Forschende der ESB Business School, der MIT Sloan School of Management, der University of Massachusetts Lowell und von Climate Interactive zeigen in einer wegweisenden Studie, dass interaktive Klimasimulationen helfen können, die Lücke zwischen Klimawissen und realen Entscheidungen zu schließen.
Eine neue Studie der MIT Sloan School of Management zeigt, dass Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die an moderierten, interaktiven Sitzungen mit dem Klimapolitiksimulator En-ROADS teilnahmen, ein stärkeres Verständnis wirksamer Klimalösungen entwickelten, sich persönlich stärker mit dem Thema verbunden fühlten und eher bereit waren, selbst aktiv zu werden oder Veränderungen in ihren Regierungen, Unternehmen, Organisationen oder Gemeinschaften voranzutreiben. Die meisten Teilnehmenden berichteten, dass das interaktive Format der Simulationen ihr Lernen deutlich verbesserten - im Vergleich zu herkömmlichen, passivierten Informationsangeboten. Florian Kapmeier von der ESB Business School war als MIT-Sloan-Forschungsaffiliate an der Studie beteiligt. „Was aus unseren Ergebnissen besonders hervorstach, war die emotionale Wirkung", sagte Kapmeier. „Viele Führungskräfte verließen die Simulationen besser informiert, motivierter und auch hoffnungsvoller in Bezug auf das Problem."
Zentrale Erkenntnisse:
• Moderierte, interaktive Klimasimulationen helfen Führungskräften, von abstraktem Wissen zu konkreten Entscheidungen zu gelangen, indem sie für sich selbst lernen, welche Maßnahmen Emissionen rechtzeitig senken.
• Moderierte, interaktive Simulationen fördern emotionales Engagement und reduzieren Überforderung. Viele Führungskräfte fühlten sich anschließend besser in der Lage, in ihren Organisationen etwas zu bewirken.
• Führungskräfte lernen, zwischen populären, aber wenig wirkungsarmen Maßnahmen und tatsächlich wirkungsvollen Lösungen – wie CO₂-Bepreisung, Energieeffizienz und Elektrifizierung – zu unterscheiden.
Die Studie wurde von den MIT-Sloan-Fakultätsmitgliedern John D. Sterman, Bethany Patten und Krystal Noiseux in Zusammenarbeit mit den MIT-Sloan-Forschungsaffiliates Juliette Rooney-Varga (UMass Lowell), Florian Kapmeier (ESB Business School) und Andrew Jones (Climate Interactive) durchgeführt. Es handelt sich um die erste groß angelegte Untersuchung zur Wirkung des En-ROADS-Klimasimulators auf Entscheidungsträger – darunter Kongressmitglieder, Bürgermeister, C-Suite-Führungskräfte und Mitarbeitende von Nonprofit-Organisationen.
Der Fachartikel „Interactive simulation with En-ROADS spurs climate action among decision-makers" wurde in der Fachzeitschrift npj Climate Action veröffentlicht – zu einem kritischen Zeitpunkt, an dem aktuelle Politiken global weiterhin auf eine Erwärmung von etwa 3,3 °C bis 2100 hinauslaufen und Energiepreise für fossile Brennstoffe weltweit immer weiter steigen.
Was leisten Klimasimulationen?
Mit En-ROADS können Führungskräften eine Vielzahl von Klimaschutzmaßnahmen, wie CO₂-Bepreisung, Elektrifizierung des Verkehrs und verbesserte Landwirtschaftspraktiken sowie deren Auswirkungen auf Faktoren wie Energiepreise, Luftverschmutzung, Dürre und Meeresspiegel testen. Der Simulator basiert auf dem besten verfügbaren wissenschaftlichen Stand, wurde anhand historischer Daten kalibriert, anhand des Verhaltens anderer Klimamodelle validiert und wird regelmäßig aktualisiert. Es ist in 22 Sprachen verfügbar und wurde gemeinsam mit seinem Schwestermodell C-ROADS weltweit von fast 500.000 Menschen genutzt, darunter rund 25.000 Führungskräfte im Rahmen des MIT Climate Pathways Project.
