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07/09/2026 16:29

GIDEA: Ganzheitliche Innovationsmethodik für digitale Assistenztechnologien zur Entlastung in der Pflege

Claudia Staat Kommunikation
Frankfurt University of Applied Sciences

    Wie lässt sich die Praxistauglichkeit von Technologien durch virtuelle Simulation mittels Mixed Reality (MR) beurteilen und bewerten? - Verbundprojekt von Frankfurt UAS, Caritasverband Darmstadt e.V. und Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD)

    Hohe Arbeitsdichte, steigendes Risiko für psychische Erkrankungen und zunehmende Auswirkungen auf die Qualität der pflegerischen Versorgung: Pflegefachpersonen sind laut aktueller Studienlage in einem besonders hohen Maß psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt.
    Vor diesem Hintergrund ist das Projekt GIDEA (Ganzheitliche Innovationsmethodik für digitale Assistenztechnologien zur Entlastung bei indirekten Pflegetätigkeiten) gestartet, das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen seiner Förderlinie DATIpilot unterstützt wird.

    Die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) arbeitet dazu mit dem Caritasverband Darmstadt e. V. und dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD zusammen. Seitens der Frankfurt UAS betreuen GIDEA Prof. Dr. Diana Völz und Prof. Dr. Lisa Schmidt; beide sind Mitglieder des interdisziplinären Forschungszentrums FUTURE AGING.

    Welche Technologie führt tatsächlich zur Entlastung?

    Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer Methodik zur Identifikation, Bewertung und Integration digitaler Assistenztechnologien in der stationären Langzeitversorgung. Der Fokus liegt dabei auf indirekten Pflegetätigkeiten, die von professionell Pflegenden als besonders aufwändig und belastend wahrgenommen werden.

    Der Technikeinsatz soll ihnen idealerweise mehr Zeit für primäre Pflegetätigkeiten und Raum für die direkte Zuwendung zu Pflegebedürftigen verschaffen. Aber welche Technologien führen tatsächlich zu einer Unterstützung und Entlastung? Und wie lässt sich deren Praxistauglichkeit durch virtuelle Simulation mittels Mixed Reality (MR) beurteilen und kriteriengestützt bewerten, bevor sie in den Pflegealltag integriert werden?
    Methodisch kombiniert das Projekt qualitative Datenerhebungen (Fokusgruppen und Expert*inneninterviews) mit der Entwicklung und Nutzung von MR-Umgebungen, in denen neue Technologien realitätsnah erprobt und evaluiert werden.

    Ausgangslage: Hohe Arbeitsbelastung und ihre Folgen

    Pflegende in der ambulanten und stationären Langzeitpflege stehen unter erheblichem Zeit- und Leistungsdruck. Studien zeigen, dass hohe Arbeitsbelastung, häufige Unterbrechungen im Arbeitsablauf sowie das parallele Ausführen mehrerer Tätigkeiten zum pflegerischen Alltag gehören. Nicht selten verzichten Pflegende sogar auf Pausen, um die täglichen Aufgaben bewältigen zu können. Diese Belastungen begünstigen depressive Symptome, einen ungesunden Lebensstil sowie psychische Erkrankungen und führen unter anderem zu einem steigenden Burnout-Risiko und zunehmenden Arbeitsunfähigkeitstagen.

    Gleichzeitig sind Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote bislang nur begrenzt wirksam, um die Folgen der hohen Arbeitsdichte auszugleichen. Pflegende äußern zudem den Wunsch nach mehr Zeit für eine qualitativ hochwertige Versorgung, individuelle Gestaltungsspielräume und menschliche Zuwendung.
    „Die hohe Arbeitsdichte wirkt sich nicht nur auf die Gesundheit der Pflegenden aus, sondern kann auch die Qualität der Versorgung beeinträchtigen“, betont Prof. Dr. Lisa Schmidt, Professorin für Pflegewissenschaft und Co-Sprecherin von FUTURE AGING.

    Forschungslücken trotz wachsender Problemlage

    Obwohl die Belastungssituation gut beschrieben ist, besteht in Deutschland weiterhin eine Forschungslücke hinsichtlich der Ursachen, Folgen und des subjektiven Stresserlebens im Pflegeberuf. Gleichzeitig werden zur Entlastung vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels unterschiedliche Lösungsansätze diskutiert – insbesondere digitale und technische Unterstützungsangebote.
    Digitale Systeme, Sensorik, Künstliche Intelligenz (KI) zur Erfassung von Vitalparametern, Exoskelette oder KI-gestützte Pflegedokumentation mit Spracherkennung werden von Pflegenden teils als entlastend wahrgenommen, da sie Zeit einsparen und Arbeitsprozesse vereinfachen können. Dennoch zeigt sich, dass innovative Technologien bisher nur zögerlich und kaum nachhaltig in den Pflegealltag integriert werden.

