In Arusha (Tansania) fand eine internationale Konferenz unter Leitung der Universität Koblenz statt. Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Programms zum Aufbau internationaler Kooperationen kamen im Februar 15 Forschende aus vier Ländern zusammen. Gemeinsam loteten sie das Potenzial nicht-digitaler Brettspiele für die Bildungsförderung in ostafrikanischen Schulen aus, um zukünftige großangelegte Forschungsprojekte auf den Weg zu bringen.
Die Konferenz verfolgte einen interdisziplinären und interkulturellen Ansatz, der Perspektiven der (Entwicklungs- und Pädagogischen) Psychologie, der (Inklusions)Pädagogik und der Mathematik verknüpft.
Unter dem Titel „Board Games for Capacity Building in East African Schools – Multi-Disciplinary Perspectives and Applications“ trafen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der University of Dar es Salaam (Tansania), der University of Nairobi (Kenia), der Kyambogo University (Uganda) und der Universität Koblenz. Ziel des Treffens war die Gründung eines interdisziplinären, länderübergreifenden Forschungsnetzwerks.
Traditionelle Brettspiele als ganzheitliches Förderinstrument
Im Zentrum stand die Frage, wie traditionelle, nicht-digitale Brettspiele als zugängliche und interaktive Werkzeuge genutzt werden können, um kognitive Fähigkeiten, MINT-Kompetenzen und soziale Fertigkeiten von Grundschulkindern in ressourcenarmen schulischen Umgebungen ganzheitlich zu fördern.
Von der Universität Koblenz reisten Prof. Dr. Wiebke Waburg, Prof. Dr. Claudia Quaiser-Pohl, Prof. Dr. Gertraud Kremsner, Dr. Lea-Christin Wickord und Lars Boettger nach Arusha. In einem intensiven dreitägigen Programm tauschten sich die interdisziplinären Teams über theoretische Grundlagen des Spielens, kulturelle Unterschiede sowie die spezifischen Herausforderungen und Lehrpläne der jeweiligen nationalen Bildungssysteme aus.
Afrikanische Partneruniversitäten brachten lokale Expertise ein
Inhaltlich widmete sich die Tagung insbesondere der evidenzbasierten Praxis in Schulen sowie den Themen Diversität und Inklusion. Die beteiligten Forschenden präsentierten zunächst vielversprechende Ergebnisse aus ersten gemeinsamen Pilotstudien an tansanischen Schulen. Darauf aufbauend diskutierte das Netzwerk darüber, wie spielbasierte Lernansätze nicht nur schulische Leistungen etwa in den MINT-Fächern verbessern, sondern auch den inklusiven Unterricht fördern können. Dabei brachten die afrikanischen Partneruniversitäten ihre weitreichende lokale Expertise ein. Dies umfasste wertvolle Einblicke in die neuen kompetenzbasierten Lehrpläne in Kenia und Tansania sowie inklusionspädagogische Ansätze aus Uganda zur besseren Einbindung von Kindern mit Förderbedarfen.
Neben dem inhaltlichen Austausch diente die Konferenz vor allem der strategischen Weichenstellung. Die Partneruniversitäten erarbeiteten eine gemeinsame Forschungsagenda und harmonisierten ihre methodischen Ansätze. Zudem wurden konkrete nächste Schritte für umfangreiche, länderübergreifende Drittmittelanträge definiert, um die bisher auf Tansania fokussierten Studien auf Kenia und Uganda auszuweiten und langfristig in der Region zu verankern.
Dass das Thema Spielen weit über die reine wissenschaftliche Theorie hinausgeht, zeigte sich auch am Rande des offiziellen Programms: Beim abendlichen Beisammensein brachten die Forschenden ihre persönlichen Lieblingsspiele mit und probierten diese in lockerer Atmosphäre gemeinsam aus. Dieses praktische Erleben förderte den interkulturellen Austausch und stärkte das neu geknüpfte Netzwerk auf eine sehr persönliche Weise.
Prof. Dr. Wiebke Waburg
Universität Koblenz
Institut für Pädagogik
Arbeitsbereich Migration und Heterogenität
waburg@uni-koblenz.de
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Psychology, Teaching / education
transregional, national
Cooperation agreements, Miscellaneous scientific news/publications
German

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