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05/22/2026 12:05

SynCell-nExUs: Ausbildung der nächsten Generation europäischer Führungskräfte in der Erforschung synthetischer Zellen

Dr. Christiane Menzfeld Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Biochemie

    Am 1. August 2026 startet die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) das Postdoktorandenprogramm SynCell nExUs. Das auf fünf Jahre angelegte Programm, das vom Max-Planck-Institut (MPI) für Biochemie und dem MPI für terrestrische Mikrobiologie in Zusammenarbeit mit 22 Forschungseinrichtungen aus ganz Europa koordiniert wird, bietet 40 Postdoktorandenstellen in neun Ländern an. Das von der Europäischen Kommission, im Rahmen von „Horizont Europa“ und durch MSCA-COFUND kofinanzierte Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die nächste Generation von Führungskräften in der synthetischen Biologie und in verwandten Disziplinen heranzubilden und ihnen vielfältige Karrieremöglichkeiten zu bieten.

    Was ist Leben? Wie funktioniert es? Und wie können Erkenntnisse aus lebenden Systemen, insbesondere aus Zellen, uns dabei helfen, effiziente und nachhaltige Technologien zu entwickeln? Von der Bindung von Kohlendioxid über die Herstellung von Biokraftstoffen bis hin zur Entwicklung neuer Medikamente – die Forschung an synthetischen Zellen birgt das Potenzial, diese Fragen zu beantworten.

    Forschende auf dem Gebiet der synthetischen Zellen entwickeln von Grund auf zellähnliche Systeme, die die wesentlichen Funktionen lebender Zellen nachahmen, wie beispielsweise ihre Fähigkeit, sich zu vermehren, Nährstoffe in Energie umzuwandeln, Informationen zu verarbeiten, zu lernen und sich anzupassen. Dies stellt eine der spannendsten Herausforderungen unserer Zeit dar und birgt das Potenzial für bedeutende Anwendungen in den Bereichen Gesundheit, Werkstoffe, Energie, Umwelt und Ernährung. Zwar nimmt Europa in diesem Bereich bereits eine Vorreiterrolle ein, doch erfordern künftige Fortschritte und technologische Entwicklungen neue interdisziplinäre Ansätze, langfristige und groß angelegte Kooperationen sowie neue Talente.

    Ein europäisches Programm zur Förderung neuer Talente

    Um neue Talente in der synthetischen Biologie und verwandten Disziplinen auszubilden, werden 40 dreijährige Postdoc-Stellen in neun Ländern ausgeschrieben. Das Programm wird gemeinsam vom MPI für Biochemie und dem MPI für Terrestrische Mikrobiologie in Zusammenarbeit mit 22 Forschungseinrichtungen in ganz Europa koordiniert.

    „Lebende Zellen sind unglaublich komplex, was die Arbeit mit ihnen und insbesondere die Entwicklung von Technologien auf ihrer Grundlage sehr erschwert. Die Nachbildung funktionsfähiger Zellen aus einfachen Bausteinen ist ein vielversprechender Ansatz für ein quantitativeres Verständnis von Lebensprozessen. Dies erfordert jedoch interdisziplinäre und sektorübergreifende Kompetenzen. SynCell nExUs wird ein hervorragendes Forschungsumfeld bieten, um die nächste Generation von Führungskräften in der synthetischen Zellforschung zu entwickeln“, erklärt Professorin Petra Schwille, Direktorin am MPI für Biochemie. Sie leitet das SynCell-nExUs-Netzwerk gemeinsam mit Professor Tobias Erb vom MPI für Terrestrische Mikrobiologie, der hinzufügte: „Wichtig ist, dass SynCell-nExUs unseren Stipendiaten nicht nur die Erforschung spannender neuer wissenschaftlicher Richtungen ermöglicht, sondern durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern aus der Privatwirtschaft auch Karrieremöglichkeiten außerhalb der Wissenschaft bietet.“

    In den drei Jahren ihres Projekts werden die Teilnehmenden an Schulungsmodulen zum Kompetenzaufbau teilnehmen, die Möglichkeit zu Arbeitsaufenthalten erhalten und mit den Industriepartnern von SynCell-nExUs zusammenarbeiten, um anwendungsorientierte Forschung zu betreiben.

