Erste „Teaming for Excellence“-Förderung der EU im Bereich Archäologie beinhaltet 2,5 Millionen Euro für Kiel.
Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) gehört zu den weltweit führenden Standorten im Fach Archäologie. Das zeigt nicht nur der wiederholte Erfolg im deutschen Exzellenzwettbewerb mit dem Cluster ROOTS, das zeigen auch internationale Vergleiche wie das QS World University Ranking. Jetzt hat die Europäische Union einen gemeinsamen „Teaming for Excellence“-Antrag der CAU und der Universität der Algarve (UAlg) in Portugal bewilligt. Er sieht vor, dass die CAU als Referenzpartnerin die portugiesische Universität beim Aufbau eines europäischen Exzellenzzentrums für technologische Innovation im Bereich des archäologischen Erbes unterstützt. Die EU fördert die Partnerschaft mit insgesamt 15 Millionen Euro. 2,5 Millionen Euro davon gehen nach Kiel.
Historischer Erfolg für die CAU und die UAlg
„Die Universität der Algarve und die CAU sind bereits langjährige Partner in der europäischen Hochschulallianz SEA-EU. Dass die EU den gemeinsamen Teaming-for-Excellence-Antrag bewilligt hat, ist ein historischer Erfolg für beide. Die Entscheidung bestätigt einerseits den exzellenten internationalen Ruf der CAU in den archäologischen Disziplinen. Gleichzeitig gibt uns die Förderung die Möglichkeit, auch eigene Strukturen zu stärken und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen in Portugal auszubauen“, sagt der für Internationalisierung zuständige CAU-Vizepräsident Professor Ralph Schneider.
Die jetzt bewilligte Förderung ist das erste „Teaming for Excellence“, das die EU jemals im Bereich Archäologie vergeben hat. Gleichzeitig ist es auch der erste „Teaming for Excellence“-Antrag, an dem die CAU beteiligt war. „Umso mehr freuen wir uns über den Erfolg“, betont die in Kiel federführende Archäologin Dr. Michaela Ecker vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU.
Technologien für angewandte Lösungen aus der Archäologie
Ziel des deutsch-portugiesischen Projekts ist der Aufbau eines sich selbst tragenden Innovationszentrums mit dem Namen „UAlgTec Heritage“ an der Algarve. Es soll Technologien entwickeln, die wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Archäologie in angewandte Lösungen für Raumplanung, Kulturtourismus, Kreativwirtschaft und Klimaanpassung für archäologische Stätten umsetzen.
Die an der CAU beteiligten Einrichtungen wie der Exzellenzcluster ROOTS, die Johanna-Mestorf-Akademie und der Forschungsschwerpunkt Gesellschaft, Umwelt, Kultur im Wandel (SECC) steuern ihre Erfahrungen in der Nachwuchsförderung, Personalgewinnung und Organisationsstruktur für exzellente Forschung bei.
Sich ergänzende Laborkapazitäten in Kiel und an der Algarve
„Gleichzeitig werden wir das Geld nutzen, bestehende Laborkapazitäten in Kiel auszubauen, vor allem mit Blick auf das in Kiel geplante Forschungszentrum ARCWorlds“, erklärt Michaela Ecker. So entstehen unter anderem Infrastrukturen, die zusätzliche Forschung zur frühen Menschheitsgeschichte in der Altsteinzeit möglich machen.
„Dieser Abschnitt ist in Kiel bislang relativ wenig vertreten, an der UAlg bildet er einen Schwerpunkt. Die EU-Förderung gibt uns die Möglichkeit, an beiden Standorten sich ergänzende Strukturen zu schaffen“, ergänzt Ecker, die eine Emmy-Noether-Forschungsgruppe zur frühen Menschheitsentwicklung im südlichen Afrika leitet.
Auch im Bereich Wissenschaftstransfer sollen durch die Zusammenarbeit neue Gebiete mit Hilfe moderner Technologie erschlossen werden.
Neben den beiden Universitäten sind auch das portugiesischen Archäologie-Unternehmen Arqueologia S.A., und das in Irland ansässige Technologieberatungsunternehmen Zartis Ltd. an dem Projekt beteiligt. Teil des jetzt bewilligten Projekts, das Anfang 2027 startet, ist ein Kultur- und Technologie-Festival, dass während der kommenden sechs Jahren mindestens einmal in Kiel abgehalten werden wird.
