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07/01/2026 16:03

DFG fördert fünf neue Forschungsgruppen

Thomas Köster Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

    Themen reichen von Mechanismen der Gen-Expression bis hin zu neuen computergestützten Methoden für die Geisteswissenschaften / Insgesamt rund 27 Millionen Euro für erste Förderperiode

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet fünf neue Forschungsgruppen ein. Das hat der Hauptausschuss der DFG auf Empfehlung des Senats beschlossen. Die neuen Forschungsgruppen erhalten insgesamt rund 27 Millionen Euro inklusive einer Programmpauschale in Höhe von 22 Prozent für indirekte Projektausgaben. Zusätzlich zu den fünf Neueinrichtungen wurde die Verlängerung von ebenfalls fünf Forschungsgruppen für eine weitere Förderperiode beschlossen.

    Forschungsgruppen ermöglichen Wissenschaftler*innen, sich aktuellen und drängenden Fragen ihrer Fachgebiete zu widmen und innovative Arbeitsrichtungen zu etablieren. Sie werden bis zu acht Jahre lang gefördert. Im Ganzen fördert die DFG zurzeit 186 Forschungsgruppen, sieben Klinische Forschungsgruppen und 16 Kolleg-Forschungsgruppen. Klinische Forschungsgruppen sind zusätzlich durch die enge Verknüpfung von wissenschaftlicher und klinischer Arbeit charakterisiert, während Kolleg-Forschungsgruppen speziell auf geistes- und sozialwissenschaftliche Arbeitsformen zugeschnitten sind.

    Die neuen Verbünde im Einzelnen
    (in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecher*innen):

    Die kontrollierte und differenzierte Expression von Genen ist für alle Organismen und Viren unerlässlich. Dabei ist die Übersetzung (Transkription) der DNA in RNA, die von speziellen Enzymen (Polymerasen) mit mehreren Untereinheiten (msRNAP) gesteuert wird, der entscheidende erste Schritt. Fehler in diesem Prozess können zu Deregulationen und damit zu schweren Krankheiten führen. Ursachen hierfür könnten in den peripheren Untereinheiten der msRNAP zu finden sein, die sich stark voneinander unterscheiden, oder in den gekoppelten Vorgängen zur RNA-Prozessierung sowie bei Faktoren der Transkription. Allerdings sind bisher nur wenige msRNAP diesbezüglich gut untersucht. Die Forschungsgruppe „Multisubunit-RNA-Polymerasen in allen Domänen des Lebens: Mechanismen der Transkriptionsaktivität und -regulation“ will dies ändern. (Sprecher: Professor Dr. Claus-Dieter Kuhn, Universität Bayreuth)

    Infektionen, die im Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalten stehen, betreffen in Europa jährlich Millionen Patient*innen, dabei sind sie potenziell vermeidbar. Die Forschungsgruppe „Krankenhausassoziierte Infektionen – Aufklärung schützender und prädisponierender Faktoren zur Entwicklung neuartiger prophylaktischer Strategien (HAI)“ hat es sich zum Ziel gesetzt, Faktoren zu identifizieren und Mechanismen zu verstehen, die eine Besiedelung mit relevanten Erregern und den Verlauf von entstehenden Infektionen beeinflussen – beispielsweise im Zusammenhang mit Antibiotikatherapien. In diesem Zusammenhang sollen mikrobiota- und immunabhängige Schutzmechanismen des Körpers zunächst beschrieben werden. Darauf aufbauend wollen die Wissenschaftler*innen neue Methoden zur Erhaltung oder Wiederherstellung von Abwehrmechanismen entwickeln, die vor einer potenziellen Infektion greifen können. (Sprecher: Professor Dr. Bastian Opitz, Charité – Universitätsmedizin Berlin)

    Der Klimawandel bedroht auch die Biodiversität und den Wasserhaushalt tropischer Nebelwälder. Die Ausbreitung invasiver Pflanzen sowie der Rückgang an nebelliebenden Arten wie Epiphyten könnten die Folgen sein – mit Auswirkungen auf die Wasserversorgung ganzer Ökosysteme. Um die dahinter liegenden Prozesse und Mechanismen besser zu verstehen, eignet sich der Nebelwald auf Galápagos als Modellsystem besonders gut. Im Zentrum der Forschungsgruppe „Wasserhaushalt und botanische Invasion nebelreicher Ökosysteme auf den Galápagos Inseln im Klimawandel (GArua)“ stehen deshalb ökologische Feldexperimente in dieser Region sowie Fernerkundungs- und Modellierungsansätze. Angesiedelt ist die Forschungsgruppe in der Klimatologie, der Pflanzen- und der Epiphytenökologie, der Hydrologie und der Bodenkunde. (Sprecherin: Professorin Dr. Maaike Bader, Universität Marburg)

