Mit der internationalen Konferenz „AI26 – The Lamarr Conference“ bringt das Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz gemeinsam mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg rund 400 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik in Bonn zusammen. Im Mittelpunkt stehen der Transfer von KI-Forschung in Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichen Nutzen sowie aktuelle Entwicklungen wie Agentic AI, Embodied AI und KI im Gesundheitswesen. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst eröffnete die Konferenz und verlieh den Lamarr Award 2026 an DeepL-Gründer und CEO Dr. Jarosław Kutyłowski.
„Nordrhein-Westfalen geht den Weg von der Kohle zur KI. Wir haben die besten Voraussetzungen, um Nordrhein-Westfalen zum führenden KI-Standort zu entwickeln: Hier trifft eine industriell und maschinell geprägte Wirtschaft mit einem starken Mittelstand auf eine starke technologische und wissenschaftliche Basis mit der dichtesten Hochschullandschaft Europas. Nordrhein-Westfalen ist der Ort, an dem KI von der Idee bis zur industriellen Anwendung gedacht wird.“ Mit diesen Worten eröffnete Hendrik Wüst MdL, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, heute die „AI26 – The Lamarr Conference“ im Plenarsaal des ehemaligen Deutschen Bundestages in Bonn. Mit seiner internationalen Konferenz für anwendungsorientierte Künstliche Intelligenz bringt das Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz in Kooperation mit der IHK Bonn/Rhein-Sieg rund 400 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik im World Conference Center zusammen.
Im Rahmen der Eröffnung überreicht Hendrik Wüst MdL den diesjährigen Lamarr Award an Dr. Jarosław Kutyłowski, Gründer und CEO des Kölner KI-Unternehmens DeepL: „Den Lamarr Award zu erhalten, ist für mich eine große Ehre – und zugleich ein Ansporn. Er steht für die Überzeugung, dass Spitzenforschung und praktische Anwendbarkeit zusammengehören. Wir haben bereits bewiesen, dass Europa KI entwickeln kann, für die sich globale Unternehmen bewusst entscheiden. Jetzt geht es darum, diesen Anspruch weiter auszubauen – getragen von der Überzeugung, dass die Art, wie wir etwas bauen, genauso wichtig ist wie das, was wir bauen“, so der Preisträger. Für Nordrhein-Westfalen ist diese Verbindung von wissenschaftlicher Exzellenz und erfolgreicher unternehmerischer Umsetzung ein zentraler Baustein seiner KI-Strategie. Ministerpräsident Hendrik Wüst betont: „DeepL zeigt beispielhaft, was von Nordrhein-Westfalen aus möglich ist. Nirgendwo sonst verbinden sich neue Technologien so eng mit praktischer, industrieller Anwendung. Nordrhein-Westfalen ist Anziehungspunkt für die KI-Branche und deren Partner, unser Weg von der Kohle zur KI findet weltweit Beachtung. Der Lamarr-Award an Dr. Jarosław Kutyłowski ist hochverdient, er gibt wichtige Impulse für technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind entschlossen, unser Land zu dem KI-Hotspot in Europa zu machen – und Menschen wie Jarosław Kutyłowski tragen dazu bei, dass uns das gelingt.“
Wie Europa diesen Weg von exzellenter KI-Forschung zu Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und gesellschaftlichem Nutzen erfolgreich gestalten kann, steht auch im Mittelpunkt der AI26. Rund 50 internationale Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik diskutieren dazu aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und Lösungsansätze gemeinsam mit dem Publikum. Zu diesen zählen unter anderem Oxford-Robotikforscher Prof. Dr. Ingmar Posner, Medical-AI-Experte Prof. Dr. Sylvain Baillet vom CRCHUM Montréal, T-Systems-CEO Dr. Ferri Abolhassan, DeepMind-Wissenschaftler Dr. Bogdan Georgiev sowie Romina Medici, Global Data & AI Executive bei der ERGO Group. Im Fokus der AI26 steht der interdisziplinäre Austausch: Panels, Expert Sessions und interaktive Formate bringen Forschende, Akteure aus Unternehmen und politische Entscheidungsträger gezielt miteinander ins Gespräch und schaffen Raum für Ideen, neue Impulse und gemeinsame Lösungsansätze.
Von Spitzenforschung zu Skalierung und Wettbewerbsfähigkeit
Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit wissenschaftliche Erkenntnisse schnell ihren Weg in die Praxis finden, und wie wir es schaffen können, Werte, Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen, diskutieren die Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Perspektiven.
