Eine aktuelle Studie betont die Notwendigkeit, die Forschung zur Einzigartigkeit von Städten mit der Analyse ihrer Gemeinsamkeiten zu verknüpfen.
Mit der zunehmenden Urbanisierung der Weltbevölkerung entwickeln sich Städte zu Kernkomponenten des Anthropozäns – sowohl als Hauptfaktor des Klimawandels als auch als potenzielle Vorreiter für Innovation und Maßnahmen. Um die Rolle der Städte im Erdsystem zu verstehen und nachhaltige Zukunftsperspektiven aufzuzeigen, stehen Forschende vor der Herausforderung, vielfältige interdisziplinäre Daten zu integrieren und diese Erkenntnisse in wirksame und gerechte politische Strategien zu überführen..
Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in Nature Cities, präsentiert einen Zukunftsweg, der Arbeitsweisen fördert, welche konkrete und allgemeine Perspektiven verbinden und langfristig institutionelle Räume schaffen, die eine konstante Interaktion zwischen Forschenden, Öffentlichkeit und politischen Entscheidungsträgern ermöglichen.
“Entscheidungen, die heute in Städten getroffen werden, prägen die Zukunft der Menschheit über Generationen hinweg”, erklärt Patrick Roberts, Direktor der Abteilung für Koevolution von Landnutzung und Urbanisierung am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie (MPI-GEA) und Hauptautor der Studie. “Für fundierte Entscheidungen sind konkrete und allgemeine Perspektiven erforderlich, ebenso wie Einblicke in Vergangenheit und Gegenwart sowie ein kontinuierlicher Austausch zwischen politischen und akademischen Debatten.”
Die Studie stellt vier Prinzipien vor, um Orte zu gestalten und Arbeitsabläufe für transdisziplinäre urbane Forschung zu etablieren:
1) Forschungsbereiche, die Verallgemeinerungen und Spezifisierungen behandeln, arbeiten von Beginn an mit städtischen Gemeinschaften und politischen Entscheidungsträgern zusammen, um Theorien zu entwickeln und dringende Handlungsfelder zu identifizieren. Dabei wird vorhandenes Wissen bei der Datenerhebung optimal genutzt.
2) Transdisziplinäre Data-Hubs werden von Forschenden aus verallgemeinernden und spezifischen Fachgebieten betreut, um Standarddefinitionen und -praktiken zu etablieren.
3) Neue Fallstudien dienen dazu, allgemeine Aussagen zu überprüfen, Theorien zu verfeinern und Modelle zu aktualisieren, anstatt sie als .Ausnahmen isoliert zu betrachten.
4) „Verallgemeinernde“ und „spezialisierte“ Forschende kommen zusammen, um Ergebnisse zu diskutieren und diese Gemeinschaftsorganisationen sowie politischen Entscheidungsträgern zu präsentieren.
Diese Prinzipien wurden während der aktuellen Konferenz Connecting Urbanism Across Time and Space am MPI-GEA entwickelt. Die Veranstaltung vereinte Forschende aus Stadtplanung, Physik, Mathematik, Biologie, Archäologie, Geschichte und Anthropologie sowie Künstler:innen und Politikberater:innen sowie Forschende, die am nächsten Bericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) beteiligt sind.
„Die partikularistische und die generalistische Tradition sind nicht nur vereinbar, sondern auch eng verflochten”, erklärt Christopher Carleton, Mitautor und Senior-Scientist am MPI-GEA. „Beide sind notwendig, um die urbane Vergangenheit zu verstehen und Einblicke in die Zukunft der Städte weltweit zu gewinnen.”
Prof. Dr. Patrick Roberts
Direktor
+49 3641 686-730
roberts@gea.mpg.de
Dr. W. Christopher Carleton
Senior Scientist
carleton@gea.mpg.de
Titel: Connecting the general and particular in interdisciplinary urban research
Autor:innen: Patrick Roberts, W. Christopher Carleton, S. Yoshi Maezumi, CConUrb, Xuemei Bai, Zeynep Kezer, José Lobo, Scott G. Ortman, Diego Rybski, Simone Sandholz, Xiaoling Zhang
Publikation: Nature Cities
DOI: 10.1038/s44284-026-00461-9
Eine aktuelle Studie betont die Notwendigkeit, die Forschung zur Einzigartigkeit von Städten mit der ...
Copyright: © Roberts, et al., Nature Cities, 2026
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
History / archaeology
transregional, national
Research results
German

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