Kinderkardiologie. Die 58.Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardio-logie in Köln 2026 folgte verschiedenen Highlight-Themen zu neuesten Diagnoseverfahren und Therapien bei angeborenen Herzfehlern, zu notwendigen Ansätzen in der Behandlung und Begleitung von Menschen mit potenziell lebensverkürzenden Herzerkrankungen sowie zu aktuellen Behandlungskonzepten bei Herzinsuffizienz und Erkrankungen mit Lungenhoch-druck mit besonderem Fokus auf erwachsene Patient:innen. Im Rahmen der Preisträgersit-zung konnten herausragende wissenschaftliche Leistungen gewürdigt werden.
Gerd-Killian Projektförderung
Die Gerd-Killian Projektförderung der Deutschen Herzstiftung in Höhe von 60000€ ging an Herrn Dr. Matthias Möller für das Projekt „Prävention durch Prädiktion von ECMO-Therapie nach pädiatrischer Herzchirurgie: Frühzeitige Identifikation von Hochrisikosituationen mittels Deep Learning“.
Auf kinderherzchirurgischen Intensivstationen gibt es postoperativ seltene, aber lebensbe-drohliche Situationen, in denen eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) durch vorrübergehende Kreislaufunterstützung lebensrettend sein kann. In dieser Phase werden kontinuierlich, über Stunden oder Tage hinweg gleichzeitig Daten wie Herzfrequenz, Blut-drucks, Beatmungsparameter und Laborbefunde erhoben. Kritische Entwicklungen können bereits nur nuanciert auftreten ohne dass sich eine klinische Verschlechterung bereits zeigt. Ein KI-basiertes System soll die genannten Patientendaten fortlaufend analysieren und nach Musterkombinationen suchen, die typischerweise auftreten, noch bevor ein Kind schwere Herz-Kreislauf-Probleme bekommt. Die Datenanalyse ist zum jetzigen Zeitpunkt noch retro-spektiv. Momentan ist es möglich, schwerwiegende Verläufe bis zu 8 Stunden im Voraus al-lein über die gesammelten Daten zu erkennen. Ein späteres Modell soll dann aktuelle Daten analysieren, also prospektiv arbeiten. Es geht dabeium eine genauere Risikoeinschätzung und Unterstützung der ärztlichen Entscheidungsfindung zum Einsatz der ECMO sobald sich ein Risikomuster entwickelt.
DGPK-Forschungsförderung
Der Preis der DGPK zur Forschungsförderung in Höhe von 15000€ ging an Frau Dr. Anna Mi-chaelis (Kinderkardiologie des Herzzentrums Leipzig) zur Unterstützung des Projektes „Tele-Echokardiographie mittels Smart Glasses – Wenn die kinderkardiologische Expertise Klinik-grenzen überschreitet“.
Die Tele-Echokardiographie angeborener Herzfehler mittels Smart-Glass-basierter Live-Übertragung eröffnet neue Möglichkeiten einer raschen Diagnosestellung und gezielten Therapieplanung, insbesondere bei kritisch kranken Neugeborenen. Ziel dieser multizentri-schen prospektiven Pilotstudie ist es, die Machbarkeit einer telemedizinisch unterstützten Diagnostik zu evaluieren. Dabei sollen erfahrene Kinderkardiolog:innen des Herzzentrums Leipzig, Ärzt:innen aus peripheren Kliniken unter Verwendung von Smart Glasses während der Echokardiographie anleiten, die Diagnose stellen und therapeutische Schlüsse ziehen. Untersucht werden insbesondere die diagnostische Zuverlässigkeit, die Umsetzbarkeit sowie der Einfluss auf therapeutische Entscheidungen.
DGPK-Wissenschaftspreis
Der mit 5000€ dotierte Wissenschaftspreis wurde an Frau Dr. Anja Hanser (Pädiatrische Kar-diologie Universitätsklinik Tübingen) verliehen. Titel der 2024 in Scientific Reports veröffen-tlichten Arbeit: „Feasibility, classification and potential clinical impact of noninvasive deline-ation of abdominal lymphatic vessels in patients following TCPC with T2 weighted MRI”.