    Ob Liebes-, Kriminal- oder Science-Fiction-Geschichten: Der Heftroman erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Mit unterschiedlichen methodischen Zugängen nimmt die Forschungsgruppe „Medium – Ware – Werk: Der deutsche Heftroman von 1913 bis zur Gegenwart“ diesen Spezialmarkt in den Blick. Im Zentrum stehen dabei Produktionsbedingungen und Distributionswege ebenso wie die Entstehung von Konzentrationsprozessen, Monopolisierungstendenzen oder Markttrends sowie die spezielle Rolle der Autor*innen in Abgrenzung zum klassischen Buchhandel. Die beteiligten Literaturwissenschaftler*innen wollen zudem Innovationsschübe wie die Herausbildung neuer Genres und ihre sich wandelnde Marktakzeptanz sowie die Gestaltung von Romancovern analysieren. (Sprecherin: Professorin Dr. Christine Haug, LMU München)

    Den lexikalischen Wandel von Bedeutung in einer Sprache zu erkennen und zu beschreiben: das ist eine grundlegende Aufgabe für die Geisteswissenschaften. Hierbei stoßen moderne computergestützte Methoden oft an ihre Grenzen, denn große Sprachmodelle (LLM) sind zwar leistungsstark, erfordern jedoch riesige Trainingskorpora, die in der historischen und linguistischen Forschung zumeist nicht verfügbar sind. Das begrenzt die praktische Anwendbarkeit und den wissenschaftlichen Wert für diesen Fachbereich. Die Forschungsgruppe „Bedeutungswandel in ressourcenarmen Domänen: Computational Humanities und Natural Language Processing im Dialog“ will daher Methoden zur Erkennung von semantischem Wandel entwickeln, die konkret auf geisteswissenschaftliche Forschungsfragen zugeschnitten sind. (Sprecher: Professor Dr. Fotis Jannidis, Universität Würzburg)

    Die für eine weitere Förderperiode verlängerten Verbünde
    (in alphabetischer Reihenfolge der Hochschulen der Sprecher*innen und mit Verweisen auf die Projektbeschreibungen in der DFG-Internetdatenbank GEPRIS zur laufenden Förderung):

    Forschungsgruppe „Humusauflage: Funktionsweise, Dynamik und Vulnerabilität im Wandel“ (Sprecherin: Professorin Dr. Friederike Lang, Universität Freiburg). Die Forschungsgruppe wird im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert. https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/457330647

    Forschungsgruppe „Menschenrechtsdiskurse in der Migrationsgesellschaft (MeDiMi)“ (Sprecher: Professor Dr. Jürgen Bast, Universität Gießen)
    https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/458456362

    Forschungsgruppe „KI-FOR: Deep Learning auf dünnbesetzten, chemischen Prozessdaten)“ (Sprecher: Professor Dr. Marius Kloft, RPTU Kaiserslautern-Landau)
    https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/459419731

    Forschungsgruppe „Stammzellsysteme bei Getreide (CSCS): Etablierung, Aufrechterhaltung und Beendigung“ (Sprecher: Professor Dr. Thomas Dresselhaus, Universität Regensburg). Die Forschungsgruppe wird im Rahmen der D-A-CH-Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert. https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/448353073

    Forschungsgruppe „Nachhaltiges Lernen: Kognitive Mechanismen und effektive Umsetzung im Unterricht“ (Sprecher: Professor Dr. Tobias Richter, Universität Würzburg)
    https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/450142163

    Weiterführende Informationen

    Medienkontakt:
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2109, presse@dfg.de

    Ausführliche Informationen erteilen auch die Sprecher*innen der Verbünde.

    Ansprechperson in der DFG-Geschäftsstelle:
    Volker Kreutzer, Qualitäts- und Verfahrensmanagement, Tel. +49 228 885-2227, volker.kreutzer@dfg.de

    Informationen zu den Forschungsgruppen-Programmen der DFG:
    www.dfg.de/for
    www.dfg.de/kfo
    www.dfg.de/kolleg_forschungsgruppen


    More information:

    https://www.dfg.de/for
    https://www.dfg.de/kfo
    https://www.dfg.de/kolleg_forschungsgruppen


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    Criteria of this press release:
    Journalists, Scientists and scholars
    interdisciplinary
    transregional, national
    Personnel announcements, Science policy
    German


     

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