Dr. Stefanie Grosswendt ist seit Juli 2026 Lise-Meitner-Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster. Mit ihrer unabhängigen Forschungsgruppe „Cellular Interactions" ist sie nun von Berlin an das Institut gewechselt. Ihre Gruppe untersucht, wie Zellen mit ihren Nachbarzellen kommunizieren und wie diese Interaktionen zelluläre Entscheidungen beeinflussen.
Mehrzelliges Leben beruht darauf, dass Zellen koordiniert zusammenarbeiten. Sie tauschen Informationen miteinander aus und passen ihr Verhalten entsprechend an. Diese Kommunikation prägt Entwicklungsprozesse, die Funktion von Geweben und den Verlauf von Krankheiten. Grosswendts Team entwickelt neuartige Einzelzell- und Spatial-Omics-Ansätze, um zelluläre Interaktionen während der Embryonalentwicklung und in Tumoren mit hoher Auflösung zu untersuchen.
Die Sprache der Zellen entschlüsseln
„So wie die Bedeutung eines Satzes aus der Kombination einzelner Wörter entsteht, interpretieren auch Zellen Kombinationen verschiedener Signale anstatt isolierter Einzelreize. Wir möchten die kombinatorische Logik dieser zellulären Sprache verstehen und herausfinden, wie sie Zellen ermöglicht, ihre Identität auszubilden und funktionierende Gewebe zu bilden“, sagt Stefanie Grosswendt. „Das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin betrachtet die Gewebebiologie aus einer Systemperspektive und bietet daher ein ideales Umfeld für unsere Forschung.“
Von Berlin nach Münster
Stefanie Grosswendt wechselt vom Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und vom Max Delbrück Center (MDC) in der Helmholtz-Gemeinschaft, wo sie eine unabhängige Forschungsgruppe leitete. Für ihr CELLMATES-Projekt erhielt sie ein ERC Starting Grant, mit dem sie neuartige Ansätze entwickelt, um miteinander interagierende Zellen mit hoher molekularer und räumlicher Auflösung zu analysieren. Ihre Forschungsgruppe nutzt embryonale Modelle in vivo und in vitro und konzentriert sich unter anderem auf Neuralleistenzellen im Embryo sowie auf verwandte Krebserkrankungen.
„Mit Stefanie gewinnt unser Institut eine herausragende Wissenschaftlerin, deren Forschung grundlegende Fragen der modernen Gewebebiologie adressiert“, sagt Prof. Sara Wickström, MD, PhD, Geschäftsführende Direktorin des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin. „Ihre Arbeiten verbinden Einzelzell-Omics-Ansätze und Entwicklungsgewebebiologie auf einzigartige Weise. Sie ergänzen unsere Forschungsschwerpunkte hervorragend und stärken das interdisziplinäre Profil des Instituts.“
Lise-Meitner-Forschungsgruppen
Das Lise-Meitner-Exzellenzprogramm der Max-Planck-Gesellschaft dient dazu, herausragende Wissenschaftlerinnen mit einer nachgewiesenen Erfolgsbilanz in unabhängiger Forschung und wissenschaftlicher Leitung zu gewinnen und gezielt zu fördern. Das mehrstufige, kompetitive Auswahlverfahren richtet sich an zukünftige Führungspersönlichkeiten innerhalb ihres Forschungsgebiets und bietet eine W2-Position mit langfristiger Perspektive innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft. Das Programm finanziert Lise-Meitner-Forschungsgruppen und ermöglicht es ausgewählten Wissenschaftlerinnen, an einem Max-Planck-Institut mit einer hohen wissenschaftlichen Passung zu ihrer Forschung tätig zu werden.
Über das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin
Das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin in Münster betreibt Grundlagenforschung zur Dynamik und zellulären Kommunikation von Geweben auf Systemebene. Seine Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie Zellen Gewebe aufbauen, erhalten und regenerieren und wie Störungen dieser Prozesse zu Krankheiten beitragen. Durch interdisziplinäre Forschung möchte das Institut die grundlegenden Prinzipien entschlüsseln, die der Gewebebiologie zugrunde liegen.
https://www.mpi-muenster.mpg.de/818584/20260901-grosswendt
Dr. Stefanie Grosswendt wird Lise-Meitner-Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für molekulare Biom ...
Copyright: © Felix Petermann, MDC
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