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07/17/2026 09:00

Masterstudierende entwickeln im Team Startup-Ideen für biotechnologisch erzeugte Produkte

Friederike Meyer zu Tittingdorf Pressestelle der Universität des Saarlandes
Universität des Saarlandes

    Rohöl ist in vielen Produkten enthalten, von Industriefarben über Nylon bis hin zur Hautcreme. Biotechnologen wollen Erdöl durch nachwachsende Rohstoffe ersetzen. Damit aus ihren Innovationen im Labor marktreife Produkte entstehen, gibt es seit drei Jahren ein besonderes Seminar an der Universität des Saarlandes: Masterstudierende der Betriebswirtschaftslehre und Biotechnologie entwickeln gemeinsam Ideen für Startups. Das Projekt wird vom Land über EFRE-Mittel mit einer Million Euro gefördert.

    „In den naturwissenschaftlich-technischen Fächern der Universität gibt es viel Potential für Innovationen und Unternehmertum. Die Studierende dort haben aber bisher noch wenig Gelegenheit, mit den Chancen solcher Innovationen bis hin zur Gründung eines Startups aktiv in Berührung zu kommen“, nennt Benedikt Schnellbächer, Professor für Digitale Transformation und Existenzgründung, als Motivation für das BIOSTART-Projekt. Dieses auf vier Jahre angelegte Projekt, das aus dem Europäischen Regionalfonds gefördert wird, hat dafür interdisziplinäre Teams zusammengebracht. Jeweils zwei Masterstudierende der Biotechnologie und Betriebswirtschaftslehre tüftelten ein Semester lang an Ideen, welcher Prototyp aus einer Zellfabrik geeignet wäre, um eines Tages als Produkt oder Prozess zur Marktreife gebracht zu werden.

    Die Biotechnologie und die dort entwickelten Zellfabriken boten sich als Experimentierfeld an, weil Christoph Wittmann, Professor für systemische Biotechnologie der Universität des Saarlandes, hier bereits wegweisende Forschung geleistet hat. Diese ist in vielen Fällen nah an der industriellen Anwendung. „Wir können in unseren Zellfabriken lebende Mikroorganismen wie Bakterien und Hefen dafür einsetzen, um wertvolle Substanzen auf biologische Weise zu produzieren. Damit können zum Beispiel komplexe Abfallströme abgebaut und in hochwertige chemische Verbindungen und Materialien umgewandelt werden – ganz ohne den Einsatz fossiler Ressourcen“, erklärt Christoph Wittmann.

    In einem seiner Forschungsprojekte geht es außerdem darum, industrielle Farben und Pigmente, die bisher die Umwelt erheblich belasten, durch Biopigmente zu ersetzen. „Dabei werden im Labor Mikroorganismen mit Stoffwechselwegen ausgestattet, die es ihnen erlauben, definierte Farbstoffe effizient und reproduzierbar zu synthetisieren“, erklärt der Biotechnologe. Er arbeitet dabei eng mit Andriy Luzhetskyy zusammen, der als Professor für Pharmazeutische Biotechnologie an der Universität des Saarlandes und dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) forscht und auch am BIOSTART-Projekt beteiligt ist. Sein Schwerpunkt ist die mikrobielle Naturstoffforschung, die zum Ziel hat, neue Wirkstoffe zu finden und mit Hilfe von Mikroorganismen zu erzeugen.

    „Das Potential dieser Forschung liegt auf der Hand. Im Projekt ‚BIOSTART‘ geht es uns darum, den Studierenden mit betriebswirtschaftlichem und biotechnologischem Hintergrund den Weg in ein neues Forschungsfeld zu öffnen, damit sie ihre Expertise in den interdisziplinären Teams einbringen können, voneinander lernen können und gemeinsam auf neue Ideen kommen“, sagt Benedikt Schnellbächer. Für die Biotechnologie-Studierenden sei es zudem bereichernd, wenn sie Karrierewege jenseits der industriellen Großunternehmen kennenlernten. „Einige haben sich durch das Seminar dazu entschieden, eine Promotion anzuschließen, um noch tiefer in ihr Spezialgebiet einzusteigen und Marktpotentiale auszuloten“, sagt der Gründungsexperte.


    Contact for scientific information:

    Prof. Dr. Benedikt Schnellbächer
    Digitale Transformation und Existenzgründung
    Tel.: 0681 302-70810
    Mail: benedikt.schnellbaecher@uni-saarland.de


    More information:

    https://www.uni-saarland.de/lehrstuhl/schnellbaecher/roadtostart-up.html


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    Ein Mitarbeiter zieht im Labor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes einen Bionylonfaden aus einem Glaskolben.
    Ein Mitarbeiter zieht im Labor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes einen Bion ...
    Source: Silvia Steinbach
    Copyright: Universität des Saarlandes


    Criteria of this press release:
    Business and commerce, Journalists, Students
    Chemistry, Economics / business administration, Energy, Materials sciences, Mechanical engineering
    transregional, national
    Studies and teaching, Transfer of Science or Research
    German


     

    Ein Mitarbeiter zieht im Labor für Systembiotechnologie an der Universität des Saarlandes einen Bionylonfaden aus einem Glaskolben.


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