Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) zeichnet Professor Dr. Roman Evgenovych Gladyshevskii, Rektor und Professor für Anorganische Chemie an der Iwan-Franko-Universität Lwiw, Ukraine, für seine besonderen Verdienste um die Chemie mit der August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze aus. Die GDCh würdigt damit nicht nur seine wissenschaftlichen Leistungen, sondern auch sein außerordentliches Engagement für die Chemie unter Kriegsbedingungen. Die Verleihung findet am 16. Juli im Rahmen des 10th EuChemS Chemistry Congress in Antwerpen, Belgien, statt.
Roman Gladyshevskii von der Iwan-Franko-Universität Lwiw erhält die August-Wilhelm-von-Hofmann-Denkmünze 2026. Der ukrainische Anorganiker forscht zu Kristallstrukturen intermetallischer Verbindungen (Metalllegierungen mit geordnetem Atomaufbau) und leitet seit 2006 die Schule der Kristallchemie – mit richtungsweisenden Arbeiten zu Aluminiden, Galliden, Siliciden und Germaniden mit Seltenen Erden. Seit 2025 ist er Rektor der Universität – zuvor war er zehn Jahre lang Prorektor für Wissenschaft und Forschung.
Ausgezeichnet wird er für sein außerordentliches Engagement unter Kriegsbedingungen: Trotz Luftalarmen und wiederholten Unterbrechungen hielt er Studium, Forschung und Lehre aufrecht. Er koordinierte die Aufnahme von Studierenden aus stärker betroffenen Regionen der Ukraine, sorgte für ihre Sicherheit und entwickelte ein Gleichgewicht zwischen Präsenz- und Distanzlehre. Dabei betonte er stets: Praktische Laborarbeit lässt sich digital nicht ersetzen. Gleichzeitig schuf er gezielte Angebote zur Resilienzförderung für Studierende.
Unter seiner Mitwirkung stellte die Universität tausende Unterkünfte für Geflüchtete bereit, öffnete ihre Infrastruktur für Forschende aus dem ganzen Land und stellte hochspezialisierte Geräte – etwa im Labor für intermetallische Materialwissenschaften – zur Verfügung. Universitäten im besonders betroffenen Osten der Ukraine erfuhren dabei seine aktive Unterstützung. Den internationalen Austausch hielt er lebendig – zum Beispiel durch die 15. Internationale Konferenz zur Kristallchemie intermetallischer Verbindungen mit Teilnehmenden aus 13 Ländern.
Roman Evgenovych Gladyshevskii, geboren 1958 in Lwiw, Ukraine, schloss 1980 das Chemiestudium an der Ivan-Franko-Universität Lwiw ab, promovierte 1987 am Lwiw Polytechnikum und habilitierte sich 2001 an der Ivan-Franko-Universität Lwiw. Nach Forschungstätigkeiten in Lwiw, an der Universität Genf, Schweiz, und an der Universität Savoyen, Annecy, Frankreich (1988–1997), war er Dozent und Professor (2000–2005), Departmentsdirektor (seit 2006) und Prorektor (2014–2025). Seit 2025 ist er Rektor der Ivan-Franko-Universität Lwiw und Vollmitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Er erhielt u. a. den Staatspreis der Ukraine (2008) sowie den Pysarzhevsky-Preis (2024) und publizierte über 400 Artikel und 23 Monographien.
Die GDCh verleiht die August-Wilhelm-Hofmann-Denkmünze – eine Goldmünze – an Persönlichkeiten aus dem In- oder Ausland, die Großes für die Chemie geleistet haben. Der Preis hat eine lange Tradition und wurde bereits von der Vorgängergesellschaft, der Deutschen Chemischen Gesellschaft, 1902 etabliert.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit rund 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie fördert die wissenschaftliche Arbeit, Forschung und Lehre sowie den Austausch und die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnis. Die GDCh unterstützt die Ausbildung in Schule und Hochschule sowie die kontinuierliche Fortbildung für Beruf und Karriere.
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, Students
Chemistry
transregional, national
Contests / awards
German

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