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04/21/2026 15:01

Geplante GKV‑Sparmaßnahmen gefährden die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen

Anja Baer Pressebüro - B2 talk @ tv producation
Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V.

    Berlin am 21.4.2026: Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e. V. (DGS) äußert Kritik gegenüber den Sparmaßnahmen im Referentenentwurf zum GKV‑Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Die vorgesehenen Kürzungen gefährden die ambulante Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen auf lange Sicht. Schmerzpatienten sind auf eine kontinuierliche, zeitintensive und multiprofessionelle Behandlung angewiesen und würden die Folgen einer finanziellen Deckelung im ambulanten Bereich sofort spüren, denn eine begrenzte Vergütung wird unweigerlich zu begrenzten Leistungen führen.

    Besonders kritisch sieht die DGS die geplante Abschaffung der Honoraranreize aus dem Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Nach Angaben des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung haben diese Anreize zu einer verbesserten Terminvergabe beigetragen. Eine Reduktion verfügbarer Termine erhöhen für Schmerzpatienten das Risiko einer Chronifizierung durch verzögerte Diagnostik und Therapie.

    Es besteht ferner die Gefahr, dass Praxen auf die finanziellen Einschnitte mit Personalabbau oder Leistungseinschränkungen reagieren müssen. Das kann zu längeren Wartezeiten führen. Für Menschen mit chronischen Schmerzen bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, da bereits heute viele von ihnen lange auf Termine und Behandlung warten.

    Die Einsparungen betreffen auch Bereiche, die für die Schmerzmedizin von hoher Relevanz sind: psychotherapeutische Kurzzeitinterventionen, präventive Leistungen und strukturierte Beratungsangebote. Diese Leistungen helfen, Chronifizierungsprozesse zu verhindern und Begleiterkrankungen früh zu erkennen.

    „Die Sparmaßnahmen treffen die Patientengruppe, die stabile Versorgungsstrukturen am dringendsten benötigt“, betont DGS-Präsident Dr. Richard Ibrahim. „Chronische Schmerzen erfordern kontinuierliche Betreuung. Wir brauchen daher eine nachhaltige Finanzierung der ambulanten Versorgung, wir brauchen multiprofessionelle Teams, weniger Bürokratie und eine klare Priorisierung der Versorgung chronisch kranker Menschen. Wir appellieren an die politischen Entscheidungsträger, die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit chronischen Schmerzen in den Reformüberlegungen zu berücksichtigen. Eine stabile ambulante Schmerzmedizin ist Voraussetzung für Lebensqualität, gesellschaftliche Teilhabe und die Vermeidung stationärer Behandlungen.“

    >>> Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) <<<
    Die DGS ist mit 4.035 Mitgliedern, 16 Landes- und 123 Schmerzzentren die führende Fachgesellschaft zur Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Ihr Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität von Schmerzpatienten – durch eine bessere Diagnostik und eine am Lebensalltag des Patienten orientierte Therapie. Mit praxisnahen Fortbildungen, Curricula, innovativen Versorgungsmodellen sowie Kongressen wie dem Innovationsforum und den Schmerz- und Palliativtagen fördert die DGS den interdisziplinären Austausch und die Weiterentwicklung der Schmerz- und Palliativmedizin.
    Weitere Informationen auf: www.dgschmerzmedizin.de


    More information:

    https://www.dgschmerzmedizin.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Medicine, Politics
    transregional, national
    Science policy
    German


     

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