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06/24/2026 11:00

DAAD-Mitglieder warnen vor Ende der Hochschulkooperationen mit dem Globalen Süden

Michael Flacke Pressestelle (SB03)
Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V.

    Die Mitgliedshochschulen und -Studierendenschaften des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) haben auf der Mitgliederversammlung am 23. Juni in Bonn vor den Folgen der geplanten Kürzungen bei den Hochschulkooperationsprogrammen mit Partnern in den Ländern des Globalen Südens gewarnt. In einer Resolution appellieren sie an die Mitglieder des Bundestages und die Bundesregierung, die Förderung der nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen deutschen Hochschulen und Partnern im Globalen Süden zu erhalten.

    Aus Sicht der Hochschulen und Studierendenschaften würde das Auslaufen der Hochschulkooperationsprogramme langjährige Partnerschaften vor Ort schwächen, Potenziale für die Entwicklung von Wohlstand gefährden und die Fähigkeit einschränken, lokale und globale Antworten auf derzeitigen Herausforderungen zu finden – etwa in den Bereichen Klima, Wasser, Gesundheit, Ernährung und Energie. Damit würden auch die Möglichkeiten der Hochschulen geschwächt, wissenschaftliche und wirtschaftliche Perspektiven vor Ort zu stärken und Fluchtursachen entgegenzuwirken.

    Ende der Programme schwächt Deutschlands Einfluss im Globen Süden

    Das Auslaufen der BMZ-Programme würde zudem Deutschlands internationale Handlungsfähigkeit in Wissenschaft, Wirtschaft und bei der Fachkräftegewinnung beeinträchtigen. Schon heute beobachten Hochschulen vor Ort, wie entstehende Lücken von anderen Staaten wie beispielsweise China und Russland gefüllt werden – mit erheblichen Folgen für den Einfluss Deutschlands in den Ländern des Globalen Südens.

    „Die deutschen Hochschulen und Studierendenschaften senden heute ein klares Signal: Hochschulkooperationen mit Partnern im Globalen Süden sind kein verzichtbares Nebenfeld, sondern ein strategischer Beitrag zur Sicherung deutscher Interessen und zur internationalen Handlungsfähigkeit unseres Landes“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee in Bonn. „Über Jahrzehnte sind hier tragfähige Netzwerke, Vertrauen und gemeinsame Lösungen für zentrale Zukunftsfragen entstanden. Wer diese Strukturen jetzt auslaufen lässt, schwächt nicht nur unsere Partner vor Ort, sondern verliert mittelfristig Zugang, Gestaltungsmöglichkeiten und Einfluss in vielen Regionen der Welt.“

    DAAD-Mitgliederversammlung

    Die DAAD-Mitgliederversammlung tagt mindestens einmal im Jahr im Bonn. Sie umfasst derzeit 244 Hochschulen und 104 Studierendenschaften aus ganz Deutschland.

    Hintergrund: BMZ-Hochschulkooperationen

    Nach den aktuellen Plänen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sollen bis 2031 nahezu alle DAAD-Programme zur Hochschulkooperation mit Partnern in den Ländern des Globalen Südens eingestellt werden. Zudem laufen Programme aus, die bislang aus Sonderinitiativen des BMZ gefördert werden. Im vergangenen Jahr förderte der DAAD die sechs betroffenen Programme aus Mitteln des BMZ mit rund 25 Millionen Euro, rund 60 deutsche Hochschulen waren an den Programmen beteiligt. In den vergangenen fünf Jahren erreichten die Hochschulkooperationsprogramme mehr als 120.000 Menschen in über 70 Ländern. Rund 450 Partnerhochschulen weltweit waren daran beteiligt.

    Der DAAD fördert mit BMZ-Mitteln bislang Projekte deutscher Hochschulen mit Partnerhochschulen in den Ländern des Globalen Südens zu Zukunftsthemen wie Energieversorgung, Wassermanagement, Gesundheit, Digitalisierung und Unternehmertum. Unterstützt werden insbesondere die Entwicklung praxisnaher Studiengänge, der Ausbau gemeinsamer Forschung, die Ausbildung von Fachkräften sowie die Verbesserung des Managements von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen.


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    Attachment
    attachment icon Beschlossene Resolution der DAAD-Mitgliederversammlung

    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    interdisciplinary
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Science policy
    German


     

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