Leihmutterschaft zählt zu den umstrittensten Formen der Familiengründung. In der neuen Folge von „empirisch inspiriert“ spricht der Soziologe David Samhammer über Ergebnisse eines Forschungsprojekts am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD: Was sagen Expert:innen aus Medizin, Recht, Beratung und Interessenvertretung – und wie blickt die Bevölkerung in Deutschland auf Leihmutterschaft? Deutlich wird: Die Debatte ist differenzierter, als sie oft erscheint. Zwischen Selbstbestimmung, Ausbeutung, Kinderwunsch, Kindeswohl und pluralen Familienformen braucht es Beratung, Begleitung und gesellschaftliche Sensibilität. https://www.siekd.de/podcasts/
Leihmutterschaft in Deutschland: Neue Podcastfolge zu empirischen Ergebnissen
Leihmutterschaft gehört zu den umstrittensten Formen der Familiengründung. Vor zwei Jahren hat der Podcast „empirisch inspiriert“ bereits über offene ethische, rechtliche und sozialwissenschaftliche Fragen gesprochen. Nun liegen neue empirische Ergebnisse vor: aus Expert*inneninterviews mit Menschen aus Medizin, Recht, Beratung und politischer Interessenvertretung sowie aus einer repräsentativen Befragung zur Einstellung der Bevölkerung in Deutschland.
Dabei zeigt sich: Die Debatte ist differenzierter, als es oft scheint. Leihmutterschaft wird skeptischer bewertet als andere reproduktionsmedizinische Verfahren. Zugleich gibt es keine einfache Mehrheit für ein umfassendes Verbot. Viele Menschen sind unsicher, abwägend oder ambivalent. Im Zentrum stehen Fragen nach Selbstbestimmung, Ausbeutung, Kindeswohl, Kommerzialisierung, rechtlicher Regelbarkeit und dem Stellenwert eines unerfüllten Kinderwunsches.
In der neuen Folge spricht der Soziologe David Samhammer über zentrale Ergebnisse des Forschungsprojekts am Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Was sagen Expert*innen? Was denkt die Bevölkerung? Und was braucht eine verantwortliche gesellschaftliche Debatte über Leihmutterschaft jenseits schneller Pro- und Contra-Parolen?
Die Folge fragt auch, warum der Blick nicht nur auf Indien, die Ukraine oder die USA gerichtet werden sollte, sondern genauer nach Großbritannien. Außerdem geht es darum, weshalb in Deutschland vermutlich zunächst die Legalisierung der Eizellspende zur Diskussion stehen wird, bevor politisch über Leihmutterschaft entschieden wird.
Am Ende steht David Samhammers Appell, Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch nicht allein zu lassen. Gerade weil der Wunsch nach einem Kind existenziell sein kann, braucht es Beratung, Begleitung und gesellschaftliche Sensibilität. Zugleich macht die Folge deutlich: Leihmutterschaft ist nicht die eine Lösung für ungewollte Kinderlosigkeit, sondern Teil einer größeren Debatte über Reproduktionsmedizin, Familie und Verantwortung.
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Pressekontakt:
Dr. Kristin Torka
Sozialwissenschaftliches Institut der EKD
info@si-ekd.de
David Samhammer
Arnswaldtstraße 6 │ 30159 Hannover
Tel: +49 511 55474115
E-Mail: david.samhammer@si-ekd.de
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• David Samhammer und Peter Dabrock. Leihmutterschaft und Lebensform. Ein Perspektivwechsel inmitten einer kontroversen Debattenlage. In: Zeitschrift für Medizin-Ethik-Recht. Erschienen 2024.
• David Samhammer. Leihmutterschaft und die Grenzen der Verfügbarkeit. In: SI-Kompakt. Erschienen 2025.
• David Samhammer: Leihmutterschaft als Spannungsfeld. Eine Rekonstruktion der Deutungsweisen von Expert*innen. In: GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft. Erscheint voraussichtlich März 2027.
https://Empirisch inspiriert
https://Der Wissens-Podcast mit Dr. Kristin Torka
https://In „Empirisch inspiriert“ spricht Dr. Kristin Torka mit Gäst*innen aus dem Sozialwissenschaftlichen Institut der EKD. Gemeinsam mit Expertinnen aus Soziologie, Theologie und Volkswirtschaft geht es um qualitative und quantitative Studien zu Religion, Kirche und Gesellschaft – für alle, die aktuelle Fragen besser verstehen und neue Perspektiven entdecken möchten.
Folgencover - Podcastfolge Leihmutterschaft: Ergebnisse nach Projektabschluss
Source: Henning Lühr
Copyright: Sozialwissenschaftliches Institut der EKD
Criteria of this press release:
Business and commerce, Journalists, Scientists and scholars, Students, Teachers and pupils, all interested persons
Biology, Philosophy / ethics, Politics, Religion, Social studies
transregional, national
Research projects, Research results
German

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