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04/28/2026 08:00

Ländliche Regionen profitieren besonders von privaten Hochschulen

Pascal Ausäderer Presse und Redaktion
ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

    Private Hochschulcampi können die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland messbar stärken. Eine aktuelle Analyse des ZEW Mannheim zeigt, dass die Gründung eines privaten Campus die lokale wirtschaftliche Aktivität erhöht. Im Durchschnitt entspricht dies einem Anstieg des regionalen Bruttoinlandsprodukts um rund 1,5 bis 2,1 Prozent. Die Effekte sind jedoch regional unterschiedlich ausgeprägt und entfalten sich erst über einen längeren Zeitraum. Besonders profitieren ländlicher geprägte Regionen. Für städtische Regionen lässt sich keine Steigerung der wirtschaftlichen Aktivität nachweisen.

    Zum einen stärken unsere Ergebnisse den Anspruch privater Hochschulen auf regionale Anerkennung und Unterstützung, da sie langfristig zu wichtigen Bezugspunkten für die regionale Entwicklung werden können“, erklärt Dr. Bastian Krieger, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“ und Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe „Co-Creation“. Linus Strecke, Wissenschaftler im selben Forschungsbereich, ergänzt: „Zum anderen zeigen die Ergebnisse, dass private Hochschulcampi regionalpolitisch nutzbar sind, ihr Potenzial sich jedoch vor allem auf ländlichere und intermediäre Regionen konzentriert.“

    Stärkere Effekte außerhalb der Metropolen

    Während in städtischen Räumen keine messbaren Effekte auftreten, profitieren ländliche und intermediäre Regionen. Dort steigt das regionale Bruttoinlandsprodukt infolge von Campusgründungen um bis zu sieben Prozent. Private Hochschulen haben somit das Potenzial in strukturschwächeren Regionen als wirtschaftliche Impulsgeber zu wirken und eine bedeutende Rolle in regionalpolitischen Strategien einzunehmen.

    Langfristige Wirkung und lokale Bindung

    Die positiven Effekte entstehen nicht kurzfristig, sondern bauen sich über viele Jahre hinweg auf. Erst nach mehr als einem Jahrzehnt werden sie statistisch signifikant. Dies deutet darauf hin, dass private Hochschulen langfristig zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, etwa durch Humankapitalbildung, Unternehmensverflechtungen oder ihre regionale Führungsrolle. Gleichzeitig bleiben die Effekte lokal begrenzt: Für benachbarte Regionen lassen sich keine vergleichbaren Effekte nachweisen. Die wirtschaftlichen Zugewinne konzentrieren sich somit auf die jeweiligen Standortregionen der Campi.

    Über die Methodik

    Die Studie verknüpft umfassende Daten zu Gründungen privater Hochschulcampi in Deutschland mit einem auf detaillierten Satellitendaten gestützten Indikator lokaler wirtschaftlicher Aktivität auf Ebene von Postleitzahlregionen für den Zeitraum von 1985 bis 2020. Methodisch kommt ein gestaffeltes Difference-in-Differences-Design zum Einsatz, das die wirtschaftliche Entwicklung von Regionen mit Campusgründungen mit strukturell ähnlichen Regionen ohne solche Gründungen vergleicht. Dadurch lassen sich kausale Effekte der Campusgründungen auf die regionale Wirtschaftsentwicklung feststellen.

    Die Studie wurde durch die Förderlinie „Forschung über nicht-staatliche Hochschulen” des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert (Förderkennzeichen: 16NISTA04A und 16NISTA04B).


    Contact for scientific information:

    Dr. Bastian Krieger
    Leiter der ZEW-Nachwuchsforschungsgruppe „Co-Creation“
    Tel: +49 (0)621 1235-376
    E-Mail: bastian.krieger@zew.de


    Original publication:

    https://www.zew.de/fileadmin/FTP/policybrief/de/pb07-26.pdf


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    Economics / business administration, Politics, Social studies
    transregional, national
    Advanced scientific education, Transfer of Science or Research
    German


     

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