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04/02/2026 12:20

ICOB 2026 in den USA: Austausch zu biophotonischer Forschung und ihrer Anwendung in Medizin und Industrie

Lavinia Meier-Ewert Kommunikation
Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

    Beim International Congress on Biophotonics (ICOB) 2026 an der University at Albany diskutierten internationale Fachleute aus Wissenschaft, Medizin und Industrie über die Zukunft lichtbasierter Technologien. Der gemeinsam mit dem Jenaer Leibniz-Institut für Photonische Technologien organisierte Kongress verdeutlichte den Wandel der Biophotonik hin zu stärker an Anwendungen und medizinischem Nutzen orientierter Forschung.

    Biophotonik, also der Einsatz von Licht zur Untersuchung biologischer Prozesse und zur Verbesserung medizinischer Diagnostik und Therapie, hat in den vergangenen Jahren erhebliche technologische Fortschritte gemacht. Inzwischen verschiebt sich der Fokus weg von der reinen Messbarkeit hin zu konkretem Nutzen für Patientinnen und Patienten.

    Vom Messen zum Wirken

    „Die entscheidende Frage ist heute nicht mehr, was wir messen können, sondern welchen Impact wir erzeugen“, betonte der wissenschaftliche Direktor des Leibniz-IPHT, Jürgen Popp, in seiner Eröffnungsrede. Die Biophotonik stehe an einem Wendepunkt: von technologiegetriebener hin zu wirkungsorientierter Innovation.
    Diese Entwicklung war auch leitendes Motiv des Kongresses. In zahlreichen Vorträgen und Panels wurde diskutiert, wie sich Forschungsergebnisse schneller und gezielter in klinische Anwendungen überführen lassen, von der frühen Krankheitsdiagnostik bis hin zu personalisierten Therapien.

    Neue Strukturen für die Translation

    Ein zentrales Beispiel für diese translational ausgerichtete Zusammenarbeit ist das 2024 gegründete Center for Biophotonic Technologies and Artificial Intelligence (CeBAI), eine gemeinsame Initiative von UAlbany und dem Leibniz-IPHT. Ziel des Zentrums ist es, biophotonische Verfahren und Künstliche Intelligenz eng zu verzahnen, um neue diagnostische und therapeutische Ansätze schneller in die Praxis zu bringen.

    Im Zentrum dieser Vision stehen datengetriebene Modelle wie „personalisierte optische digitale Zwillinge“ – digitale Repräsentationen von Patientinnen und Patienten, die auf biophotonischen Messdaten basieren und kontinuierlich aktualisiert werden. Eine zentrale technologische Grundlage dafür könnte der RamanHealthAssay™ bilden. Er gewinnt aus longitudinalen Messdaten spektro‑molekulare Muster, die den individuellen Gesundheits‑ und Trainingszustand abbilden, und ermöglicht so die fortlaufende Anpassung der digitalen Zwillinge. Solche Systeme könnten künftig nicht nur Krankheitsprozesse frühzeitig detektieren, sondern auch deren Verlauf prognostizieren und Therapien in Echtzeit optimieren.

    Zusammenarbeit als Schlüssel

    Der Weg dorthin führt über Zusammenarbeit. „Technologie allein ist nicht genug“, so Popp. Entscheidend sei es, Disziplinen, Institutionen und Kontinente zu verbinden und eng mit Klinik, Industrie und Regulierung zusammenzuarbeiten. Nur so ließen sich aus vielversprechenden Prototypen tatsächlich Lösungen entwickeln, die im Alltag ankommen.
    Der ICOB 2026 machte damit deutlich, wofür auch das Leibniz-IPHT steht: Forschung nicht als Selbstzweck, sondern als Ausgangspunkt für konkrete Anwendungen. Oder, wie Popp es formulierte: als Brücke „vom Verstehen des Lebens hin zur Verbesserung des Lebens“.

    Vom Whitepaper zur Umsetzung

    Diese Entwicklung knüpft direkt an den vorherigen Kongress an: Der ICOB 2024 wurde vom Leibniz-IPHT in Jena ausgerichtet und brachte mehr als 350 internationale Fachleute zusammen. Aus diesem Austausch entstand ein Whitepaper, das zentrale Hürden der Translation benennt und eine strategische Roadmap für die kommenden Jahre formuliert.
    Initiativen wie das CeBAI greifen diese Empfehlungen nun auf und überführen sie in konkrete Strukturen – mit dem Ziel, biophotonische Innovationen schneller aus der Forschung in die Anwendung zu bringen.

    Text: Mike Nolan, University at Albany; Leibniz-IPHT


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Jürgen Popp
    Wissenschaftlicher Direktor Leibniz-Institut für Photonische Technologien

    https://www.leibniz-ipht.de/de/abteilungen/spektroskopie-bildgebung/


    Original publication:

    Baldini, F., Dholakia, K., French, P., Guntinas-Lichius, O., Kohler, A., Mäntele, W., Marcu, L., Sroka, R., Umapathy, S., & Popp, J. (2025). Shining a Light on the Future of Biophotonics. Journal of biophotonics, 18(7), e202500148. https://doi.org/10.1002/jbio.202500148


    More information:

    https://www.icob2024.org/
    https://www.albany.edu/news-center/news/2026-international-conference-ualbany-sh... Artikel der University at Albany zum ICOB 2026


    Images

    Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), das den ICOB 2026 an der University at Albany mit ausrichtete
    Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologie ...
    Source: Patrick Dodson
    Copyright: UAlbany

    Diskussion beim ICOB 2026 in Albany: Dr. Oleg Ryabchykov (links) und Prof. Dr. Jürgen Popp (beide Leibniz-IPHT) mit Prof. Laura Marcu, UC Davis
    Diskussion beim ICOB 2026 in Albany: Dr. Oleg Ryabchykov (links) und Prof. Dr. Jürgen Popp (beide Le ...
    Source: Patrick Dodson
    Copyright: UAlbany


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students
    Information technology, Medicine, Physics / astronomy
    transregional, national
    Cooperation agreements, Scientific conferences
    German


     

    Prof. Dr. Jürgen Popp, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), das den ICOB 2026 an der University at Albany mit ausrichtete


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    Diskussion beim ICOB 2026 in Albany: Dr. Oleg Ryabchykov (links) und Prof. Dr. Jürgen Popp (beide Leibniz-IPHT) mit Prof. Laura Marcu, UC Davis


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