Soll der Staat mehr investieren oder Ausgaben kürzen? Braucht es höhere Löhne, niedrigere Steuern oder mehr private Vorsorge? Bei wirtschaftspolitischen Fragen gehen die Antworten oft weit auseinander. Eine neue Publikationsreihe des Instituts für Sozioökonomie der Universität Duisburg-Essen erklärt, welche ökonomischen Denkweisen hinter den unterschiedlichen Positionen stehen. Die erste Ausgabe der Sozioökonomischen Blätter widmet sich der Alterssicherung.
Die frei zugänglichen Publikationen, die mehrmals im Jahr erscheinen werden, richten sich an alle, die wirtschaftspolitische Debatten besser verstehen möchten. Die Autor:innen erklären grundlegende Zusammenhänge, ordnen historische Entwicklungen ein und bereiten wichtige Daten und Fakten auf. Zugleich stellen sie unterschiedliche ökonomische Sichtweisen gegenüber. So soll deutlich werden, warum Fachleute dieselben wirtschaftlichen Probleme mitunter unterschiedlich bewerten und zu verschiedenen politischen Empfehlungen gelangen.
„Wirtschaftspolitische Empfehlungen wirken häufig so, als gäbe es nur eine fachlich richtige Lösung. Tatsächlich beruhen viele Positionen auf unterschiedlichen Annahmen darüber, wie Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren“, sagt Prof. Dr. Till van Treeck vom Institut für Sozioökonomie. „Mit den Sozioökonomischen Blättern möchten wir diese Annahmen sichtbar machen und auch Menschen ohne wirtschaftswissenschaftliches Vorwissen ermöglichen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.“
Wie sicher ist die Rente über den Finanzmarkt?
Die erste Ausgabe widmet sich einer der zentralen Streitfragen der Wirtschaftspolitik: Müssen alternde Gesellschaften stärker über Aktien, Fonds und andere Kapitalanlagen vorsorgen? Dr. Julian Bank und Prof. Dr. Till van Treeck erläutern zunächst die Grundlagen und die historische Entwicklung des deutschen Alterssicherungssystems. Anschließend vergleichen sie die umlagefinanzierte gesetzliche Rentenversicherung mit kapitalgedeckten Formen der Vorsorge.
Dabei wird deutlich: Auch eine stärkere Kapitaldeckung löst die Herausforderungen des demografischen Wandels nicht automatisch. Denn unabhängig von der Finanzierungsform müssen die Güter und Dienstleistungen, die ältere Menschen künftig benötigen, von der dann arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet werden.
Die Publikation beleuchtet die Chancen und Risiken beider Systeme und zeigt, wie unterschiedliche ökonomische Denkweisen zu verschiedenen Bewertungen und wirtschaftspolitischen Empfehlungen führen.
Prof. Dr. Till van Treeck, Institut für Sozioökonomie, till.vantreeck@uni-due.de
Dr. Julian Bank, Institut für Sozioökonomie, Tel. 0203/37 9-1582, julian.bank@uni-due.de
https://www.uni-due.de/soziooekonomie/blaetter
https://www.uni-due.de/imperia/md/content/soziooekonomie/sb_1_alterssicherung.pd...
Criteria of this press release:
Journalists, all interested persons
Economics / business administration, Social studies
transregional, national
Scientific Publications
German

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