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07/01/2026 23:59

Wege zu einer zukunftsfähigen Grünlandwirtschaft, standort- und klimaangepasst

Dipl.-Biol. Stefanie Hahn Pressestelle
Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

    JKI koordiniert neues Modell- und Demonstrationsvorhaben GLAKTIV, in dem mit Praxisbetrieben Lösungsstrategien für die Grünlandbewirtschaftung entwickelt werden. Mitte Juni trafen sich die Verbundpartner der sechs Regionen zum Kick-off-Meeting.

    (Braunschweig) Dauergrünland in Deutschland sinnvoll zu bewirtschaften stellt landwirt-schaftliche Betriebe aufgrund des Klimawandels und wachsender ökonomischer Hürden vor immer größere Herausforderungen. Hier setzt das neue Modell- und Demonstrations-vorhaben (MuD) GLAKTIV an. Neben dem Julius Kühn-Institut (JKI) sind sechs Verbund-partner beteiligt. Sie erarbeiten gemeinsam mit 30-36 Praxisbetrieben in sechs Modellre-gionen Deutschlands Konzepte, die gleichermaßen die Wirtschaftlichkeit und die Nachhal-tigkeit der Grünlandbewirtschaftung berücksichtigen sollen. Das vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) mit 2.713.481 Euro geförderte Projekt läuft über drei Jahre. Es wird vom JKI in Braunschweig koordiniert. Projektleiterin ist Dr. Katrin Kuka, die am JKI auch die Stabstelle Grünland leitet, die am JKI-Fachinstitut für Pflanzenbau und Bodenkunde am Standort Bundesallee angesiedelt ist.

    Dauergrünland ist elementar für die Grundfutterversorgung von Wiederkäuern und erfüllt darüber hinaus eine Vielzahl an Ökosystemleistungen. So trägt es u.a. zum Erhalt der bio-logischen Vielfalt, zur Regulation des Wasserhaushaltes oder zur Bindung von Kohlenstoff in Vegetation und Böden und damit zur Klimaregulation bei. Darüber hinaus ist Dauer-grünland ein Teil des Landschaftsbildes und hat somit zusätzlich einen kulturellen Wert.
    „In den vergangenen Jahrzehnten führte die Nutzungsintensivierung von Grünland zur Verbesserung der Futterleistung, durch die zunehmende Homogenität aber auch zu einer Verarmung der Artenvielfalt“, erläutert Dr. Katrin Kuka vom JKI. „Gleichzeitig werden ar-tenreiche und extensive Flächen wirtschaftlich immer unrentabler und in der Folge unzu-reichend genutzt, wodurch sie von Verbuschung bedroht sind. Die Grünlandbewirt-schaftung steht damit zunehmend vor der Herausforderung, eine wirtschaftlich tragfähige Grundfutterproduktion mit wachsenden Anforderungen an Tierwohl- und Umweltstan-dards sowie einer höheren witterungsbedingten Unsicherheit in Einklang zu bringen“, so die Grünlandexpertin des JKI.

    Im Mittelpunkt des Modell- und Demonstrationsvorhabens GLAKTIV steht die abgestufte Grünlandnutzung als Mosaik aus intensiver, mittelintensiver und extensiver Bewirt-schaftung. Dabei sollen Produktionsleistungen und Ökosystemleistungen nicht gegenei-nandergestellt, sondern standortbezogen miteinander kombiniert werden: Leistungsfähige Flächen liefern hochwertiges Grundfutter, während extensiv genutzte Flächen artenreiche Bestände und wichtige Ökosystemleistungen sichern. So sollen Wirtschaftlichkeit, Biodiver-sität und Klimaschutz im Dauergrünland gemeinsam gestärkt werden.

    Hintergrundinformationen zur Vorgehensweise
    Für die Entwicklung, Erprobung und Demonstration einer praxistauglichen, abgestuften Grünlandbewirtschaftung werden in dem Projekt sechs Modellregionen in Deutschlands einbezogen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der dort vorherrschenden Standortbedin-gungen, der agrarstrukturellen Gegebenheiten und der betrieblichen Organisationsfor-men. Jede Region wird dabei durch fünf bis sechs Demonstrationsbetriebe vertreten, die für die jeweilige Region repräsentativ sind und auf denen eine abgestufte Bewirtschaftung entweder schon angewendet wird oder geplant ist.

    Nutzungsintensität, Düngestrategie und Artenzusammensetzung werden betriebsindividu-ell angepasst. Sie bilden die Grundlage für die Entwicklung von praxistauglichen Strate-gien, die auf unterschiedliche Standortbedingungen übertragbar sein sollen und dort mit Hilfe von klaren Entscheidungskriterien, Schwellenwerten und Indikatoren direkt ange-wendet werden können.

    Eckdaten zum Projekt
    Fördersumme: 2.713.481,64 Euro
    Laufzeit: 12/2025-12/2028
    Geldgeber: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über den Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

    Verbundpartner:
    - Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK NI)
    - Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG SA)
    - Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK NRW)
    - Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG)
    - Landwirtschaftliches Zentrum Baden-Württemberg (LAZBW)
    - Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL)


    Contact for scientific information:

    Julius Kühn-Institut (JKI), Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen
    Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde
    Bundesallee 58, 38116 Braunschweig

    Cornelia Windhorn (Projektkoordinatorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin)
    Tel. 0531/596-2349
    E-Mail: cornelia.windhorn@julius-kuehn.de

    Dr. Katrin Kuka (Projektleiterin)
    Tel. 0531/596-2350
    E-Mail: katrin.kuka@julius-kuehn.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists
    Biology, Environment / ecology, Zoology / agricultural and forest sciences
    transregional, national
    Research projects
    German


     

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