Mit der Publikation ›Der Dom zu Halberstadt‹ liegt erstmals eine vollständige Erfassung von Architektur und Ausstattung dieses herausragenden Sakralbaus vor, der zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kathedralen Deutschlands zählt. Das umfangreich bebilderte Werk, das als Ergebnis aus einer Kooperation der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und des Europäischen Romanik Zentrums entstand, stellt ein Grundlagenwerk für weitere wissenschaftliche Forschungen dar. Zugleich richtet es sich als bebildertes Nachschlagewerk aber auch an alle, die von dem bedeutenden Bauwerk und seiner reichen Ausstattung begeistert sind.
Der Dom St. Stephanus und St. Sixtus zu Halberstadt
Der Dom zu Halberstadt gehört zu den bedeutendsten mittelalterlichen Kathedralen Deutschlands. Historisch gesehen war der Halberstädter Dom die Hauptkirche des ältesten christlichen Missionsbistums an der Ostgrenze des ostfränkischen Reiches. Seine Entstehung zu Beginn des 9. Jahrhunderts wird mit Kaiser Karl dem Großen (800 bis 814) in Verbindung gebracht. Der 859 geweihte karolingische Dom wurde 992 durch einen ottonischen Neubau ersetzt, der bei der Eroberung Halberstadts durch Heinrich den Löwen 1179 schwer beschädigt wurde. Ab etwa 1230 erfolgte die Errichtung der gotischen Kathedrale. Dies stand in Zusammenhang mit der Ankunft des bedeutenden Reliquienschatzes Konrad von Krosigks, der von 1201 bis 1209 Bischof von Halberstadt gewesen war. Als Kreuzfahrer hatte er 1204 die Plünderung Konstantinopels miterlebt, 1205 war er mit reichen Schätzen, darunter insbesondere Reliquien, im Triumph nach Halberstadt zurückgekehrt. Nach der Resignation des Bischofs 1209 wurden die Reliquien zunächst im Kloster Sittichenbach bei Eisleben aufbewahrt und gelangten erst nach dem Tod Konrad von Krosigks 1225 nach Halberstadt, wo sie noch heute als Bestandteil des Halberstädter Domschatzes zu bewundern sind. Die feierliche Schlussweihe der noch bestehenden gotischen Kathedrale erfolgte, nach über 250-jähriger Bauzeit, im Jahr 1491.
Zweibändige Würdigung einer der bedeutendsten Kathedralen Deutschlands
Mit der Publikation ›Der Dom zu Halberstadt‹ liegt erstmals wieder ein vollständiges Inventar des Halberstädter Domes vor, das die Architektur und Ausstattung des Gotteshauses umfassend darstellt. Dadurch bildet die zweibändige Monografie ein wertvolles Fundament für künftige Forschungen aller historischer Disziplinen.
Staatsminister und Minister für Kultur Rainer Robra: »Großinventare für unsere Kathedralen sind die Königsdisziplin der wissenschaftlichen Bauforschung. Sie entstehen in jedem Jahrhundert nur einmal. In diese Grundlagenwerke münden alle Erkenntnisse aus der Inventarisierung und den vielen Sanierungskampagnen ein, werden so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit Stolz darf ich heute schon die Fertigstellung des dritten Inventars in meiner Amtszeit begleiten. Nach den Kathedralen von Magdeburg und Naumburg liegt heute das Inventar für den Halberstädter Dom vor, ein weiteres für den Havelberger Dom befindet sich in Vorbereitung. Diese langjährigen wissenschaftlichen Projekte geben Zeugnis nicht nur von der internationalen Bedeutung unseres baulichen Erbes, sondern vor allem auch von der Kraft und Expertise unserer Kultureinrichtungen. Allen Mitwirkenden gilt mein herzlicher Dank.«
Der erste Band ist, nach einer Einleitung zu Topografie und Geschichte sowie den Vorgängerbauten des Domes, der Architektur des gotischen Bauwerks in allen Details gewidmet. Der zweite Band stellt dessen hochkarätige Ausstattung, darunter Altäre, Wand- und Glasmalereien, Möbel, Grabmäler und Kuriosa, vor. Die beeindruckende Triumphkreuzgruppe, die den gekreuzigten Christus als Sieger über das Böse zeigt, bildet bis in die Gegenwart den künstlerischen und liturgischen Mittelpunkt der Ausstattung des Domes. Sie wurde von 1215 bis 1220 noch für den Vorgängerbau des heutigen Doms geschaffen und stellt heute die älteste erhaltene Triumphkreuzgruppe Europas dar. Zusammen mit dem gotischen Lettner, einem architekturgeschichtlich herausragenden Meisterwerk, prägt sie das Erscheinungsbild des Kircheninnenraumes bis heute entscheidend. Zu den Kuriosa zählt unter anderem ein jungsteinzeitlicher Schuhleistenkeil aus dem 5. Jahrtausend vor Christus, der im Dom aufgehängt ist. Entsprechend verbreiteten mittelalterlichen Vorstellungen sollten derartige vorgeschichtliche Steingeräte, da sie für versteinerte Blitze gehalten wurden, vor Blitzschlag schützen. Abgerundet wird der zweite Band des Dominventars durch ein Kapitel zur Geschichte des Halberstädter Domschatzes, der mit seinem reichen Bestand an kostbaren Handschriften, Textilien, sakralen Gefäßen und Reliquien zu den bedeutendsten Kirchenschätzen weltweit zählt.
