Mit dem Fachbuch „International Healthcare Management. Towards Efficiency, Effectiveness and Equity of Healthcare Systems in Low- and Middle-Income Countries“ von Prof. Dr. Steffen Fleßa ist im De Gruyter Brill Verlag kürzlich ein Werk erschienen, das eine kritische Lücke in der aktuellen Fachliteratur schließt. Während Lehrbücher zur Gesundheitsökonomie oder zum Gesundheitsmanagement häufig die Realitäten der Gesundheitsversorgung für die Mehrheit der Weltbevölkerung vernachlässigen, widmet sich das neue Fachbuch bewusst auch Ländern mit geringen Ressourcen. Es zeigt Wege auf, wie Effizienz, Effektivität und Gerechtigkeit verbessert werden können.
In wohlhabenden Industrienationen konzentriert sich die Gesundheitsökonomie oft auf die Optimierung bereits funktionierender Prozesse. In Ländern mit niedrigem Einkommen hingegen stehen existenzielle Fragen im Vordergrund. So lebt der Großteil der Weltbevölkerung in Regionen, in denen ein gravierender Mangel an medizinischen Ressourcen herrscht. In diesem Kontext wird wirtschaftliche Effizienz zu einer ethischen Verantwortung, da sie direkt über den Zugang zu lebensnotwendiger Versorgung entscheidet.
Effizienz als ethische Verpflichtung
„Wo Ressourcen knapp sind, entscheidet ihr Einsatz oft über Leben und Tod“, sagt Steffen Fleßa, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement an der Universität Greifswald. „Was ineffizient verwendet, das heißt verschwendet wird, steht an anderer Stelle nicht mehr für die Versorgung von Patient*innen zur Verfügung. Effizienz ist daher weit mehr als ein wirtschaftliches Prinzip – sie ist eine ethische Verpflichtung, insbesondere in Ländern mit äußerst begrenzten Mitteln. Genau hier setzt das Internationale Gesundheitsmanagement an: Es geht darum, Strukturen und Prozesse so zu verbessern, dass mit den vorhandenen Ressourcen möglichst viele Menschen wirksam und gerecht versorgt werden können.“
Aus dieser Überzeugung heraus versteht Steffen Fleßa International Healthcare Management nicht als Verwaltung, sondern als die Lehre von der Verbesserung der Gesundheit für die ganze Bevölkerung durch die Steigerung der Systemeffizienz. Sein besonderes Anliegen ist es, Gerechtigkeit durch Effizienz zu schaffen: Ressourcen freizusetzen, um die Sterblichkeit zu senken und die Lebensqualität von Milliarden von Menschen zu verbessern.
Ein ganzheitlicher Ansatz aus 35 Jahren Praxiserfahrung
Um diesen komplexen Herausforderungen gerecht zu werden, reicht ein rein betriebswirtschaftlicher Blick nicht aus. Basierend auf seiner mehr als 35-jährigen internationalen Berufserfahrung – unter anderem in Tansania, Kambodscha, Vietnam, Venezuela und Usbekistan – verfolgt Fleßa einen interdisziplinären Ansatz. Durch die Verknüpfung ökonomischer Prinzipien mit Erkenntnissen aus der Epidemiologie, Geografie und Ethnologie sowie weiterer Fachgebiete schafft er eine interdisziplinäre Perspektive, die über herkömmliche Managementansätze hinausreicht. Nur so entsteht ein ganzheitliches Bild der Gesundheitssysteme, das die realen Hindernisse vor Ort tatsächlich berücksichtigt.
„Jede verschwendete Ressource fehlt dort, wo sie Leben retten könnte“, beschreibt Fleßa seine Motivation. „Das Ziel des Buches ist es, Fach- und Führungskräften konkrete Instrumente an die Hand zu geben, um Gesundheitssysteme besser zu analysieren, zu bewerten und gestalten zu können – etwa durch die Analyse von Angebot und Nachfrage oder die Gestaltung effizienterer Finanzierungsmodelle. Die zentrale These des Werkes bleibt dabei stets aktuell: Effizienz ist nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern kann unmittelbar Menschenleben retten.“
Weitere Informationen
Publikation: Fleßa, Steffen. International Healthcare Management: Towards Efficiency, Effectiveness and Equity of Healthcare Systems in Low- and Middle-Income Countries, De Gruyter, 2026. https://doi.org/10.1515/9783112217290
Prof. Dr. Steffen Fleßa ist Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement sowie seit April 2026 Dekan der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Greifswald. Mit seiner langjährigen Erfahrung in Forschung und Praxis – unter anderem in Tansania, Kenia, Vietnam, Kambodscha und Usbekistan – spezialisierte er sich auf das Gesundheitsmanagement in peripheren Regionen sowie in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.
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Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Steffen Fleßa
Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement
Friedrich-Loeffler-Straße 70, 17489 Greifswald
Telefon +49 3834 420 2476
steffen.flessa@uni-greifswald.de
Porträt Prof. Dr. Steffen Fleßa
Source: Foto: Jan Meßerschmidt/UG
Criteria of this press release:
Journalists
Economics / business administration
transregional, national
Research results, Scientific Publications
German

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