Die Teilnehmerplätze waren höchst begehrt und schnell vergeben: 20 internationale Teams – so viele wie noch nie – stellen sich Mitte Juni beim European Land Robot Trial (ELROB) einem der weltweit anspruchsvollsten Leistungsvergleiche militärischer Robotik. Eindrucksvoller Veranstaltungsort der viertägigen Großveranstaltung ist der Waffenplatz Thun, den das Schweizer Bundesamt für Rüstung armasuisse gemeinsam mit der Schweizer Armee zur Verfügung stellt. Hier messen sich die Teilnehmer mit ihren robotischen Systemen in mehreren Disziplinen, deren realitätsnahe Szenarien ein Team des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE entwickelt hat.
"Es ist in diesem Jahr ein besonders spannendes Teilnehmerfeld", sagt Dr. Frank E. Schneider, stellvertretender Leiter der FKIE-Abteilung "Kognitive Mobile Systeme" (CMS), mit Blick auf die Anmeldeliste. "Eine interessante Mischung aus etablierten Teams, die wir bereits von vorherigen Veranstaltungen kennen, und solchen, die zum allerersten Mal bei der ELROB dabei sind." Zu letzteren zählt er etwa Team Łukasiewicz-PIAP aus Polen oder die beiden deutschen Teams GAP und FENRIDE. Aus den Niederlanden, Tschechien, Österreich und der Schweiz reisen weitere Teilnehmer nach Thun, gleich zwei Teams kommen in diesem Jahr eigens aus Kanada zur ELROB.
Szenarien mit hohem Realitätsanspruch
In den Hauptdisziplinen Aufklärung, Transport (Mule) sowie Search & Rescue (SAR) stellen die Mannschaften ihre Unmanned Ground Vehicles (UGV) und Unmanned Aerial Vehicles (UAV) vier Tage auf den Prüfstand. Allen Szenarien gemein ist der hohe Realitätsanspruch und die enge Orientierung am aktuellen Bedarf der Streitkräfte. Nicht umsonst interessierten sich vor diesem Hintergrund etliche Teams zum Beispiel für die Disziplin "Mule", die "beschaffungsnah" sei, wie Schneider erklärt: "Der Transport von Personal und Material ist ein essenzieller Bestandteil militärischer Operationen. In feindlichen Umgebungen ist das jedoch eine gefährliche und anspruchsvolle Aufgabe, sodass hier vermehrt UGVs zum Einsatz kommen."
In Thun lässt sich deren Praxistauglichkeit aufs Beste testen und demonstrieren. Der Waffenplatz ist nicht nur der älteste, sondern mit rund 6,5 Quadratkilometern auch der größte seiner Art in der Schweiz. In seiner Mitte entsteht für die Teilnehmer eine große Zeltstadt, in der sie an ihren Robotern und Drohnen rund um die Uhr programmieren, schrauben und nachjustieren können. Für Schneider, der seit 2006 die ELROB gemeinsam mit seinem Team alle zwei Jahre organisiert, ist der Veranstaltungsort nicht unbekannt. Dank einer trilateralen F&T-Kooperation zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz wechselt der Leistungsvergleich alle zwei Jahre das Gastgeberland: "Thun war bereits 2012 Austragungsort und wir freuen uns, jetzt wieder hier zu sein", so Schneider.
Für ELROB-Gastgeber Dr. Thomas Rothacher, Leiter von armasuisse Wissenschaft und Technologie sowie stellvertretender Rüstungschef, ermöglicht die grenzüberschreitende Zusammenarbeit "einen wertvollen Erfahrungs- und Wissensaustausch". Gleichzeitig biete die Veranstaltung "eine einzigartige Möglichkeit, Robotiktechnologien in militärischen Einsätzen zu testen und damit die sicherheitsrelevante Robotikforschung zwischen Industrie, Hochschulen und nationalen sowie internationalen Partnern zu stärken", so Rothacher weiter.
Ständig neu gestaltete Szenarien
Details zu den Szenarien verrät das Team nicht. Nur so viel: Es fehle dieses Mal das urbane Umfeld, Gebäude oder sonstige Bauwerke gebe es nicht zu erkunden. Für die Aufgaben brauche es andere Ansätze und Lösungen, die im Übrigen von einer international besetzten Jury unter Leitung des renommierten Robotikexperten Prof. Dr. Henrik I. Christensen bewertet werden. "Die Anforderungen an die Robotik steigen zusehends", so ELROB-Initiator Schneider. "Und wir tragen dem mit ständig neu gestalteten Szenarien Rechnung." Ihn freut besonders das heterogene Teilnehmerfeld aus Forschung, Universitäten und Industrie: "Das zeigt einmal mehr, dass die ELROB ihrem Anspruch, Anwender, Forschende und Auftraggeber zusammenzubringen, mehr als gerecht wird."
European Land Robot Trial
15. bis 19. Juni 2026
Waffenplatz Thun, Schweiz
Dr. Frank E. Schneider
Abteilung "Kognitive Mobile Systeme"
Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE
E-Mail: frank.schneider@fkie.fraunhofer.de
Telefon: +49 228 9435481
https://www.fkie.fraunhofer.de/de/newsroom/Presseinformationen/2026-elrob.html
http://www.fkie.fraunhofer.de/elrob
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Wie ist der aktuelle Stand in der Robotik? In realitätsnahen Szenarien testen die Teams bei der ELRO ...
Source: Fabian Vogl
Copyright: Fraunhofer FKIE
Auf dem Waffenplatz in Thun wird eine eigene Zeltstadt aufgebaut, in der die Teams ihre robotischen ...
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Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars
Information technology
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German

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