Verfassung zwischen Interpretation und Praxis
Mittwoch, 03. Juni 2026, 18.30 Uhr
Online (Zoom) & Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal
Goethestraße 31, 45128 Essen
Mit Samira Akbarian und Susanne Baer diskutieren auf der KWI-Bühne die juristisch versierten Autorinnen zweier auf den ersten Blick sehr unterschiedlicher Bücher: Während die ehemalige Verfassungsrichterin und HU-Professorin Baer uns in den Maschinenraum des obersten deutschen Gerichts und seines breiten Spektrums an Urteilen führt, widmet sich ihre Frankfurter Kollegin Akbarian dem spezifischen Problem des zivilen Ungehorsams.
Auch in ihrer Form unterscheiden sich Akbarians Studie Recht brechen und Baers jüngere Publikation Rote Linien: Einer „Theorie“ des Rechtsbruchs, der sich auf verfassungsrechtlich verbriefte Grundrechte bezieht, steht die persönliche teilnehmende Beobachtung der Praxis und Verfahren des Bundesverfassungsgerichts gegenüber. Beide Expertinnen und ihre Bücher treffen sich indessen an neuralgisch-aufschlussreichen Punkten, die z.B. Urteile zum Klimawandel, zum Recht auf Abtreibung oder die Corona-Maßnahmen betreffen.
Samira Akbarian lotet mit dem gewaltlosen zivilen Ungehorsam eine Grauzone der Legalität aus, in der sich eine demokratisch wirksame Rechtsprechung gerade durch umstrittene Urteile bewährt. Susanne Baer plädiert für eine verfassungsgerichtliche Praxis, deren auf Vielfalt und Verfahrenssorgfalt gegründete Konsensentscheidungen sowohl rote Linien markieren als auch einen roten Faden deutscher Verfassungsrechtsprechung weiterspinnen. Unter hohem öffentlichem Druck (ent)stehen viele der Urteile, mit denen Baer und Akbarian ihre grundsätzlichen Überlegungen anreichern. Wie sich aus solchem Druck einladende Diskussionen über die Zusammenhänge von Rechtsprechung und Demokratie gewinnen lassen, wird sich im Gespräch der beiden Rechtswissenschaftlerinnen mit Julika Griem zeigen.
REFERENTINNEN
Samira Akbarian, Goethe-Universität Frankfurt
Susanne Baer, Humboldt-Universität zu Berlin
MODERATION
Julika Griem, Direktorin des KWI
TEILNAHME VOR ORT
Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
TEILNAHME VIA ZOOM
Für eine Teilnahme via Zoom folgen Sie beizeiten dem Link auf der Homepage.
VERANSTALTER
Eine Veranstaltung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) im Rahmen des Jahresthemas 2026/27 „Rote Linien“.
Über das Jahresthema 2026/27 „Rote Linien“:
Unter dem Titel „Rote Linien“ untersuchen wir im Jahr 2026/2027 Denkfiguren, die Grenzen mit Signalwirkung setzen und Unterscheidungen produzieren. Mit welchen machtpolitischen und ästhetischen Verfahren werden rote Linien gezogen und zu welchem Zweck? Wie werden sie überschritten, ignoriert oder verteidigt? Wohin führen rote Linien und inwiefern lässt sich auf ihnen als „thin red line“ überhaupt Halt finden? Mit unseren Gästen auf der Bühne und im Publikum wollen wir uns gemeinsam auf Expeditionen begeben: entlang verschiedener roter Linien, immer auf beiden Seiten der Unterscheidung.
Julika Griem, KWI
https://www.kulturwissenschaften.de/veranstaltung/recht-unter-druck/ - Link zur VA
https://uni-due.zoom-x.de/j/66720623433?pwd=VGCvkuuyXxk2EJHKbuVW2vYRG6lANT.1 - ZOOM Link
Rote Linien | Recht unter Druck
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Cultural sciences, Law, Philosophy / ethics, Social studies
transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications
German

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