Der zweite Teil des Schiffsrumpfes für den Neubau des größten Fischereiforschungsschiffes des Bundes wurde auf der Volkswerft in Stralsund angeliefert. Im ersten Quartal 2027 soll der Rohbau nach Berne übergeführt werden und dort der Innenausbau des Schiffes beginnen.
Braunschweig/Bonn/Stralsund (17. Juli 2026). Das neue Fischereiforschungsschiff (FFS) der Bundesrepublik nimmt Formen an: Am heutigen Freitag, 17. Juli 2026, ist die zweite Rumpfsektion der „Walther Herwig“ auf der Stralsunder Volkswerft angekommen. Dabei handelt es sich um den mit 630 Tonnen schwersten Einzelblock. Wie die erste Sektion wurde auch dieses Schiffsteil mit Hilfe eines Spezialschiffes aus Klaipeda (Litauen) angeliefert. Auf der dortigen BLRT-Werft war das Schiff Ende 2024 auf Kiel gelegt worden. Die übrigen beiden Rumpfteile und die Aufbauten lässt die Auftragnehmerin, Fassmer GmbH & Co. KG, nun direkt in Stralsund fertigen. Die „Walther Herwig“ ist der größte Schiffsneubau auf der Volkswerft seit fünf Jahren. Derzeit arbeiten neben den Ingenieurinnen und Ingenieuren sowie dem Planungsteam etwa 175 Schiffbauerinnen und -bauer an dem Neubauprojekt des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH).
„Mit dem Ersatzbau für das größte Fischereiforschungsschiff des Bundes bekommt das Thünen-Institut als Nutzer des Schiffes eine zeitgemäße Plattform für seegehende Arbeiten. Unsere Forschung liefert die Grundlagen für eine nachhaltige Nutzung der Meere“, sagt Prof. Dr. Birgit Kleinschmit, Präsidentin des Thünen-Instituts. Die drei Thünen-Fischereiforschungsinstitute werden das neue Schiff in Nord- und Ostsee sowie im Atlantik von der Sargasso-See bis nach Grönland einsetzen.
„Für die BLE als verantwortliche Reederin der Fischereiforschungsschiffe des Bundes bin ich sehr froh darüber, dass die von uns beauftragte Fassmer-Werft in Stralsund Kapazitäten für den Ersatzneubau des neuen Fischereiforschungsschiffes finden konnte. Mit der Anlieferung der zweiten Rumpfsektion kann der Bau eines der weltweit modernsten und leistungsfähigsten Schiffe für die deutsche Fischerei- und Meeresforschung erfolgreich weitergehen“, sagt Dr. Margareta Büning-Fesel, Präsidentin der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Die BLE ist Auftraggeberin des Neubaus.
Dieser ersetzt das bisherige Fischereiforschungsschiff (FFS) Walther Herwig III, das 1993 in Dienst gestellt worden war. Der Ersatzbau wird knapp 90 Meter lang und mit modernster Forschungstechnik ausgestattet. Zur Ausrüstung gehören unter anderem zehn Labore, zwei Hangare mit Aussetzsystemen, Arbeitskräne, Winden für pelagische und demersale Fischerei sowie das Twin-Trawling, bei dem zwei Netze parallel geschleppt werden. Zudem wird es ein großes freies Arbeitsdeck und diverse Container-Stellplätze geben, teilweise mit Andockmöglichkeit für spezialisierte Laborcontainer. Das Schiff ist extrem geräuschreduziert, damit der Unterwasserschall die Untersuchungsobjekte nicht verscheucht.
„Mit der Anlieferung der zweiten Rumpfsektion hat das Projekt einen wichtigen Meilenstein erreicht und befindet sich nun in voller Fahrt. Der Werftstandort Stralsund bietet hervorragende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fertigung. Gemeinsam mit allen Projektbeteiligten bringen wir unsere schiffbauliche Expertise in allen Projektphasen ein und begleiten den Bau bis zur Indienststellung. So stehen wir den künftigen Nutzern und Betreibern als verlässlicher technischer Partner über den gesamten Entstehungsprozess des Schiffes hinweg zur Seite“, sagt David Petersen von der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW). Bei der BAW liegt die Bauaufsicht.
Der Innenausbau wird voraussichtlich ab Frühjahr 2027 auf der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser erfolgen. Die Indienststellung des Schiffes ist für Frühjahr 2028 geplant.
https://www.thuenen.de/de/thuenen-institut/verbundstrukturen/forschungsschiffe/e... Bautagebuch der Walther Herwig
Das zweite Rumpfsegment wird in Stralsund angeliefert.
Copyright: Thünen-Institut/Eckhard Fraede
Einsetzen des Pumpjets in das Bugsegment.
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transregional, national
Miscellaneous scientific news/publications
German

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