In Deutschland steigt der Bedarf an strategischen Rohstoffen deutlich. Im neuen Verbundprojekt DESMEX-MinD entwickeln Forschende des LIAG-Instituts für Angewandte Geophysik (LIAG, Hannover) gemeinsam mit den Universitäten in Münster und Freiberg, dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT, Jena), der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR, Hannover), dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG, Hannover) und Industriepartnern innovative Technologien und kombinierte Verfahren zur Erkundung von Erzlagerstätten weiter. Im Fokus stehen dabei die Bergbauregionen Erzgebirge und Oberharz.
DESMEX-MinD baut auf den erfolgreichen Vorgängerprojekten DESMEX, DESMEX II und DESMEX-REAL auf, in denen die neue Erkundungsmethode Semi-Airborne-Elektromagnetik (sAEM) entwickelt und in verschiedenen internationalen Testgebieten erprobt wurde. Diese Technologie kombiniert bodengestützte Stromquellen mit hochsensiblen Magnetfeldsensoren. Letztere werden mithilfe von Drohnen oder Hubschraubern durch die Luft geschleppt. Dadurch lassen sich geophysikalische Eigenschaften von Sedimenten und Gesteinen im Untergrund effizient und hochauflösend über große Gebiete und bis in 1000 Meter Tiefe erfassen. Die am LIAG-Institut für Angewandte Geophysik entwickelte Auswertesoftware erstellt auf Basis der gemessenen Daten dreidimensionale Modelle der elektrischen Leitfähigkeit, die Hinweise auf Vererzungen im Untergrund geben können. Gefördert wird die geophysikalische Methodenforschung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit 3,8 Millionen Euro.
Neue Technologien für eine nachhaltige Rohstofferkundung
Ein zentrales Ziel von DESMEX-MinD ist es, bestehende Hemmnisse für den Erfolg von Explorationsprogrammen zu überwinden. Dazu werden innovative Messverfahren, Datenverarbeitungsstrategien und 3D-Inversionsmethoden kombiniert. Besonders im Fokus steht dabei die Erforschung von neuen Wegen in der Auswertemethodik, KI-gestützte Prognosen und integrierte Interpretationsansätze von geophysikalischen, geologischen und geochemischen Messergebnissen mit dem Ziel, die Anschlussfähigkeit an etablierte industrielle Explorationsstrategien zu verbessern.
„Mit DESMEX-MinD bringen wir unsere Entwicklungen aus der Grundlagenforschung weiter in Richtung Anwendung“, erklärt Dr. Pritam Yogeshwar, Wissenschaftler am LIAG-Institut für Angewandte Geophysik aus Hannover. „Unser Ziel ist es, mit innovativen geophysikalischen Verfahren die Erfolgschancen von Explorationsprogrammen zu verbessern und damit nachhaltige, zerstörungsfreie Wege der Rohstofferkundung zu eröffnen.“
Auswertungen in 3D-Modellen geplant
Der Oberharz und das Erzgebirge gehören zu den bedeutendsten historischen Bergbauregionen Deutschlands. Ihr rohstoffreicher und geologisch komplexer Untergrund macht sie zu idealen Forschungsregionen für DESMEX-MinD. Neben methodischen Entwicklungen strebt das Forschungsteam ein integriertes Verständnis von Mineralsystemen im Erzgebirge und Oberharz an. Hierzu werden geophysikalische Messdaten mit geologischen und geochemischen Informationen in dreidimensionalen Modellen zusammengeführt. Diese Modelle liefern wichtige Grundlagen für die Identifikation potenzieller Erzvorkommen und die Planung zukünftiger Explorationsmaßnahmen.
Forschung für die Rohstoffsicherheit der Zukunft und Wissenstransfer
DESMEX-MinD leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Rohstoffversorgung in Deutschland und auch Europa. Dabei soll die komplexe Methodik von der Forschung in die kontinuierliche industrielle Praxis gebracht werden, um neben der Exploration von Erzlagerstätten beispielsweise die Erkundung tiefliegender Grundwasserleiter zu ermöglichen.
Erste Messungen mit Hubschrauber im Herbst 2026
Das Auftakttreffen des Projekts fand im Frühjahr in Münster statt und markierte den offiziellen Start der Zusammenarbeit. In den kommenden Jahren sind umfangreiche Feldkampagnen und methodische Weiterentwicklungen geplant. Die ersten Hubschrauberbefliegungen sind für Herbst dieses Jahres vorgesehen.
Hintergrundinformationen
Die Projektpartner im Verbundprojekt DESMEX-MinD:
Universität Münster, TU Bergakademie Freiberg, LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (Hannover), Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (Hannover), Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Jena), Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (Hannover). Industriepartner: Beak Consultants GmbH (Freiberg), iMAR Navigation GmbH (Sankt Ingbert), supracon AG (Jena) und Saxore Bergbau GmbH (Freiberg). Der Geologische Dienst von Finnland (Espoo) ist assoziierter Partner des Konsortiums.
Dr. Pritam Yogeshwar
LIAG-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG)
Stilleweg 2, 30655 Hannover, Deutschland
Telefon: +49 (0) 511 643 2269
E-Mail: pritam.yogeshwar@liag-institut.de
https://www.liag-institut.de/forschung/projekte/drittmittelprojekte/desmex-mind
https://www.fona.de/de/
Auftakttreffen in Münster unter Beteiligung aller Partner im Frühjahr.
Copyright: Prof. Dr. Michael Becken / LIAG
Der Hubschrauber mit Messsonde bei früheren DESMEX-Befliegungen im Einsatz.
Copyright: Prof. Dr. Thomas Günther / LIAG
Criteria of this press release:
Journalists
Economics / business administration, Electrical engineering, Environment / ecology, Geosciences
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

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