„Ich freue mich schon sehr auf die Zusammenarbeit und die neuen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben“, betont Michaela Ecker.
Die SEA-EU-Allianz: kollaborativ und interdisziplinär
Die SEA-EU-Allianz, die von der Universität Cádiz in Spanien koordiniert wird, wurde 2019 von sechs Universitäten gegründet: der Universität Cádiz, der Universität Brest (Frankreich), der Universität Kiel (Deutschland), der Universität Danzig (Polen), der Universität Split (Kroatien) und der Universität Malta. Für die zweite Projektphase, die Anfang 2023 begann und mit insgesamt 14,4 Millionen Euro finanziert wird, schlossen sich drei weitere Partner dem Netzwerk an: die Universität Neapel Parthenope (Italien), die Universität Algarve (Faro, Portugal) und die Universität Nord (Bodø, Norwegen). Insgesamt umfasst die Allianz etwa 150.000 Studierende und 18.000 Beschäftigte, die alle von der verstärkten Zusammenarbeit profitieren können, die durch die Allianz gefördert wird. Die Finanzierung durch die EU-Kommission deckt 80 Prozent der Gesamtkosten von SEA-EU. Die restlichen 20 Prozent werden von den neun Mitgliedern finanziert.
Die neun Partner, die alle an europäischen Küsten liegen, bilden zusammen einen interdisziplinären, interuniversitären, multiethnischen und mehrsprachigen Universitätscampus. Die enge Zusammenarbeit mit europäischen Partnern ermöglicht es den Universitäten, die internationale Entwicklung von Technologien, Strategien und Modellen voranzutreiben. Auf diese Weise können wichtige Beiträge zur Lösung großer gesellschaftlicher und globaler Herausforderungen unserer Zeit geleistet werden. Die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals), die die Allianz als im Einklang mit den europäischen Werten stehend betrachtet, sind dabei eine wichtige Orientierungshilfe.
SEA-EU ist eine von 73 europäischen Hochschulallianzen, die derzeit von dem Erasmus+-Programm der Europäischen Kommission finanziert werden.
Es stehen Fotos/Materialien zum Download bereit:
https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2026/071-teaming-excellence-2.jpg
Die Archäologin Michaela Ecker erforscht den Einfluss langfristiger Klima- und Umweltveränderungen auf die kulturelle Entwicklung des Menschen. Zusammen mit Forschenden der Universität der Algarve und zwei Firmen hat sie den ersten erfolgreichen „Teaming for Excellence“-Antrag im Bereich Archäologie bei der EU eingereicht.
© Jan Steffen, Cluster ROOTS/Uni Kiel
https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2026/071-teaming-excellence-1.jpg
Im aktuellen Projekt zur frühen menschlichen Entwicklung im südlichen Afrika nutzt das Team von Michaela Ecker bereits modernste Technologien, zum Beispiel zur Erfassung von Funden. Der „Teaming for Excellence“-Antrag zielt darauf ab, ein Zentrum aufzubauen, das neue Technologien für die archäologische Feldarbeit, aber auch für Kulturtourismus, Kreativwirtschaft und Klimaanpassung archäologischer Stätten entwickeln wird.
© Michaela Ecker
https://www.uni-kiel.de/de/pressemitteilungen/2026/071-teaming-excellence.jpg
Dank gemeinsamer Forschungen und der SEA-EU-Allianz bestehen schon lange enge Verbindungen zwischen der Uni Kiel und der Uni der Algarve. Hier besucht Michaela Ecker 2023 ein Labor am Interdisziplinäres Zentrum für Archäologie und die Evolution des menschlichen Verhaltens der UAlg
© ICArEHB
Dr. Michaela Ecker
Institut für Ur- und Frühgeschichte der CAU/Exzellenzcluster ROOTS
+49 431 880-4379
mecker@ufg.uni-kiel.de
https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/071-teaming-exzellenz
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars
Environment / ecology, History / archaeology, Oceanology / climate
transregional, national
Cooperation agreements
German

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