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07/15/2026 10:00

Barfußlaufen fördert gesunde Kinderfüße

Susanne Herda, Swetlana Meier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

    Fußgesundheit stärken

    Kinder ziehen im Sommer gerne die Schuhe aus, laufen barfuß über Wiesen, Sand und Waldboden und stärken dabei ganz nebenbei ihre Füße. Denn wer barfuß geht, trainiert Muskeln, spürt den Untergrund und hilft dem Fuß, sich natürlich zu entwickeln. „Fast alle Kleinkinder starten mit eher flachen Füßen, das ist völlig normal.

    Erst durch Bewegung und unterschiedliche Reize bildet sich das Fußgewölbe nach und nach aus. Barfußlaufen auf wechselnden Untergründen aktiviert die Muskulatur und unterstützt diese Entwicklung“, sagt Dr. Jörn Dohle, stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

    Tipps für gesunde Kinderfüße im Sommer:
    • Kinder so oft wie möglich barfuß laufen lassen
    • Unterschiedliche Untergründe nutzen: Wiese, Sand, Kies oder Waldboden
    • Viel Bewegung im Alltag fördern: laufen, springen, klettern
    • Schuhe nur, wenn nötig: dann weich, flexibel und mit ausreichend Platz
    • Bei Schmerzen oder auffälligem Gangbild ärztlichen Rat einholen

    Fast alle Kleinkinder haben zunächst ein abgeflachtes Fußgewölbe, den sogenannten kindlichen Knick-Senkfuß. Medizinisch beschreibt er eine dreidimensionale Veränderung des Fußes, die in den ersten Lebensjahren zur normalen Entwicklung gehört. Die Ferse kippt leicht nach innen, der Fuß wirkt flach, weil das Längsgewölbe noch nicht vollständig ausgebildet ist. Die S2k-Leitlinie „Kindlicher Knick-Senkfuß“ der DGOU zeigt: Nur ein kleiner Teil der Kinder entwickelt Beschwerden, Schmerzen treten bei weniger als zwei Prozent auf. „Dabei spielen auch Risikofaktoren eine Rolle: Übergewicht kann die Entwicklung eines Knick-Senkfußes begünstigen, der sich nicht von selbst reguliert. Auch muskuläre Schwächen oder bestimmte Grunderkrankungen können Einfluss nehmen“, sagt Prof. Dr. Anna K. Hell, federführende Autorin und Koordinatorin der Leitlinie. Treten Schmerzen auf, wirkt der Fuß steif oder läuft das Kind ungern, sollte dies orthopädisch-unfallchirurgisch abgeklärt werden.

    In den ersten Lebensjahren sind die Strukturen im Fuß noch weich und flexibel. Muskeln, Sehnen und Bänder entwickeln sich erst nach und nach. Das ermöglicht dem Fuß, sich anzupassen und seine endgültige Form auszubilden. Er reagiert auf Reize und Belastungen und gewinnt so Schritt für Schritt an Stabilität. „Erst im Laufe der Kindheit und im Jugendalter bildet sich das Fußgewölbe vollständig aus. Es übernimmt später eine zentrale Funktion: Es wirkt wie ein Stoßdämpfer, verteilt das Körpergewicht gleichmäßig und sorgt für Stabilität und Balance beim Gehen und Laufen“, sagt Prof. Dr. Stefan Rammelt, Vorsitzender der DGOU-Sektion Deutsche Assoziation für Fuß und Sprunggelenk (DAF).

    Gerade die Sommermonate bieten ideale Bedingungen, um die natürliche Entwicklung der Füße zu unterstützen. Barfußlaufen in abwechslungsreicher Umgebung setzt gezielte Reize und stärkt die Muskulatur. Gleichzeitig gilt: Sicherheit geht vor. Kinder sollten nur dort barfuß laufen, wo keine Verletzungsgefahr durch Scherben, spitze Gegenstände oder stark erhitzte Oberflächen besteht.

    Entscheidend bleibt die Unterscheidung zwischen dem häufigen, flexiblen Knick-Senkfuß und einer seltenen, starren Form, die auf strukturelle oder neurologische Ursachen hinweisen kann und ärztlich abgeklärt werden sollte. In den allermeisten Fällen gilt jedoch: Es ist keine Therapie notwendig. Einlagen oder spezielle Maßnahmen sind nur bei Beschwerden sinnvoll. Für die große Mehrheit der Kinder ist der Knick-Senkfuß ein vorübergehendes Entwicklungsphänomen und der Sommer liefert die besten Voraussetzungen, damit sich gesunde Füße ganz natürlich entwickeln.

    Weitere Informationen:
    www.dgou.de

    Referenzen:
    Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V.: Kindlicher Knick-Senkfuß: Version 4.0 (gültig bis 01.06.2027): Verfügbar unter AWMF Leitlinienregister

    Kontakt für Rückfragen:
    Susanne Herda, Swetlana Meier
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V.
    Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
    Telefon: +49 (0)30 340 60 36 -16/-06
    E-Mail: presse@dgou.de


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    Criteria of this press release:
    Journalists, all interested persons
    Medicine, Nutrition / healthcare / nursing
    transregional, national
    Miscellaneous scientific news/publications, Transfer of Science or Research
    German


     

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