„Mit den KI-Kompetenzzentren wie dem Lamarr-Institut hat Deutschland sehr erfolgreich die Spitzenforschung in der Künstlichen Intelligenz gestärkt. Mit Universitäten, Fraunhofer-Instituten und Partnern aus der Wirtschaft entstehen zugleich Innovationspole mit nachhaltiger Wirkung auf Unternehmen und Gesellschaft. Dies wollen wir noch weiter ausbauen und beschleunigen“, sagt Prof. Dr. Stefan Wrobel, Co-Direktor des Lamarr-Instituts.
Im Fokus der Diskussionen stehen dabei auch die Ziele der „Hightech Agenda Deutschland“ und was es jetzt braucht, damit sich europäische KI als skalierbare Schlüsseltechnologie in einem starken Ökosystem aus Forschung und Industrie etablieren kann. „Europas Stärke liegt nicht nur in seiner exzellenten KI-Forschung, sondern auch in seinem industriellen Ökosystem. Echte KI-Wertschöpfung entsteht dort, wo aus leistungsfähigen KI-Modellen Anwendungen werden, die in Industrie, Gesundheitswesen, öffentlichem Sektor und Verteidigung echten Mehrwert schaffen. Dafür brauchen wir nicht das nächste große Sprachmodell. Wir brauchen industrielle Daten, souveräne und vertrauenswürdige Infrastrukturen sowie die Fähigkeit, Innovationen im Einklang mit europäischen Werten zu skalieren. Genau diesen Weg gehen wir mit unserer AI Factory in München auf Basis modernster NVIDIA-Technologie“, betont Dr. Ferri Abolhassan, Board Member Deutsche Telekom.
Mit agentischen KI-Systemen rückt dabei zunehmend die Frage in den Fokus, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz künftig nicht nur zur Unterstützung einzelner Aufgaben, sondern zur intelligenten Steuerung komplexer Geschäftsprozesse einsetzen können. „Die nächste Welle der KI wird nicht allein leistungsfähigere Modelle hervorbringen, sondern neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI. Agentische Systeme können ganze Wertschöpfungsprozesse unterstützen und neu organisieren. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht dort, wo Unternehmen diese Möglichkeiten strategisch nutzen und verantwortungsvoll in ihre Organisation integrieren“, so ordnet Romina Medici, ERGO Group, die nächste Entwicklungsstufe KI-gestützter Geschäftsprozesse ein.
Von Sprachmodellen zu intelligent handelnden Systemen
Mit Agentic AI, Vision-Language-Action-Modellen und neuen Entwicklungen in der Robotik entwickelt sich KI zunehmend von Systemen, die Sprache verstehen und Inhalte generieren, hin zu Systemen, die ihre Umgebung wahrnehmen, planen und in realen Umgebungen handeln können. Internationale Impulse dazu liefern unter anderem Oxford-Robotikforscher Prof. Ingmar Posner, Dr. Bogdan Georgiev von Google DeepMind sowie Prof. Dr. Maren Bennewitz von der Universität Bonn und dem Lamarr-Institut. Mit Embodied AI entwickelt sich KI zunehmend von Systemen, die Informationen verarbeiten, hin zu intelligent handelnden Systemen, die ihre Umgebung wahrnehmen, daraus lernen und eigenständig agieren können. „Durch Embodied AI verbinden sich intelligente Algorithmen und Robotik zu Systemen, die ihre Umwelt wahrnehmen, selbstständig lernen und real handeln können. Diese neue Generation KI-gestützter Roboter wird dazu in der Lage sein, den Menschen in komplexen realen Umgebungen zu unterstützen. Gleichzeitig treibt KI die Wissenschaft revolutionär voran, indem sie Forschende bei der Formulierung wissenschaftlicher Hypothesen unterstützt und z. B. die Entdeckung neuer Medikamente und Materialien beschleunigt“, sagt Bennewitz.
KI muss sich ihren Platz im Gesundheitswesen verdienen
Wie Künstliche Intelligenz ihren Weg aus der Forschung in die klinische Praxis findet, ist ein weiterer Schwerpunkt der AI26. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Entwicklungen rund um patientenzentrierte KI, KI-gestützte Diagnostik und die Integration leistungsfähiger KI-Systeme in medizinische Versorgungsprozesse. Ob KI die Medizin nachhaltig verändern wird, entscheidet sich daran, welchen konkreten Nutzen sie für Patientinnen und Patienten, medizinisches Personal und Gesundheitssysteme schafft. Internationale Kooperationen sind dabei entscheidend, um Fortschritte der KI-Forschung in eine bessere klinische Praxis zu überführen.