    Wenig Forschung zum Einsatz von Mixed-Reality-Technologie

    Insbesondere für den Einsatz von MR-Technologien liegen bislang nur wenige Forschungserkenntnisse vor. Frühere Studien fokussierten vor allem technische Aspekte, während die Perspektive von Pflegefachkräften sowie organisatorische Rahmenbedingungen wie Schulung, Begleitung und Ausstattung häufig unzureichend berücksichtigt wurden.
    „Es fehlt bislang ein umfassender und praxisnaher Kriterienkatalog, der technologische Anforderungen wie Skalierbarkeit, Usability, Barrierefreiheit und pflegerische Bedarfe gleichermaßen abbildet“, erklärt Prof. Dr. Diana Völz, Professorin für Produktentwicklung, Konstruktion und CAD und Leiterin des Mixed-Reality-Labors der Frankfurt UAS. „Genau an dieser Stelle setzt GIDEA an.“

    Interviews als Datenbasis

    Aktuell laufen die Interviews mit Fokusgruppen aus Pflegefach- und Pflegehilfskräften sowie Expert*inneninterviews mit Leitungspersonen, um besonders belastende indirekte Pflegetätigkeiten zu identifizieren. Diese Datenerhebungen werden von der Frankfurt UAS verantwortet und durch den Caritasverband Darmstadt e. V. unterstützt.

    Digitaler Pflegekatalog

    Auf Basis der qualitativen Befragungen sowie der Evaluationen in der MR-Umgebung entsteht ein dynamischer Kriterienkatalog, der als strukturiertes Verzeichnis zur systematischen Identifikation, Bewertung und Einschätzung digitaler Assistenztechnologien dient. Dieser soll Pflegeeinrichtungen, Pflegenden, Pflegebedürftigen, Entwickler*innen und Kostenträgern künftig eine fundierte Entscheidungshilfe bieten, um neue Technologien vergleichend zu bewerten, gezielt auszuwählen oder bestehende Technologielücken zu identifizieren.
    Dieses Arbeitspaket liegt in der Verantwortung des Fraunhofer IGD. „Wir stellen sicher, dass der Kriterienkatalog mit bestehenden Dokumentations- und Bewertungsprozessen in Pflegeeinrichtungen kompatibel ist“, so Dr. Sergio Staab vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD. „Durch die enge Vernetzung relevanter Stakeholder – darunter Pflegeeinrichtungen, Forschungseinrichtungen, Kommunen, Kostenträger und Entwickler*innen – sollen zudem Innovationszyklen für passgenaue und skalierbare Lösungen beschleunigt werden.“

    Die Forschung und Evaluierung erfolgen praxisnah in stationären Pflegeeinrichtungen des Projektpartners Caritasverband Darmstadt e. V. unter direkter Einbindung der Pflegefach- und Pflegehilfskräfte sowie der Auszubildenden.„Uns ist es wichtig, dass Pflegende zukünftig von Technologieempfängern zu ‚Technologie-Mitentwicklern‘ werden. Der partizipative Ansatz des Projektes ermöglicht diesen Anspruch“, so Michael Weber von der Stabsstelle Digitalisierung und Strategische Entwicklung Altenhilfe des Caritasverbands Darmstadt e. V.

    „Unser Anspruch ist es, Digitalisierung nicht nur technisch, sondern vor allem bedarfsorientiert und nachhaltig zu gestalten“, so das Projektteam. „GIDEA schafft dafür die methodischen und strukturellen Grundlagen für die Innovationscommunity, fördert einen nachhaltigen Wissenstransfer und bereitet Anknüpfungspunkte für weitere Forschungs- und Entwicklungsprojekte vor.“

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    Dieses Verbundprojekt wird unter der Nummer 03DPC0211B vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen seines Programms „DATIpilot“ gefördert und ist Teil der Community Innovative Pflege (CIP).
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    Contact for scientific information:

    Frankfurt University of Applied Sciences, Forschungszentrum FUTURE AGING, Prof. Dr. Lisa Schmidt, Telefon: +49 69 1533-4436, E-Mail: lisa.schmidt@fra-uas.de | Mixed Reality-Labor, Prof. Dr. Diana Völz, Telefon: +49 69 1533-3944, E-Mail: voelz@fra-uas.de

    Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD: Prof. i. V. Dr. Sergio Staab, Telefon: +49 151 67438066, E-Mail: sergio.staab@igd.fraunhofer.de


    More information:

    https://www.frankfurt-university.de/futureaging (Informationen zum Forschungszentrum FUTURE AGING)
    https://www.frankfurt-university.de/mixed-reality-lab (Informationen zum Mixed-Reality-Labor)
    https://www.igd.fraunhofer.de/de/forschung/oeffentliche-projekte/gesundheit-und-... (Informationen zum GIDEA-Teilprojekt am Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung)


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    Prof. Dr. Diana Völz, Professorin für Produktentwicklung, Konstruktion und CAD und Leiterin des Mixed-Reality-Labors der Frankfurt UAS.
    Prof. Dr. Diana Völz, Professorin für Produktentwicklung, Konstruktion und CAD und Leiterin des Mixe ...
    Source: Frankfurt UAS
    Copyright: Frankfurt UAS

    Prof. Dr. Lisa Schmidt, Professorin für Pflegewissenschaft an der Frankfurt UAS und Co-Sprecherin des interdisziplinären Forschungszentrums FUTURE AGING.
    Prof. Dr. Lisa Schmidt, Professorin für Pflegewissenschaft an der Frankfurt UAS und Co-Sprecherin de ...
    Source: Lothar Eichhorn
    Copyright: Frankfurt UAS


    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Information technology, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Cooperation agreements, Research projects
    German


     

    Prof. Dr. Diana Völz, Professorin für Produktentwicklung, Konstruktion und CAD und Leiterin des Mixed-Reality-Labors der Frankfurt UAS.


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