Energiesicherheit ist sowohl für die nationale als auch für die kollektive Sicherheit von zentraler Be-deutung. Das Fraunhofer-Institut für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie FKIE ist Teil des Projektteams des kürzlich angelaufenen EU-Projekts SENTINEL (Sustainable Energy Capabi-lities for Enhanced Military Camps and Operations). Ziel des vierjährigen Projekts ist es daher, nach-haltige und innovative Energielösungen zu entwickeln, die unter widrigen Bedingungen funktionie-ren und gleichzeitig den logistischen Fußabdruck von Militärlagern und -operationen verringern. Ge-fördert wird SENTINEL im Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds.
Das kürzlich gestartete Projekt SENTINEL zielt darauf ab, die bislang hohe Abhängigkeit des Militärs von fossilen Brennstoffen zu reduzieren und stattdessen nachhaltige und widerstandsfähige Energieversorgungskonzepte für militärische Einsätze zu etablieren. Damit adressiert SENTINEL eine der drängendsten strategischen Herausforde-rungen für die europäische Verteidigungsfähigkeit an der Schnittstelle von Energiesicherheit, Treibstoffabhän-gigkeit und Einsatzbereitschaft. Das auf vier Jahre angelegte Projekt wird im Rahmen des Europäischen Verteidi-gungsfonds gefördert, verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 57 Millionen Euro und vereint militärisches und ziviles Fachwissen von 42 Partnern aus 16 Ländern.
In enger Zusammenarbeit mit den Streitkräften werden 17 zentrale Energielösungen entwickelt, erprobt und weiterentwickelt. Dazu zählen neue Energietechnologien, digitale Lösungen für das Energiemanagement, ver-besserte Mobilitätsansätze sowie die Einbindung intelligenter Stromnetze. Die Lösungen werden in fünf praxis-nahen Demonstrationen getestet – vier davon auf bestehenden Militärbasen sowie eine in einer umfassenden digitalen Umgebung. Durch die Erprobung unter realistischen militärischen Einsatzbedingungen und unterschied-lichen klimatischen Bedingungen ist das Projekt zwar anspruchsvoll, aber zugleich von hoher praktischer Bedeu-tung. SENTINEL führt das Vorgängerprojekt INDY (Energy Independent and Efficient Deployable Military Camps) fort, an dem das damalige Fraunhofer INT – seit Anfang des Jahres Teil des Fraunhofer FKIE – bereits maßgeb-lich beteiligt war.
Das Fraunhofer FKIE übernimmt im Projekt Analyse- und Konzeptionsaufgaben. Da die praktischen Demonstra-tionen der Energielösungen in unterschiedlichen Klimazonen stattfinden, besteht eine der ersten Aufgaben da-rin, die zu erwartenden klimatischen Bedingungen an den jeweiligen Standorten zu analysieren. Dazu zählen Extremwetterereignisse sowie mögliche Veränderungen infolge des Klimawandels. Darüber hinaus identifiziert das Fraunhofer FKIE auf Basis des im Vorgängerprojekt INDY erarbeiteten »Emerging Technology Compendi-ums« mit 75 Technologieanalysen neue Energietechnologien, die künftig für militärische Feldlager relevant wer-den.
Vom 10. bis 12. Februar 2026 kamen die Partner des Projekts im slowenischen Maribor erstmals persönlich zusammen. Unter dem Titel »Aligning Expectations« nahmen mehr als 130 Vertreterinnen und Vertreter aus 16 europäischen Ländern teil, darunter die 42 Konsortialpartner, Vertreter der Europäischen Kommission, Mitglie-der des Endnutzerbeirats sowie beteiligte Verteidigungsministerien und Streitkräfte. Ziel des Treffens war es, ein gemeinsames Verständnis der Projektziele zu schaffen, Erwartungen abzugleichen und die Zusammenarbeit zwischen Konsortium und Ministerien eng aufeinander abzustimmen. Das Programm umfasste Plenarsitzungen, technische Fachvorträge und interaktive Workshops. Im Mittelpunkt standen die inhaltliche Abstimmung der angestrebten Energielösungen sowie die Koordination der geplanten Demonstrationen und Arbeitspakete.
Criteria of this press release:
Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Energy
transregional, national
Research projects, Transfer of Science or Research
German

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