Wie eine solche Zusammenarbeit aussehen kann, zeigt eine neue internationale Partnerschaft, die im Rahmen der AI26 bekannt gegeben wird: Das Centre de recherche du Centre hospitalier de l'Université de Montréal (CRCHUM) und die Technische Universität Dortmund als einer der Kernpartner des Lamarr-Instituts unterzeichnen auf der Konferenz eine gemeinsame Absichtserklärung. „Ich freue mich sehr über unsere Partnerschaft mit dem Lamarr-Institut. Gemeinsam wollen wir über vielversprechende KI-Prototypen in der biomedizinischen Forschung und im Gesundheitswesen hinausgehen und vertrauenswürdige Lösungen identifizieren sowie verantwortungsvoll bereitstellen, die sich in unseren jeweiligen Gesundheitssystemen skalieren lassen. Unser gemeinsames Ziel ist es, sicherzustellen, dass Künstliche Intelligenz dort einen positiven Unterschied macht, wo sie für Patientinnen und Patienten am wichtigsten ist: beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, bei der Patientensicherheit, bei Chancengerechtigkeit und bei der Nachhaltigkeit unserer Gesundheitssysteme“, beschreibt Prof. Dr. Sylvain Baillet, CRCHUM Montréal.
Schulterschluss für Europas KI-Zukunft
Die AI26 zeigt, dass Europa im globalen KI-Wettbewerb nicht allein durch neue Modelle oder höhere Rechenleistung überzeugen wird. Entscheidend wird sein, wissenschaftliche Exzellenz mit unternehmerischer Umsetzung, vertrauenswürdigen Infrastrukturen und konkreten Anwendungen zu verbinden. Die zentralen Herausforderungen rund um Künstliche Intelligenz lassen sich heute nicht mehr von einer einzelnen Disziplin oder Institution allein beantworten. „Zum ersten Mal in der Geschichte breitet sich mit Künstlicher Intelligenz eine neue Technologie in allen Lebensbereichen gleichzeitig aus. Deshalb ist die enge Zusammenarbeit von Forschung, Wirtschaft und Politik der Schlüssel für exzellente Wissenschaft, technologische Souveränität, erfolgreiche Innovationen und Wertschöpfung“, betont Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. Genau dieser Schulterschluss ist eine zentrale Voraussetzung, um die Ziele der deutschen Hightech Agenda zu erreichen und wissenschaftliche Exzellenz in Innovation, technologische Souveränität und nachhaltige Wertschöpfung zu übersetzen.
Über das Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz
Das Lamarr-Institut gestaltet eine neue Generation der Künstlichen Intelligenz (KI), die leistungsstark, nachhaltig, vertrauenswürdig und sicher zur Lösung fundamentaler Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft beiträgt. Als eines der zentralen KI-Kompetenzzentren Deutschlands steht das Lamarr-Institut für wertebasierte, international wettbewerbsfähige und anwendungsorientierte Spitzenforschung und engagiert sich auf regionaler, nationaler sowie internationaler Ebene in Wissenschaft, Bildung und Technologietransfer.
Getragen wird das Forschungsinstitut von der Technischen Universität Dortmund, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn sowie den Fraunhofer-Instituten für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin und für Materialfluss und Logistik IML in Dortmund. Das Lamarr-Institut wird im Rahmen der KI-Strategie der Bunderegierung durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie das Land Nordrhein-Westfalen dauerhaft gefördert.
Zur Pressemitteilung: https://www.iais.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2026/wuest-eroeffne...
https://conference.lamarr-institute.org/
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Prof. Dr. Stefan Wrobel, Co-Direktor des Lamarr-Instituts, üb ...
Source: Maximilian Waidhas
Copyright: Uni Bonn/Maximilian Waidhas
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students
Information technology, Medicine
transregional, national
Scientific conferences, Transfer of Science or Research
German

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und Prof. Dr. Stefan Wrobel, Co-Direktor des Lamarr-Instituts, üb ...
Source: Maximilian Waidhas
Copyright: Uni Bonn/Maximilian Waidhas
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