Direktor für Beschleuniger und Technologie am CERN, unterstreicht die Bedeutung der Kooperation: „Große internationale Forschungsinfrastrukturen leben von Vielfalt, Talent und langfristiger Vernetzung. Die Zusammenarbeit mit der Studienstiftung ermöglicht es uns, technikaffine Studierende aus Deutschland frühzeitig kennenzulernen und sie für eine Mitarbeit an unseren Experimenten und Infrastrukturen zu begeistern.“
Per Shadowing-Tage Spitzenforschung live erleben
Der Aufbau des technikorientierten Netzwerks soll im deutschsprachigen Raum die vielfältigen Angebote des CERN sichtbar machen, die von Summer Schools und Praktika über Doktoranden- und PostDoc-Programme bis hin zu Workshops und Konferenzen reichen. Die Studienstiftung entwickelt darüber hinaus eigene Formate, um den Zugang zum CERN zu ebnen: Bei einem Netzwerktag im Herbst in Berlin können Studierende direkt mit Mitarbeitenden und Ehemaligen des CERN in den Austausch treten. Shadowing-Tage ermöglichen es, die Expertinnen und Experten am CERN in ihrem Arbeitsalltag zu begleiten und internationale Forschung live zu erleben. Auch Vor-Ort-Angebote an Standorten technischer Hochschulen in Deutschland sowie eine einwöchige Sommerakademie der Studienstiftung in Annecy, Nähe Genf, mit CERN-fokussierten Arbeitsgruppen sind vorgesehen.
Promovierende aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und anderen für das CERN relevanten technischen Studienfächern, deren Interesse am CERN geweckt wurde, können über das von BMFTR geförderte Wolfgang-Gentner-Programm ein Stipendium für ihre Doktorarbeit am CERN erhalten. Gentner-Doktoranden profitieren dabei von der engen Einbindung in das internationale Hochtechnologie-Umfeld mit engen Kontakten zur Industrie. Die Betreuung erfolgt gemeinsam durch das CERN vor Ort und durch eine Hochschullehrerin bzw. einen Hochschullehrer der Heimathochschule in Deutschland. Eine Bewerbung für das Stipendium erfolgt über das Auswahlverfahren des CERNs. Die Studienstiftung informiert interessierte Promovierende frühzeitig über die Stipendienmöglichkeiten.
Für das Projekt kann die Studienstiftung auf ein großes Netzwerk von Ehemaligen und Vertrauensdozent:innen an Hochschulen zurückgreifen. Wer darüber hinaus Interesse hat, Teil des Netzwerks zu werden, ist herzlich eingeladen, mit dem Projektteam Kontakt aufzunehmen.
ÜBER DIE STUDIENSTIFTUNG
Die Studienstiftung des deutschen Volkes ist das älteste und größte Begabtenförderungswerk in Deutschland. Im Wesentlichen finanziert aus öffentlichen Mitteln, fördert sie talentierte und engagierte Studierende und Promovierende finanziell und ideell. Die Studienstiftung zeichnet sich durch die Vielfalt ihrer Stipendiatinnen und Stipendiaten aus. Diese bilden das gesamte Spektrum politischer, religiöser und weltanschaulicher Haltungen ab, die sich im Rahmen der demokratischen Werteordnung bewegen. Satzungsauftrag der Studienstiftung ist es, „die Hochschulbildung junger Menschen“ zu fördern, „deren hohe wissenschaftliche oder künstlerische Begabung und deren Persönlichkeit besondere Leistungen im Dienste der Allgemeinheit erwarten lassen.“ Aktuell fördert die Studienstiftung etwa 13.900 Studierende und 1.400 Promovierende.
www.studienstiftung.de
ÜBER DAS CERN
Das CERN, die Europäische Organisation für Kernforschung, ist eines der weltweit führenden Zentren für Teilchenphysik. Die Organisation mit Sitz in Genf betreibt an der französisch-schweizerischen Grenze die größten und komplexesten wissenschaftlichen Instrumente der Welt, mit denen Forschende die grundlegende Struktur der Materie untersuchen. Dem CERN gehören 25 Mitgliedstaaten an; weitere Staaten sind assoziiert oder mit Beobachterstatus beteiligt. Zu den Beobachtern zählen derzeit unter anderem Japan, die Vereinigten Staaten von Amerika, die Europäische Union und die UNESCO.
www.cern.ch
https://careers.cern/zusatzliche-informationen-fur-deutsche-bewerberinnen/ Karriere am CERN entdecken - Informationen zu Bewerbungswegen, Praktika und beruflichen Perspektiven für deutsche Studierende.
https://german-dac.web.cern.ch/ Die deutsche Community am CERN kennenlernen.
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
interdisciplinary
transregional, national
Cooperation agreements, Miscellaneous scientific news/publications
German

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