    Die Rekrutierung erfolgt in zwei Runden und beginnt im Laufe dieses Jahres. Die erste Runde wird vom MPI für Biochemie und dem MPI für terrestrische Mikrobiologie koordiniert, mit Unterstützung der Europäischen Initiative für synthetische Zellen (SynCellEU). Bewerber können ihre Präferenzen hinsichtlich der Betreuer äußern und werden ermutigt, eigene innovative Projektideen vorzuschlagen. Die endgültige Zuweisung erfolgt durch eine Auswahlkommission.

    Ein europäisches Programm zur Stärkung von Forschung und Innovation

    Tobias Erb ist begeistert von der europäischen Ausrichtung von SynCell-nExUs: „Mit diesem Programm sichern wir Europas Spitzenposition in der Forschung an synthetischen Zellen. Über die hervorragenden Karrierechancen für unsere Stipendiaten hinaus wird dieses Programm bestehende Forschungskooperationen in Europa stärken und es uns ermöglichen, die grundlegendsten Fragen gemeinsam in mehr als acht Ländern anzugehen.“

    SynCell-nExUs wird vier zentrale Forschungsthemen abdecken: Stoffwechsel und Energie, Teilung und Replikation, Informationsverarbeitung und Evolution sowie Basistechnologien.

    Die MPG und ihre Partnerforschungsorganisationen engagieren sich zudem für die Förderung neuer technologischer Entwicklungen und Anwendungen. „Durch die Förderung der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen in verschiedenen Sektoren werden die neu gewonnenen Erkenntnisse und Werkzeuge einen Betrag dazu leisten, eine wettbewerbsfähige und nachhaltige Wirtschaft beschleunigen und den gesellschaftlichen Wandel vorantreiben“, kommentierte Petra Schwille.

    Über die Europäische Initiative für synthetische Zellen

    Die Europäische Initiative für synthetische Zellen (SynCellEU) ist ein Netzwerk exzellenter europäischer Labore, Institutionen und Unternehmen, die sich zusammengeschlossen haben, um die Forschung im Bereich synthetischer Zellen voranzutreiben und die Entwicklung der daraus resultierenden Technologien zu beschleunigen.

    Über die Marie-Skłodowska-Curie COFUND-Maßnahmen

    Die Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahmen (MSCA) sind das wichtigste Förderprogramm der Europäischen Union für die Ausbildung von Doktoranden und die Weiterbildung von Postdoktoranden. Sie fördern die Zusammenarbeit von Forschern und die Entwicklung ihrer Arbeit über Grenzen, Fachbereiche und Disziplinen hinweg.

    Die COFUND-Maßnahmen stellt über Kofinanzierungsmechanismen Mittel für regionale, nationale und internationale Programme zur Ausbildung und Karriereförderung bereit. Die COFUND-Postdoktorandenprogramme bieten individuelle Stipendien für die fortgeschrittene Forschungsausbildung und Karriereförderung von Postdoktoranden an.

    ___

    Glossar:
    SynCell nExUs: Abürzung für: SynCellEU programme for recruiting next generation European leaders in Synthetic Cell research, dt. SynCellEU-Programm zur Gewinnung der nächsten Generation europäischer Spitzenkräfte in der Forschung im Bereich synthetischer Zellen.


    Contact for scientific information:

    Sara Šreibr, PhD
    Grants Office
    Max-Planck-Institut für Biochemie &
    MPI für biologische Intelligenz
    Am Klopferspitz 18


    More information:

    https://www.biochem.mpg.de/syncell-nexus-gruendung-eines-neuen-europaweitem-post... - Pressemitteilung auf der Seite des MPIs für Biochemie


    Images

    Teilnehmende Bildungs- und Forschungseinrichtungen am neuen Postdoktorandenprogramm SynCell-nExUs in 9 Ländern Europas.
    Teilnehmende Bildungs- und Forschungseinrichtungen am neuen Postdoktorandenprogramm SynCell-nExUs in ...


    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars, Students
    Biology, Chemistry
    transregional, national
    Cooperation agreements, Organisational matters
    German


     

    Teilnehmende Bildungs- und Forschungseinrichtungen am neuen Postdoktorandenprogramm SynCell-nExUs in 9 Ländern Europas.


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