„Die Verantwortung, Emissionen zu reduzieren, liegt zunehmend bei Führungskräften aus Gesellschaft, Wirtschaft und Politik", betont Juliette Rooney-Varga, Leitautorin der Studie. „Doch Fehlinformationen, Greenwashing und weit verbreitete Missverständnisse über Klimaschutzlösungen stehen entschlossenem und effektivem Handeln oft im Weg."
Wie nutzen Führungskräfte Klimamodellierung?
Im Rahmen der Studie arbeiteten die Forschenden mit 949 Entscheidungsträgerinnen und -trägern zusammen – darunter Abgeordnete, Diplomatinnen und Diplomaten sowie Führungskräfte aus Technologie-, Energie- und Finanzbranche. In 37 moderierten En-ROADS-Simulationen konnten die Teilnehmenden ihre eigenen Ideen zu Klimaschutzmaßnahmen testen und erkunden, welche den größten Effekt haben können.
Nach den Simulationen entwickelten die Führungskräfte ein stärkeres Verständnis für das Ausmaß und die Dringlichkeit der Klimakrise als auch für die Wirksamkeit bestimmter Maßnahmen und sie fühlten sich stärker motiviert zu handeln – unabhängig davon, ob die Simulationen vor Ort oder virtuell stattfanden.
Viele Teilnehmende erkannten zuverlässiger, dass einige häufig diskutierte Maßnahmen – etwa Aufforstungsprogramme oder erhöhte F&E-Investitionen in neue CO₂-freie Technologien wie Kernfusion – vergleichsweise wenig Wirkung haben, während Ansätze wie CO₂-Bepreisung und Energieeffizienz besonders effektiv sind.
Ein Viertel der befragten Teilnehmenden hob außerdem die sozialen Interaktionen während der Simulationen als besonders prägend für das Lernen und die geplanten Maßnahmen hervor. Das gemeinsame Erleben habe ihnen das Gefühl gegeben, Teil einer handlungsfähigen Gruppe zu sein, die etwas bewirken kann.
„Wenn Führungskräfte Klimapolitikoptionen in einer sicheren, simulierten Umgebung erkunden können, lernen sie selbst, welche Lösungen funktionieren, und werden motivierter zu handeln", sagte John Sterman.
Die Studienergebnisse zeigen laut Andrew Jones, dass „der verstärkte Einsatz von En-ROADS und ähnlichen moderierten, interaktiven Simulationen in Schulungen, Unternehmensstrategien und öffentlichen Foren dazu beitragen könnte, die Lücke zwischen Klimaversprechen und tatsächlicher Umsetzung zu schließen."
Über die Studie
Der Artikel „Interactive simulation with En-ROADS spurs climate action among decision-makers“ erschien am 21. März 2026 in der Fachzeitschrift npj Climate Action. Er entstand in Zusammenarbeit von MIT Sloan School of Management, UMass Lowell, ESB Business School und Climate Interactive. www.nature.com/npjclimataction
Über En-ROADS
En-ROADS ist ein kostenloser, online verfügbarer Klimapolitiksimulator, gemeinsam entwickelt von Climate Interactive und MIT Sloan. Er ist in 22 Sprachen verfügbar und wurde bislang von rund 500.000 Menschen weltweit genutzt. Mehr Informationen: https://en-roads.climateinteractive.org
Prof. Dr. Florian Kapmeier, Forschungsaffiliate der Studie, ESB Business School, Hochschule Reutlingen, E-Mail: Florian.Kapmeier@Reutlingen-University.DE
www.nature.com/npjclimataction
https://en-roads.climateinteractive.org
Criteria of this press release:
Journalists
Oceanology / climate
transregional, national
Research results
German

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