Mit dem Ziel eine deutschlandweite Infrastruktur zur nachhaltigen Verbesserung der Schlaganfallversorgung aufzubauen, hat das Fachnetzwerk Schlaganfall (Specialty Network Stroke, SN Stroke) unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin seine Arbeit aufgenommen. Das Fachnetzwerk wird innerhalb des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) aufgebaut und durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) über vier Jahre mit rund 4,6 Millionen Euro gefördert. Davon gehen rund 906.000 Euro direkt ans UKE.
Trotz bedeutender medizinischer Fortschritte bleibt der Schlaganfall weltweit eine der häufigsten Todesursachen und eine führende Ursache für dauerhafte Behinderung. Medizinische Innovationen und sektorenübergreifende Versorgungskonzepte haben zwar zu deutlichen Verbesserungen geführt und die Mortalität gesenkt, dennoch besteht weiterhin erheblicher Handlungsbedarf. Ziel des neuen Fachnetzwerks ist deshalb der Aufbau einer deutschlandweiten, interdisziplinären und multiprofessionellen Forschungsinfrastruktur zur effizienten Durchführung von groß angelegten, multizentrischen klinischen und klinisch-epidemiologischen Studien. Dabei wird die Schlaganfallbehandlung ganzheitlich betrachtet – von der prähospitalen Versorgung über die Akuttherapie, Sekundärprävention und Rehabilitation bis hin zur Nachsorge sowie dem pädiatrischen Schlaganfall.
Das Netzwerk wird gemeinsam von Forschenden des UKE und der Charité wissenschaftlich geleitet und koordiniert. Es ist Teil des NUM Studiennetzwerks (NUM Study Network, NUM SN) und derzeit eines von drei geförderten NUM Fachnetzwerken. Sprecher:innen des Netzwerks SN Stroke sind Prof. Dr. Karen Gertz (Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie, Campus Charité Mitte) und Prof. Dr. Götz Thomalla (Klinik und Poliklinik für Neurologie, UKE); Co-Sprecher sind Prof. Dr. Folke Brinkmann (Sektion für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck) sowie Prof. Dr. Martin Bendszus (Abteilung für Neuroradiologe, Universitätsklinikum Heidelberg).
„Das Netzwerk ist eine einmalige Chance für die Schlaganfallforschung in Deutschland – eine vergleichbare, öffentlich geförderte Struktur gab es bislang nicht. Neue Therapien sind in Entwicklung, und wir brauchen leistungsfähige Studienstrukturen, um diese schneller in die klinische Praxis zu überführen“, sagt Netzwerk-Sprecher Prof. Dr. Götz Thomalla, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie sowie Prodekan für Klinische Forschung und Translation in der Medizinischen Fakultät des UKE.
„Der Schlaganfall ist eine der großen gesellschaftlichen Herausforderungen mit erheblichen individuellen Folgen für die Betroffenen und ihre Familien. Mit dem Netzwerk wollen wir Forschung und Versorgung enger verzahnen und Innovationen gezielt voranbringen“, ergänzt Netzwerk-Sprecherin Prof. Dr. Karen Gertz aus der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie, Campus Charité Mitte.
Zu Beginn werden zehn universitäre Standorte sowie zusätzlich fünf Standorte mit Schwerpunkt auf kindlichem Schlaganfall gefördert. In weiteren Förderwellen ist über die nächsten Jahre eine schrittweise Erweiterung auf weitere Standorte vorgesehen. Darüber hinaus können sich von Beginn an alle Schlaganfallzentren in Deutschland durch den Einschluss von Patient:innen an Studien im Netzwerk beteiligen.
Ein zentraler Bestandteil des Fachnetzwerks ist die Kohortenstudie „Stroke-CORE“, deren Start für Juni 2026 geplant ist. Über diese Studie sollen Patient:innen – einschließlich Kinder – an den NUM-Standorten rekrutiert und über alle Versorgungsphasen hinweg begleitet werden. Die gewonnenen Daten bilden eine wichtige Grundlage für zukünftige interventionelle Studien, etwa zur Identifikation relevanter Forschungsfragen, zur Abschätzung von Fallzahlen und zur Bewertung der praktischen Umsetzbarkeit neuer Therapieansätze.
Über das NUM Studiennetzwerk (NUM SN) und seine Fachnetzwerke im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)
Das NUM Studiennetzwerk ist eine zentrale Initiative, entstanden als spezialisierte Forschungsinfrastruktur innerhalb des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM). Im NUM führen erstmalig alle 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin gemeinsam große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Ziel des NUM Studiennetzwerks ist die Optimierung von Prozessen, die Vernetzung von Akteur:innen und die Beschleunigung der klinischen und klinisch-epidemiologischen Forschung in Deutschland. Die drei Fachnetzwerke im NUM Studiennetzwerk erheben standardisiert klinische Forschungsdaten und sammeln Bioproben, um einen standortübergreifenden Datenpool im jeweiligen Fachbereich aufzubauen.
Prof. Dr. Götz Thomalla
Prodekanat für Klinische Forschung und Translation
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Telefon: 040 7410-50137
thomalla@uke.de
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine
transregional, national
Cooperation agreements, Research projects
German

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