Hannover, 29. Juni 2026 – Jährlich wird eine wegweisende Arbeit mit dem Preis der Deutschen Leberstiftung ausgezeichnet. 2026 geht der Publikations-Preis der Deutschen Leberstiftung an eine Veröffentlichung, die einen besonders innovativen Ansatz zur Behandlung von Lebermetastasen mit Therapeutika auf Basis der RNA-Interferenz (RNAi) verfolgt.
Die Deutsche Leberstiftung lobte auch in diesem Jahr den Preis für eine herausragende Publikation im Bereich der Hepatologie aus und erhielt zahlreiche Bewerbungen und Vorschläge für die mit dem Preis auszuzeichnende Publikation. Die Anträge wurden von einem Gutachterkomitee geprüft, dem Prof. Dr. Münevver Demir, Berlin, Prof. Dr. Michael Praktiknjo, Münster und Prof. Dr. Darjus Tschaharganeh aus Heidelberg angehören.
„Der Publikations-Preis ist ein wichtiges Instrument, um die exzellente hepatologische Forschung im deutschsprachigen Raum sichtbar zu machen. Er würdigt Arbeiten, die nicht nur wissenschaftliche Tiefe besitzen, sondern auch das Potenzial haben, die klinische Praxis nachhaltig zu beeinflussen. Es ist uns ein besonderes Anliegen, durch diesen Preis die Innovation auf dem Gebiet der Leberforschung zu fördern und die Grenzen unseres Fachgebiets kontinuierlich zu erweitern“, betont Prof. Dr. Münevver Demir.
Nach Prüfung und ausführlicher Diskussion der eingereichten Arbeiten beschloss das Gutachterkomitee einstimmig, den Preis der Publikation „The liver talks back: NPY orchestrates attraction of cancer cells and CHK2-dependent clonogenicity in the metastatic niche“, erschienen in Proceedings of the National Academy of Sciences, November 2025, zuzuerkennen. Das Preisgeld in Höhe von 10.000,- Euro erhielt die Erstautorin der Publikation, Dr. Laura Wormser (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg).
„Die Studie von Laura Wormser und ihrem Team hat durch einen besonders innovativen Ansatz überzeugt. Sie zeigt eindrucksvoll, dass die Leber bei der Metastasierung nicht passiv ist, sondern durch die Ausschüttung von Neuropeptid Y (NPY) aktiv zum Prozess beiträgt – die Leber „antwortet“ gewissermaßen auf die Tumorzellen. RNA-Wirkstoffe für die Tumortherapie erreichen bisher fast ausschließlich gesunde Leberzellen und können kaum in die Tumorzellen selbst vordringen. Das Forschungsteam dieser Studie macht aus diesem bisherigen Nachteil eine Stärke und nutzt die gezielte Anreicherung in den Leberzellen, um dort die Produktion des Lockstoffs NPY zu unterbinden. So wird den Krebszellen die Einladung in die Leber entzogen, noch bevor sie sich dort festsetzen können“, erläutert Prof. Dr. Münevver Demir die Entscheidung des Komitees.
Verliehen wurde der Preis am 27. Juni 2026 im Rahmen des 22. HepNet Symposiums durch Prof. Dr. Elke Roeb, der Vorsitzenden des Stiftungskuratoriums und Prof. Dr. Münevver Demir aus dem Gutachterkomitee. Das Preisgeld wurde von der Gilead Sciences GmbH, einem Partner der Deutschen Leberstiftung, zur Verfügung gestellt.
Publikation: Laura Wormser et al. „The liver talks back: NPY orchestrates attraction of cancer cells and CHK2-dependent clonogenicity in the metastatic niche“, Proceedings of the National Academy of Sciences, 2025 Nov 25;122(47):e2518418122. doi: 10.1073/pnas.2518418122.
Preis der Deutschen Leberstiftung 2026 – Urkundenverleihung auf dem 22. HepNet Symposium (v. l. n. r.): Prof. Dr. Münevver Demir, Mitglied des Gutachterkomitees, Marianna Schwenken, Gilead Sciences, Dr. Laura Wormer, Prof. Dr. Elke Roeb, Vorsitzende des Stiftungskuratoriums (Quelle: Deutsche Leberstiftung)
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