Die prospektiv ausgelegte Studie (n=33; Median 19.8 J, (14.6;30.2) befasste sich mit der Vi-sualisierung und Klassifizierung der abdominalen Lymphgefäße (kontrastmittelfreie Darstel-lung im MRT mittels einer stark T2-gewichteten 3D-FSE-Sequenz) und deren Korrelation mit dem Outcome nach Fontan-Operation (total cavopulmonale Anastomose). Es zeigte sich, dass Patienten bei einem Follow-up von > 10 Jahren mit höhergradigen Veränderungen der abdominalen Lymphgefäße jünger zum Zeitpunkt der Glenn-Operation und jünger zum Zeit-punkt der MRT-Untersuchung waren, zudem wiesen sie häufiger anamnestisch einen Chy-lothorax und niedrigere ImmunglobulinG-Werte sowie anamnestisch oder klinisch eine Ei-weißverlustenteropathie auf. Um den Verlauf der Veränderungen im Lymphsystem zu klä-ren, sind Studien mit größeren Patientenzahlen erforderlich; die morphologischen Verände-rungen könnten mit dem Auftreten klinischer Anzeichen eines Versagens des Fontan-Kreislaufs korreliert werden
Team-PHenomenal Hope Forschungspreis, verliehen durch den gemeinnützigen Verein Team PHenomenal Hope Germany und die DGPK, ging an Frau Dr. Sulaima Albinni (Univ. Klinik, Pädiatrische Kardiologie Kinderherzzentrum Wien) für die Arbeit mit dem Titel : Mid and Long-term outcomes of children with advanced pulmonary hypertensive vascular dise-ase treated with Macitentan- a single center experience.
Macitentan, ein Endothelinrezeptor-Antagonist der zweiten Generation, zeigt bei Erwachse-nen positive Effekte auf den Krankheitsverlauf; pädiatrische Erfahrungen sind hierzu be-grenzt. In dieser prospektiven, monozentrischen Beobachtungsstudie wurde die mittelfristige Wirksamkeit von Macitentan bei Kindern mit PAH untersucht. (24 Patienten, 10 davon mit PAH bei angeborenem Herzfehler (CHD). Mittleres Alter 10,7 ± 7,6 Jahre, mediane Be-obachtungsdauer 36 Monate. 20 von 24 Patienten (83 %) erhielten zusätzlich pulmonale Va-sodilatatoren wie Sildenafil und/oder Prostazyklin. Die Wirksamkeit wurde mittels Echokar-diographie, BNP-Werten und dem 6-Minuten-Gehtest (6MWT) nach 3 Monaten und nach einem Jahr bestimmt. In der gesamten Kohorte zeigte sich nach 3 Monaten eine signifikante Verbesserung der echokardiographischen Messwerte, während nach einem Jahr nur noch Veränderungen von PAAT und VTI signifikant waren, nicht aber der Abfall der BNP-Werte. Die Subgruppenanalyse bei nicht-CHD-PAH-Patienten zeigte eine signifikante Verbesserung der BNP-Werte sowie der Echoparameter. Nach einem Jahr waren diese Verbesserungen jedoch nur noch für VTI und PAAT signifikant. Bei CHD-PAH-Patienten zeigte keiner der Pa-rameter eine signifikante Veränderung. Macitentan war mit günstigen mittelfristigen Effek-ten assoziiert, zeigte jedoch langfristig keine anhaltende Verbesserung.
Hans-Carlo Kallfelz Publikationspreis
Mit dem Publikationspreis wurde Frau Emily Schütte (Deutsches Herzzentrum der Charité
Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie) ausgezeichnet für die Publikation „Im-pact of the COVID-19 Pandemic on the Everyday Life and Healthcare of Patients with Conge-nital Heart Defects: Insights from Pandemic Onset to One Year Later“ in Clin Med. 2025. (Gemeinsames Forschungsprojekt der Klinik für Angeborene Herzfehler des Deutschen Herz-zentrums der Charité und des Nationalen Registers für Angeborene Herzfehler). Ziel war es, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Menschen mit angeborenem Herzfehler zu untersuchen – sowohl hinsichtlich der medizinischen Versorgung als auch psychosozialer Belastungen bei einem einjährige Erhebungszeitraum. Insbesondere in der frühen Phase der Pandemie kam es zu einer reduzierten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen, mit ei-ner teilweisen Reetablierung im Verlauf. Parallel zeigte sich eine Zunahme wahrgenomme-ner Gesundheitsrisiken sowie psychosozialer Belastungen -dieses in Abhängigkeit von Ge-schlecht und Schweregrad des Herzfehlers. Insgesamt liefern die Befunde evidenzbasierte Hinweise auf bestehende Versorgungsdefizite und unterstreichen die Relevanz einer ziel-gruppenspezifischen, integrativen Versorgungs- und Kommunikationsstrategie in zukünftigen gesundheitlichen Krisensituationen.
Hinweis--
Infos zu Preisen, Stipendien und Forschungsförderung der DGPK:
www.dgpk.org/preise-und-stipendien
Criteria of this press release:
Journalists
Medicine
transregional, national
Research projects, Scientific conferences
German

You can combine search terms with and, or and/or not, e.g. Philo not logy.
You can use brackets to separate combinations from each other, e.g. (Philo not logy) or (Psycho and logy).
Coherent groups of words will be located as complete phrases if you put them into quotation marks, e.g. “Federal Republic of Germany”.
You can also use the advanced search without entering search terms. It will then follow the criteria you have selected (e.g. country or subject area).
If you have not selected any criteria in a given category, the entire category will be searched (e.g. all subject areas or all countries).