Die 1.600 Seiten umfassende Monografie erschließt ein Bauwerk von zentraler Bedeutung für die europäische Kunstgeschichte nach der Maßgabe aktueller Forschung. Sie dient nicht nur der Würdigung dieses herausragenden Ensembles aus Architektur und am authentischen Ort erhaltener Ausstattung, sondern ist ein unentbehrliches Standardwerk für die Wissenschaft. Zugleich richtet sich die opulent bebilderte Publikation auch an all jene, die sich für das geschichtsträchtige Bauwerk und seine reiche Ausstattung begeistern.
Zum Gelingen dieses dem Denkmal und seiner Bedeutung angemessenen Werkes haben neben den beiden Hauptautoren Heiko Brandl und Anja Seliger 23 weitere Autorinnen und Autoren mit wissenschaftlich fundierten, umfangreich bebilderten Texten beigetragen.
Erfolgreicher Abschluss einer bewährten Kooperation
Wie schon im Falle des Magdeburger und des Naumburger Domes wurde die Inventarisierung des Halberstädter Domes im Rahmen einer Kooperation realisiert. Kooperationspartner waren in diesem Fall die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt als Eigentümerin des Domes St. Stephanus und St. Sixtus zu Halberstadt, das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt als zuständiges Denkmalfachamt, sowie das Europäische Romanik Zentrum, ein An-Institut der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das sich der Erforschung und Vermittlung der romanischen Epoche widmet.
Während der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt neben der Verwaltung und Erhaltung auch die wissenschaftliche Erschließung der Bau- und Kunstwerke in ihrem Bestand obliegt, ist das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt dem Halberstädter Dom durch eine über 100-jährige Tradition der denkmalfachlichen Begleitung und wissenschaftlichen Erforschung verbunden, die sich auch im reichen Akten-, Plan- und Fotobestand seiner Archive widerspiegelt.
Erhältlich ist die Publikation ›Der Dom zu Halberstadt‹ beim Verlag Schnell & Steiner sowie im Buchhandel.
Heiko Brandl/Anja Seliger, Der Dom zu Halberstadt
Band 1: Architektur
Band 2: Ausstattung
(Bau- und Kunstdenkmäler von Sachsen-Anhalt)
(Beiträge zur Denkmalkunde 18)
Herausgegeben von Ute Engel, Harald Meller und Christian Philipsen.
Unter Mitarbeit von Uta-Christiane Bergemann, Holger Brülls, Eva Fitz, Christian Forster, Corinna Grimm-Remus, Frank Högg, Andreas Huth, Philipp Jahn, Luisa Klimaschewski, Christine Machate, Friedemann Meißner, Anke Neugebauer, Claus Peter, Barbara Pregla, Jörg Richter, Elisabeth Rüber-Schütte, Reinhard Schmitt, Tobias Schoo, Sebastian Schulze, Andreas Stahl, Andreas Waschbüsch, Matthias Zimmer-Belter und Matthias Zötzl.
Verlag Schnell & Steiner (Regensburg 2025).
Format: 24 mal 30 Zentimeter, Hardcover.
Umfang: 1.600 Seiten, 2.166 Abbildungen.
ISBN: 978-3-7954-9059-1.
Verkaufspreis: 160,00 €.
Außenaufnahme des Doms St. Stephanus und St. Sixtus zu Halberstadt.
Source: Ulrich Schrader
Copyright: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt
Triumphkreuzgruppe im Dom zu Halberstadt.
Source: Bertram Kober, Punctum
Copyright: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Art / design, Cultural sciences, History / archaeology
transregional, national
Research results
German

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