Ein neues Webinar für politische Entscheidungsträger:innen zeigt, wie ein Bildungsverlaufsregister zur Basis für eine evidenzbasierte Bildungspolitik werden kann: Prof. Dr. Corinna Kleinert und Dr. Felix Bittmann vom Leibniz Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) erläutern darin Ziele, Erkenntnispotenziale, Erfahrungen und Zukunftsperspektiven.
Entstanden ist das Webinar im Rahmen des internationalen Projekts LEARN (Longitudinal Educational Achievements: Reducing iNequalities), das von der Europäischen Kommission im Programm „Horizon Europe“ gefördert wird. Ein Ziel dieser Kooperation europäischer Spitzenforschungseinrichtungen ist die Entwicklung politischer Werkzeuge, um Bildungsungleichheiten wirksam zu bekämpfen.
Vom Foto zum Film: Warum Daten-„Inseln“ nicht ausreichen
Die LIfBi-Expert:innen verdeutlichen, dass die derzeitige Datenlandschaft in Deutschland mit Querschnittsstudien wie PISA zwar gute „Schnappschüsse“ liefert, aber oft keine verlässlichen Aussagen über individuelle Bildungsverläufe und die Ursachen von Veränderungen erlaubt. Wichtige Fragen zu regionalen Unterschieden, der Wirksamkeit von Reformen oder der Situation spezifischer Risikogruppen wie Schulabbrecher:innen bleiben aufgrund zu kleiner Stichproben oder der Selektivität freiwilliger Längsschnittbefragungen oft unbeantwortet. Ein Bildungsverlaufsregister würde diese „blinden Flecken“ füllen, indem es Daten von der Kita über die Schule bis in den Arbeitsmarkt flächendeckend verknüpft und so den „Film“ der individuellen Bildungsbiografien sichtbar macht.
Lernen von den Nachbarn: Europäische Vorbilder
Im Video wird zudem ein Blick auf europäische Nachbarländer geworfen, in denen solche Register bereits erfolgreich etabliert sind, und das unter Einhaltung strenger datenschutzrechtlicher Vorgaben. Beispielsweise wird in Österreich ein solches Register bereits aktiv für Forschung und Administration genutzt. Auch die Niederlande dienen mit dem „Nationaal Cohortonderzoek Onderwijs“ (NCO) als Vorbild für eine integrierte Datenvision.
Die Vision: Mut zur Transparenz und eine datengestützte Bildungspolitik der Zukunft
Die Kernbotschaft ist deutlich: Ein Bildungsverlaufsregister ist technisch machbar und datenschutzrechtlich lösbar. Eine Öffnung der Daten für die Wissenschaft würde zudem eine kontinuierliche Qualitätskontrolle für die Politik gewährleisten. „Verlässliche Daten sind die Grundlage für den Ausgleich von Bildungsungleichheit“, so das Fazit der Expert:innen.
https://www.lifbi.de/de-de/Start/Institut/Personen/Person/account/41?name=Kleine... Prof. Dr. Corinna Kleinert
https://www.lifbi.de/de-de/Start/Institut/Personen/Person/account/2967?name=Bitt... Dr. Felix Bittmann
https://www.lifbi.de/de-de/Start/Forschung/Alle-Projekte/LEARN#Webinar Zum Webinar (30 Min.)
Prof. Dr. Corinna Kleinert und Dr. Felix Bittmann
Copyright: LIfBi
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, all interested persons
Economics / business administration, Law, Politics, Social studies, Teaching / education
transregional, national
Schools and science, Science policy
German

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