Ihre virtuose Erzählweise unterläuft scheinbare Gewissheiten, ihre Romane behandeln zentrale Fragen unserer Zeit: Olga Grjasnowa ist Poet in Residence 2026 an der Universität Duisburg-Essen. Vom 19. bis 22. Mai wird sie in (Vor-)Lesungen unter anderem der Frage nachgehen: Wie viel Realität verträgt ein Roman, und was ist politisches Schreiben im Zeitalter der Instagram-Kacheln? Interessierte sind herzlich eingeladen.
Olga Grjasnowa wurde 1984 in Aserbaidschan geboren. Ihr erster Roman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“ (2012) wurde von der Literaturkritik gelobt, mehrfach ausgezeichnet und zehn Jahre später für das Kino verfilmt. Seit 2023 ist Grjasnowa Professorin am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst in Wien. Zuvor absolvierte sie Auslandsaufenthalte in Israel, Polen, Russland und der Türkei und war als Gastprofessorin in den USA und der Schweiz. Ihre Werke wurden bisher in 15 Sprachen übersetzt.
In ihren Vorlesungen an der Universität Duisburg-Essen setzt Olga Grjasnowa sich mit der Struktur und den politischen Entstehungsbedingungen des Romans im Allgemeinen auseinander: Wie entwickeln sich aus dem Chaos der ersten Entwürfe, Notizen und Ideen Figuren, Dynamiken, eine eigene Sprache und eine Handlung? Welche Entscheidungen sind notwendig und wann? Auch über Poetik im politischen Kontext wird sie sprechen und darüber, wie die Welt sich ins Werk einschreibt.
Ihre öffentlichen Lesungen im Überblick:
• Dienstag, 19.05., 16 bis 18 Uhr, Poetikvorlesung 1: Wie entsteht ein Roman: Vom Chaos zur Struktur
• Mittwoch, 20.05., 16 bis 18 Uhr, Poetikvorlesung 2: Worüber Schreiben: Die Poetik im politischen Kontext
• Donnerstag, 21.05., 18 bis 20 Uhr: Lesung aus ihrem aktuellen Roman „Juli, August, September“
Alle Veranstaltungen finden am Essener Campus in Hörsaal R11 T00 D05 (gegenüber der Bibliothek) statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Den Lehrenden der Neueren deutschen Literaturwissenschaft der Universität Duisburg-Essen fiel es leicht, sich für Olga Grjasnowa als Poet in Residence 2026 zu entscheiden, so PD Dr. Stefan Hermes vom Institut für Germanistik: „Bei Olga Grjasnowa handelt es sich um eine der bedeutendsten deutschsprachigen Autor:innen der Gegenwart, für deren Werke sich auch viele unserer Studierenden sehr interessieren. Ihre Romane sind stilistisch virtuos und thematisch aktuell, etwa im Hinblick auf interkulturelle Konstellationen, die sich infolge von Krieg und Flucht ergeben.“
PD Dr. Stefan Hermes, Neuere deutsche Literaturwissenschaft, Tel. 0201/18 3-6030, stefan.hermes@uni-due.de
Portrait von Olga Grjasnowa
Source: Valeria Mitelman
Copyright: Valeria Mitelman
Criteria of this press release:
Journalists, Students, all interested persons
Language / literature
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications, Personnel announcements
German

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